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Immaterielles Kulturerbe

Bräuche, Wissen, Handwerkstechniken  
Foto: © UNESCO/James Muriuki

Nationales Verzeichnis

Seit dem Beitritt Österreichs zum Übereinkommen ist die Österreichische UNESCO-Kommission mit der Erstellung eines nationalen Verzeichnisses des immateriellen Kulturerbes in Österreich  betraut. Jede gelistete Tradition trägt in ihrer Individualität dazu bei, über die Bundeslandgrenzen hinaus die kulturelle Vielfalt und den großen Reichtum an lebendigem Kulturerbe in Österreich verständlich zu machen.  
Bewerbungen werden ganzjährlich entgegen genommen. Nähere Informationen zum Bewerbungsablauf und zu den Kriterien finden Sie hier.

Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes in Österreich

Frack-Maßschneiderei

Frack-Maßschneiderei

Die Frack-Maßschneiderei blickt in Europa auf eine 300-jährige Geschichte zurück. Der Ursprung liegt in England, wo der „frock“ zunächst von der arbeitenden Klasse und ab den 1730er Jahren auch von jungen Adeligen zu informellen Anlässen getragen wurde. Die Herstellung eines Fracks erfordert viel Wissen und Können des/der Schneidermeister*in und bis zu seiner Fertigstellung rund 100 Stunden meisterliche Handarbeit. Der maßgeschneiderte Frack hat sich als der festlichste Abendanzug der Herren…
Das Wissen der Handwerksmüller*innen

Das Wissen der Handwerksmüller*innen

Das Wissen der Handwerkmüller*innen beinhaltet viel Übung und Erfahrung, Experimentieren und technisches Wissen um verschiedene Getreidesorten zu Mehl, grobem Schrot, Vollkornmahlerzeugnissen oder Ölen zu verarbeiten. Das Arbeiten mit traditionellen Müllereimaschinen zur Herstellung von Mühlenprodukten, wie das Mahlen mit Mühlsteinen, ist heute nur noch in einigen Handwerksmühlen vertreten.
Krippenbrauch in Österreich

Krippenbrauch in Österreich

Der Krippenbrauch als österreichweites Phänomen fand seinen Ursprung mit der ersten Krippenaufstellung 1609 in Innsbruck. Im Laufe der folgenden Jahrhunderte verbreitete er sich landesweit sowohl in Kirchen, im öffentlichen Raum als auch in den Häusern der Menschen. Die Gestaltung der verschiedenen Krippen und damit verbundenen Riten fanden eine Vielfalt lokaler und regionaler Ausprägungen. Der Krippenbrauch umfasst die Aufstellung der Krippen, den Krippenbau und die Krippenpflege sowie die…
Manueller Bilddruck

Manueller Bilddruck

Der Manuelle Bilddruck umfasst die Drucktechniken des Hochdrucks, Tiefdrucks, Flachdrucks, Durchdrucks und deren Mischformen. Die Entwicklung dieser Techniken begann im späten Mittelalter mit der Verbreitung von Vervielfältigungsmöglichkeiten (Druck) von Bildmedien. Heute lassen sich eine Vielzahl von Methoden zur Entstehung von Druckgrafiken finden. Vor allem Künstler*innen setzen die Techniken ein und gemeinsam mit verschiedenen Galerien und Werkstätten wird das Handwerk stetig…
Alpinistisches Wissen und Können der Berg- & Schiführer*innen

Alpinistisches Wissen und Können der Berg- & Schiführer*innen

Das Bergführer*innenwesen ist mit der Entwicklung des modernen Alpinismus untrennbar verbunden. Mit der Erschließung der österreichischen Alpen für Besucher*innen bedurfte es Personen, welche diese sicher durch das Gelände führten. Dafür sind profunde Kenntnisse über die Landschaftsgegebenheiten, das Wetter und die Verwendung technischer Hilfsmittel notwendig. Dieses Wissen wird seit Generationen weitergegeben und in der Aus- und Weiterbildung zu Berg- und Skiführer*innen konsolidiert.
Südböhmische Blasmusik in Brand-Nagelberg

Südböhmische Blasmusik in Brand-Nagelberg

Die Südböhmische Blasmusik in Brand-Nagelberg ist eine Musiktradition, die sich durch den engen musikalischen Austausch mit tschechischen Musiker*innen bildet. Diese grenzüberschreitende, bis heute anhaltende Zusammenarbeit führte auch zur Entstehung einer eigenen Spielweise und trug zur Verbreitung des bis heute weit verwendeten Liedgutes wie der bekannten „Südböhmischen Polka“ bei. Die Südböhmische Blasmusik ist prägend für die Musizierenden in Brand-Nagelberg und die Menschen in der Region.
Das Traismaurer Krippenspiel

Das Traismaurer Krippenspiel

Das Traismaurer Krippenspiel geht auf das Jahr 1810 zurück und ist heutzutage eines der letzten wenigen Stabpuppenspiele in Österreich. Bis zu 30 Personen sind an der Aufführung beteiligt, darunter auch ein Chor, Gesangssolist*innen, Musikant*innen sowie ein*e Moderator*in und ein*e Regisseur*in. Mit 42 hölzernen Figuren werden neben klassischen Bibeldarstellungen auch tradierte Liebeslieder, sozialkritische Gesänge und Zunftlieder präsentiert.
Garnierspenzer, Hut und Steppmieder

Garnierspenzer, Hut und Steppmieder

Die Garnierspenzer und die Steppmiedertracht, gehören seit ca. 1850 zu den Festtrachten der Salzburger Gebirgsgauen (Pinzgau, Pongau und Lungau). Sie weist sich durch die aufwendige Gestaltung der Oberteile, die Anbringung aufwendiger Blumen aus Seide auf dem Spenzer und die Reliefstepperei auf dem Mieder aus. Die Herstellung dieser verlangt hohes Wissen und Erfahrung im Handwerk der Schneiderei. Darüber hinaus tragen sie zur regionalem Identität der Trägerinnen bei.
Gautschen

Gautschen

Am Ende der Lehrzeit einer/eines Druckerin/ Druckers findet die Gautschfeier statt, deren Höhepunkt die Wassertaufe ist. Dabei werden die Lehrlinge (Kornuten) gepackt und in einen Wasserbottich getaucht, um sie von ihren „Sünden“ (der Lehrzeit) reinzuwaschen. Anschließend erfolgt der Freispruch und damit die Aufnahme in den Stand der Gesell*innen. Zur Bestätigung sich dieser Zeremonie unterzogen zu haben, erhalten die „Gäutschlinge“ einen kunstvoll gestalteten Gautschbrief.
Historische und dekorative Malerhandwerkstechniken mit traditionellen Materialien

Historische und dekorative Malerhandwerkstechniken mit traditionellen Materialien

Die Geschichte der historischen und dekorativen Malerhandwerkstechniken mit traditionellen Materialien reicht zurück bis in die Zeit der Höhlenmalerei und das damit verbundene Wissen und Können findet nach wie vor Anwendung. Die zur Ausübung benötigte Herstellung und Verwendung der Materialien, Werkstoffe und Werkzeuge für Kalktechniken, Schabloniertechniken und Sgraffitotechniken in Zusammenhang mit entsprechender Findung der Farbgebung und Formensprache, verlangt eine intensive Ausbildung und…
Herstellung der Bregenzerwälder Juppen und das Tragen der Frauentracht

Herstellung der Bregenzerwälder Juppen und das Tragen der Frauentracht

Mit „Juppe“ wird im Bregenzerwald eine für die Region typische traditionelle Frauentracht bezeichnet, die in mehreren Varianten getragen wird. Mitunter steht für das Plissee in der Region erzeugtes Glanzleinen in Verwendung. Ein Merkmal der zu festlichen Anlässen getragenen Tracht ist ihre wertvolle Ausstattung. Die Tracht Wird von heimischen Handwerker*innen in kleinen Werkstätten angefertigt. Die Träger*innen und Hersteller*innen identifizieren sich mit der Juppe, die zur regionalen Identität…
Traditionelles Handwerk in Gmunden: Das Flammen von Keramik

Traditionelles Handwerk in Gmunden: Das Flammen von Keramik

Unter dem Begriff „Flammen“ wird das Aufbringen eines wiedererkennbaren Musters auf Keramikteile verstanden. Bereits um 1600 etablierten sich rund um Gmunden wiederkehrende Dekorelemente auf Keramik. Erste Funde zu einer weiß-blau gefärbten Keramik aus der Gegend stammen aus dieser Zeit und daraus entwickelte sich die heute typische Dekortechnik, das „Geflammte“ oder auch das „Gmundnerische Geschirr“. Heute geben die Flammer*innen ihr Wissen direkt weiter und es dauert rund 2 Jahre, bis man…
Das Trockensteinmauern

Das Trockensteinmauern

Das Handwerk "Trockensteinmauern" ist schriftlich in Österreich seit dem 12. Jhdt. belegt und spiegelt sich auch in den entsprechenden Landschaftsbildern wider. Es wurde historisch in unterschiedlichen, vorwiegend landwirtschaftlichen, Bereichen mit lokal vorhandenen Steinen ausgeübt, zum Beispiel in Weinterrassen, Almeinfriedungen, Stall- oder Scheunengebäude, Forstwege, Eisenbahnbau, usw. Heute sind sie immer noch wichtiger Bestandteil der Kulturlandschaft- und Gestaltung.
Staner Anklöpfeln

Staner Anklöpfeln

Das Anklöpfeln in Stans ist ein, seit der Mitte des 19. Jahrhunderts überlieferter Klöpfelnachtbrauch in eigentümlicher und dramaturgischer Form. Er findet alle 10 Jahre an den Samstagen im Advent statt. Dabei gehen verschiedene Figuren, wie der Hohen Priester, Bacchus, Ministrant*innen, Spendensammler*in und ca. 25 Leviten prozessionsartig in bestimmte Bauernhöfe und Gasthäuser, um ihre Lieder vorzubringen.
Nikolospiel Bad Mitterndorf

Nikolospiel Bad Mitterndorf

Das Nikolospiel in Bad Mitterndorf ist ein Stuben- und Umzugsspiel, das jährlich am 5. Dezember an verschiedenen Orten dargeboten wird. Die Aufführung fand ursprünglich in Bauern- und Wirtshäusern statt, seit 1959 wird die Darbietung auf dem Mitterndorfer Hauptplatz auch einem breiteren Publikum präsentiert. Das Nikolospiel setzt sich aus verschiedenen Figuren zusammen, die zwischen den Aufführungsorten einen Umzug bilden.
Odlatzbia Oröwen im Wiesenwienerwald

Odlatzbia Oröwen im Wiesenwienerwald

Die Elsbeere – im Volksmund „Odlatzbia“ (Adlitzbeere) - ist in großen Teilen Europas verbreitet, doch ist sie heutzutage äußerst selten und oftmals nur in Wäldern auffindbar. Das Wissen und Handwerk rund um die „Königin der Wildfrüchte“ wird in Niederösterreich von Generation zu Generation weitervermittelt. Das „Odlatzbia Oröwen“ (Adlitzbeere abrebeln) ist dabei der Höhepunkt des Arbeitsprozesses, der von der Baumpflanzung bis zur Verarbeitung reicht.
Amraser Matschgerer

Amraser Matschgerer

Der jährlich stattfindende Fastnachtsbrauch der Amraser Matschgerer findet Quellen zufolge seinen Ursprung im 17. Jahrhundert. Diese aus einer dörfischen Gemeinschaft entstandene Tradition hat sich trotz der Angliederung an die Landeshauptstadt und des städtischen Einflusses erhalten. Im Zentrum des Brauches stehen neben den Umzügen vor allem die Darbietungen der Matschgerer im kleinen Kreis, wobei jeder Fastnachtsfigur bestimmte Kostüme und Handlungsweisen zugeschrieben werden.
Hauerkrone und Hiatabaum in Neustift am Walde

Hauerkrone und Hiatabaum in Neustift am Walde

Die Bräuche der Weinhauer*innen in Neustift am Walde gehen auf die Regentschaftszeit von Maria Theresia zurück. Der Neustifter Kirtag findet jährlich am Festtag des Dorfpatrons, dem Hl. Rochus, im August statt. Im Mittelpunkt des viertägigen Festes stehen der festliche Umzug der traditionellen Hauerkrone, auch als Neustifter Winzerkrone bekannt, und das Aufstellen des Hüterbaums nach der feierlichen Festmesse.
Stinatzer Hochzeit - Stinjačka svadba

Stinatzer Hochzeit - Stinjačka svadba

Bei ihrer Ansiedlung im 16. Jahrhundert brachten Kroat*innen spezifische Elemente mit, die, mit regionalen Einflüssen, die Hochzeiten im südburgenländischen Ort Stinatz/Stinjaki zum Zeugnis transkultureller Beziehungen machten. Der Hochzeitsbrauch verbindet mündlich überlieferte Traditionen, wie den Stinatzer Dialekt und die Volkslieder, mit traditionellen Handwerkstechniken, wie die Herstellung der lokalen (Hochzeits)Tracht. Dieser Brauch verdeutlicht die Identität der Gemeinschaft als…
Kneippen als traditionelles Wissen und Praxis nach der Lehre Sebastian Kneipps

Kneippen als traditionelles Wissen und Praxis nach der Lehre Sebastian Kneipps

Das Kneippen ist eine traditionelle Heilmethode, die der Krankheitsprävention und Gesundheitserhaltung dient. Es handelt sich dabei um eine Anregung des Blutkreislaufs, Stärkung des Immunsystems und Verbesserung des vegetativen Nervensystems. Kneippen ist eine ganzheitliche Methode und umfasst die fünf Säulen Bewegung, Ernährung, Wasser, Kräuter und Lebensordnung. Das klassische Kneippen besteht aus mehreren Wassergüssen sowie weiteren Anwendungen wie Barfußgehen, Steinegehen, Bädern, Waschungen…
Das Buchbinderhandwerk

Das Buchbinderhandwerk

Das Wissen um die Buchbindekunst wurde in mittelalterlichen Klöstern von Mönchen entwickelt und weitergegeben. Die handgeschriebenen Bücher und deren Buchdeckel wurden oft aufwendig mit Kleinodien und Goldschmiedearbeiten veredelt. Mit der Erfindung der Buchdruckkunst im 15. Jahrhundert etablierte sich das Buchbinderhandwerk als selbstständiges Gewerbe, wobei dieses Handwerk bis heute mit traditionellen Mitteln ausgeübt wird.
Die Fuhr am Hallstättersee

Die Fuhr am Hallstättersee

Die „Fuhren“ (flache Transportboote aus Holz, auch Plätten genannt) haben am Hallstättersee eine lange Tradition als Güter- und Personentransportmittel. Schon im 13. Jahrhundert, nach der Wiedereröffnung des Salzbergwerks in Hallstatt, wurde die Schifffahrt über den See und die Traun zum Transport der Ware notwendig. Heute beherrschen nur mehr wenige Personen dieses Handwerk.
Steinmetzkunst und –handwerk

Steinmetzkunst und –handwerk

Seit Jahrtausenden sind Steinmetz*innen für die Erschaffung unzähliger sakraler und profaner Bauten verantwortlich und geben das Wissen um die Verwendung und das Behauen des natürlich vorkommenden Rohstoffes Stein weiter. Von Steinmetz*innen hergestellte Werkstücke prägen bis heute das Bild vieler Städte und Ortschaften.
Festschützenwesen in Oberösterreich

Festschützenwesen in Oberösterreich

Die Bräuche der Festschützen in Oberösterreich sind vielfältig und zeichnen sich durch verschiedene, regionalspezifische Elemente, wie beispielsweise die Tracht, den Schützentanz oder die Schützensprache aus. Die Praxis folgt dem Jahres- aber auch Festablauf und findet bei kirchlichen sowie weltlichen Festen ihre Anwendung. So sind die Schützenbräuche für die ausführenden Gemeinschaften ein wichtiger Teil der regionalen Identität.
In d’Grean gehn

In d’Grean gehn

Am Ostermontag laden Weinhauer*innen und Weinkellerbesitzer*innen des nördlichen Weinviertels in die Kellergassen („Kellertrift“) zu Speis und Trank – zum „Grean geh“. Der Brauch des „in d’Grean gehn“ (=ins Grüne gehen) findet sich in mehreren Gemeinden der Region und zeichnet sich durch regionalspezifische Elemente religiöser wie auch weltlicher Art aus.