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Immaterielles Kulturerbe

Bräuche, Wissen, Handwerkstechniken  
Foto: © UNESCO/James Muriuki

Traditionelles Handwerk in Gmunden: Das Flammen von Keramik
Traditionelles Handwerk in Oberösterreich, aufgenommen 2021

Unter dem Begriff „Flammen“ wird das Aufbringen eines wiedererkennbaren Musters auf Keramikteile verstanden. Bereits um 1600 etablierten sich rund um Gmunden wiederkehrende Dekorelemente auf Keramik. Erste Funde zu einer weiß-blau gefärbten Keramik aus der Gegend stammen aus dieser Zeit und daraus entwickelte sich die heute typische Dekortechnik, das „Geflammte“ oder auch das „Gmundnerische Geschirr“. Heute geben die Flammer*innen ihr Wissen direkt weiter und es dauert rund 2 Jahre, bis man dieses Handwerk beherrscht.

Das natürliche Vorkommen der Rohstoffe eisenoxydhaltiger Töpfertone und kalkhaltiger Mergeltone, bedingt die frühe Keramiktradition in Gmunden, die sich bis ins Jahr 1492 zurückverfolgen lässt. Kennzeichnend waren zunächst farbliche Punkte und Flecken auf weißer Bleiglasur, die eine Art Marmoreffekt erzielten und in den Farben hellgrün in Kombination mit Kobaltblau, sattem Grün und Braun gehalten wurden. Aus dieser „Fleckentechnik“ entwickelte sich im 18. Jahrhundert der „geflammte“ Dekor.

Bei der Flammentechnik wurde mit einem Malhorn, aus dem Farbstoff fließt, in einem bestimmten Rhythmus direkt auf die weiße Grundglasur gemalt. Typisch waren und sind Muster in Schleifen oder Schlingen, in Streifen, Wellen oder Bögen. Die grüne Bänderung in Verbindung mit dem weißen Glasurgrund bildet das das typische „Grüngeflammte“. Das Malhorn wurde in Gmunden in den 1970er Jahren von einem sogenannten Malhörnchen oder „Piperl“ abgelöst. Aktuell wird das Muster mit einer Flamm-Station auf Krügen, Tellern und Schüsseln, aber auch auf Schreibzeug, Schraubflaschen und Barbierschüsseln angebracht. Durch neue Farbkombinationen oder asymmetrisches Anwenden der Flammtechnik, wird das traditionelle Handwerk ständig neu interpretiert.

Die Ausbildung der Flammer*innen in dauert zwei Jahre, denn die Flammtechnik wird nach wie vor in reiner Handarbeit praktiziert, wobei auf nachhaltige und lokale Produktion Wert gelegt liegt. Heute wird es fast ausschließlich noch in der Gmundner Keramikmanufaktur gelehrt und hergestellt.

In regelmäßigen Abständen finden in Gmunden auch öffentlich zugänglich Keramiksymposien sowie Töpfermärkte statt, bei welchen den Besucher*innen, lokale und internationale Werke von Keramikhandwerker*innen und Künstler*innen präsentiert werden.

Kontakt

Alexander Köck
Keramikstraße 24
4810 Gmunden
office@gmundner.at
www.gmundner.at
Gmundner Keramik Manufaktur
Andreas Glatz
Keramikstraße 24
4810 Gmunden
office@gmundner.at
www.gmundner.at

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