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Vielfalt kultureller Ausdrucksformen

Freiräume für Kunst und Kultur  
Foto: © Caroline Minjolle

Veranstaltungsreihe - "Forum Fair Culture"

Unter dem Leitsatz „Vorzugsbehandlung im (post)migrantischen Österreich neu denken", öffnet die Veranstaltungsreihe „Forum Fair Culture“ den Raum für neuen Diskurs. Die Zusammenarbeit der Österreichischen UNESCO-Kommission mit kulturen in bewegung ermöglicht einen Blick in die Praxis und eine Bestandsaufnahme der aktuellen Verhältnisse.

Mit Beitritt zum UNESCO-Übereinkommen über den Schutz und die Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen hat sich Österreich dazu verpflichtet, Rahmenbedingungen zu schaffen, in dem sich eine Vielfalt kultureller Ausdrucksformen frei entfalten kann und in denen Bedürfnisse verschiedener gesellschaftlicher Gruppen berücksichtigt werden. Mit der Bestimmung der “Vorzugsbehandlung” stellt die Konvention globale Ungleichheitstrukturen und die Benachteiligung des so genannten Globalen Südens in den Fokus und adressiert jene Probleme, die sich für Künstler*innen und Kulturschaffende daraus ergeben. Damit sind zum Beispiel restriktive Visa-Prozesse gemeint, die bestehende Ungleichheiten einzementieren, oder die Hürden, die marginalisierten und minorisierten Künstler*innen den Zugang zum Arbeitsmarkt verwehren und sie so in prekäre Arbeitsverhältnisse drängen.  

Die Veranstaltungsreihe “Forum Fair Culture” öffnet den Raum, um die Verpflichtung zur Vorzugsbehandlung im (post)migrantischen Österreich neu zu denken. Diskursive Formate hinterfragen, was „Süd-Perspektiven“ denn überhaupt sind, welche Ausprägungen davon in Form von Diskriminierung, Ausschluss und Rassismus in Österreich wirkmächtig werden und welche Widerstände im Zusammenspiel von Fairness & Diversität überwunden werden müssen.

Das "Forum Fair Culture" soll dazu beitragen, dass die Vorzugsbehandlung als Verpflichtung wahrgenommen wird, Ungleichheitsstrukturen im österreichischen Kunst- und Kulturkontext entgegenzuwirken, dabei sollen etwa folgende Fragestellungen gemeinsam diskutiert werden.

Welche Parameter können bestimmt werden, um die Interessen von BIPOC Kunst- und Kulturschaffenden adäquat zu vertreten?

Welche strukturellen Barrieren erschweren Mobilität, Aufenthalt und Beschäftigung von Kunst- und Kulturschaffenden aus Drittstaaten und welche Handlungsfelder lassen sich daraus erkennen?

Wie können marginalisierte und minorisierte Positionen sichtbarer gemacht werden?

Inwiefern können internationale Beispiele Guter Praxis zum nationalen kulturpolitischen Entscheidungsprozess beitragen?

Bisherige Veranstaltungen:

  • Am 29. Juni 2021 fand die dritte Veranstaltung im Volkskundemuseum Wien statt. Die Veranstaltung "Dekoloniale Strategien für faire Kulturpolitik" eröffnete mit verschiedenen Formaten von Strategy Labs bis künstlerische Performance einen Raum, in dem der internationale Kulturaustausch im (post)migrantischen Österreich neu gedacht und konkrete Strategien für eine faire und nachhaltige Kulturpolitik diskutiert wurden. 
    Was bedeutet es Kulturpolitik aus dem Blickwinkel der “Radical Diversity” zu betrachten? Die Veranstaltung am 29. Juni 2021 öffnet den Raum für Kunst- und Kulturakteur*innen, in interaktiven Strategy Labs ihre Expertise zu bündeln und gemeinsam kulturpolitische Strategien einer Radical Diversity zu erarbeiten. Einem Keynote der Leiterin des Instituts "Social Justice & Radical Diversity", Leah Carola Czollek, folgt eine Paneldiskussion zu dekolonialen Strategien einer fairen und nachhaltigen Kulturpolitik.

    Keynote: Leah Carola Czollek: „Radical Diversity“ im Kunst- und Kultursektor
    Moderation: Asma Aiad
    Mit: Carla Bobadilla (IG Bildende Kunst/Decolonizing Vienna), Helena Eribenne (Performance), Herbert Justnik (Volkskundemuseum), Marissa Lobo (kültür gemma), Persy-Lowis Bulayumi (IDB) & Zuzana Ernst (D/Arts)
  • Am 22. April 2021 fand ein interaktiver Workshop zu „Radical Diversity im Kultursektor?“ online statt. Dieser Workshop richtete sich an BIPOC Kulturschaffende aus unterschiedlichen Communities in Österreich, um Erfahrungen und Wissen in Bezug auf konkrete Probleme und Praxen der Diversitätspolitik im österreichischen Kunst- und Kulturbereich kritisch zu beleuchten.
  • Am 10. Dezember 2020 fand ein ResiliArt-Talk im Rahmen der Veranstaltungsreihe statt: In drei Tandem-Panels und Video-Performances von Elisabeth Tambwe wurden die aktuellen Herausforderungen für Kunst- und Kulturschaffende aus dem sogenannten Globalen Süden in Österreich näher betrachtet und internationale gute Praxisbeispiele hervorgehoben. Der Talk kann unter folgendem Link nachgesehen werden. 

Die entwickelten Länder erleichtern den Kulturaustausch mit Entwicklungsländern, indem sie in geeigneten institutionellen und rechtlichen Rahmen Künstlern, Kulturschaffenden und anderen im Kulturbereich Tätigen sowie kulturellen Gütern und Dienstleistungen aus Entwicklungsländern eine Vorzugsbehandlung gewähren.

Artikel 16 (2005er Konvention über den Schutz und die Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen)