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Presse

der Österreichischen UNESCO-Kommission  
Foto: © Colourbox.de / Eduardo

24. Jänner: WELTTAG DER BILDUNG

24.01.2022

Bildung ist ein Menschenrecht, ein öffentliches Gut und eine öffentliche Aufgabe.

Unter dem Motto „Changing Course, Transforming Education“ wird heuer am 24. Jänner bereits zum 4. Mal der Internationale Tag der Bildung begangen. Dieser wurde von der Generalversammlung der Vereinten Nationen ins Leben gerufen, um die Rolle der Bildung für Frieden und Entwicklung im Sinne der Bildungsagenda 20301 zu feiern.

Wie der Titel vermitteln will, stehen wir an einem Wendepunkt der Generationen. Auseinanderklaffende Ungleichheiten, wachsende Polarisierung und die zerstörerische Wirkung der globalen Pandemie verlangen eine Neuausrichtung unserer Parameter. Bildung spielt eine Schlüsselrolle beim Aufbau nachhaltiger und widerstandsfähiger Gesellschaften und trägt zum Erreichen aller anderen Ziele für nachhaltige Entwicklung bei.2/3 Sie ist ein Menschenrecht, ein öffentliches Gut und eine allgemeine Verantwortung.

FAKTEN UND ZAHLEN
Weltweit haben  258 Millionen Kinder und Jugendliche immer noch nicht die Möglichkeit eine Schule zu besuchen; 617 Millionen Kinder und Jugendliche können nicht lesen und beherrschen keine Grundrechenarten; weniger als 40 % der Mädchen in Afrika südlich der Sahara schließen die Sekundarstufe I ab und etwa vier Millionen Kinder und Jugendliche mit Fluchthintergrund gehen nicht zur Schule.

Ohne integrative und gerechte hochwertige Bildung und lebenslange Chancen für alle wird es den Ländern nicht gelingen, die Gleichstellung der Geschlechter zu erreichen und den Kreislauf der Armut zu durchbrechen, der Millionen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zurücklässt. Die COVID-19-Pandemie hat eine bereits bestehende Bildungskrise verschärft und0die Abhängigkeit von digitaler Technologie zum Lernen hat Ausgrenzung und geschlechtsspezifische Ungleichheiten vertieft.

NEUER ANSATZ
Im November 2021 veröffentlichte die UNESCO einen globalen Bericht über die Zukunft der Bildung mit dem Titel Reimagining our futures together: A new social contract for education. Er wurde innerhalb von zwei Jahren und unter Einbeziehung von einer Million Menschen erstellt und fordert eine umfassende Transformation der Bildung. Das Ziel ist, eine globale Debatte und Bewegung anzustoßen und einen neuen Gesellschaftsvertrag zu schmieden. Es soll unsere Beziehung zueinander neu definieren und gemeinsam für eine nachhaltigere und gerechtere Zukunft gehandelt werden. Der Vertrag verlangt eine Pädagogik der Solidarität und Zusammenarbeit, die Vielfalt und Pluralismus schätzt und gegen die Verbreitung von Fehlinformationen und Spaltungen wirkt. Für eine erneuerte Beziehung zum Planeten, muss solch eine Bildung den Schüler*innen helfen, sich um diesen zu kümmern. Dies jedoch fordert politischen und gesellschaftlichen Wandel.

UN-Generalsekretär António Guterres meint dazu: Unsere Priorität sollte es sein, Kindern und Jugendlichen dabei zu helfen, das während der Pandemie verlorene Lernen nachzuholen, und gleichzeitig die Bildungssysteme so umzugestalten, dass die Schüler*innen ihr volles Potenzial ausschöpfen. Ich werde mich für lebenslanges Lernen für alle einsetzen und 2022 einen Gipfel zur Transformation der Bildung einberufen, um die Fortschritte bei der Erreichung des Ziels 4 für nachhaltige Entwicklung zu beschleunigen. Der Gipfel wird eine gemeinsame Vision für Bildung entwickeln (…)“.4

ZUKUNFT
Der diesjährige Internationale Tag der Bildung wird eine Plattform sein, um die wichtigsten Transformationen zu präsentieren, die gefördert werden müssen, um das Grundrecht aller auf Bildung zu verwirklichen und eine nachhaltigere, integrativere und friedlichere Zukunft aufzubauen. Ziel des Tages ist es, einen neuen Gesellschaftsvertrag in der Bildung in Gang zu setzen. Es geht um eine Debatte über die wesentlichen Auslöser von Transformationen, die den Fortschritt in Richtung der Ziele der Agenda 2030 beschleunigen und in Angriff nehmen. So sollen eine digitale Inklusion, grüne Kompetenzen und Fähigkeiten sowie eine Gleichstellung der Geschlechter gefördert werden. Für eine Änderung des Kurses braucht es eine Mobilisierung des politischen Willens, um die Ungleichheiten beim Zugang zu und Abschluss von Bildung anzugehen und außerdem das Hervorheben der Stimmen von Schüler*innen und Lehrer*innen.


[1] Bildungsagenda 2030 der Vereinten Nationen
[2] Beschluss zum Internationalen Tag der Bildung der Generalversammlung vom 3. Dezember 2018.
[3] UN-Aktionsplan "Transformation unserer Welt: die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung"
[4]Unsere gemeinsame Agenda“ des UN-Generalsekretärs António Guterres

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