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Immaterielles Kulturerbe

Bräuche, Wissen, Handwerkstechniken  
Foto: © UNESCO/James Muriuki

Das Trockensteinmauern
Traditionelles Handwerk in ganz Österreich, aufgenommen 2021

Das Handwerk "Trockensteinmauern" ist schriftlich in Österreich seit dem 12. Jhdt. belegt und spiegelt sich auch in den entsprechenden Landschaftsbildern wider. Es wurde historisch in unterschiedlichen, vorwiegend landwirtschaftlichen, Bereichen mit lokal vorhandenen Steinen ausgeübt, zum Beispiel in Weinterrassen, Almeinfriedungen, Stall- oder Scheunengebäude, Forstwege, Eisenbahnbau, usw. Heute sind sie immer noch wichtiger Bestandteil der Kulturlandschaft- und Gestaltung.

Trockenmauern entstehen durch das Aufeinanderstapeln von Steinen, die ohne andere Materialien, außer manchmal trockener Erde, miteinander verbunden sind. Die Stabilität der Strukturen wird durch die sorgfältige Auswahl und Platzierung der Steine gewährleistet. Trockenmauerstrukturen haben zahlreiche, unterschiedliche Landschaften geprägt und verschiedene Formen des Wohnens, der Landwirtschaft und der Viehzucht hervorgebracht. Trockensteinmauern sind das Zeugnis eines ressourcenschonenden Umganges mit lokal verfügbarem Baumaterial, und das Ergebnis gelebter Praxis zur Gewinnung und Instandhaltung landwirtschaftlicher Flächen für den Anbau von Wein oder die Anlage von Obstgärten in oftmals steilem Gelände. Das vormals vorwiegend in innerfamiliär mündlich weitergebe Handwerk gelangte durch die Mechanisierung nach dem 2. Weltkrieg in Österreich zunehmend in Vergessenheit. In den letzten Jahrzehnten breitete es sich wieder stärker aus: vor allem Winzer*innen kehren von anderen Baumaterialien wieder zu reinen Trockensteinmauern zurück. Durch Bemühungen von Kultur- und Weinbauvereinen, Landschaftsgärtnerbetrieben, Schulprojekten, Gemeinschaftsgärten, Universitätslehrgängen, Kursen, sowie durch Kooperation mit anderen Ländern, in denen der Trockensteinmauerbau praktiziert wird, wird das Wissen weiterhin lebendig gehalten.

Aufgrund der lokalen Herkunft des Gesteines und der regionalen Wertschöpfung (Arbeit, Material) ist das Bauen von Trockensteinmauern eine besonders nachhaltige Bauweise. Zudem trägt es zur Artenvielfalt bei, da es ein vielfältig abwechslungsreiches Biotop auf engstem Raum ermöglicht und einen aktiven Lebensraum für bestimmte Tiergattungen schafft.

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