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Welterbe

Kultur- und Naturerbestätten mit außergewöhnlichem universellem Wert  
Foto: © Alexander Eugen Koller

Grenzen des Römischen Reiches - Donaulimes (Westabschnitt)

© Adobe Stock
© Römerstadt Carnuntum

Grenzen eines Imperiums

Als eines der größten und mächtigsten Herrschaftsgebiete der Weltgeschichte dominierte das antike Römische Reich über Jahrhunderte weite Teile Europas. Dabei sicherte der Limes, ein System einzigartiger Grenzbefestigungen an den Außengrenzen des Reichs, dem Imperium Romanum über viele Jahrhunderte nicht nur militärische, politische und wirtschaftliche Stabilität, sondern ermöglichte auch eine soziale und kulturelle Entwicklung, die den europäischen Raum maßgeblich prägte. Die erhaltenen Anlagen des Limes entlang der Donau bezeugen bis heute den Einfluss des römischen Imperiums auf die Geschichte Europas.

Allgemein

Der Donaulimes, der sich von der Quelle der Donau im heutigen Deutschland bis zum Schwarzen Meer erstreckte, stellt lediglich einen Teil der weit umfassenderen Grenze des gesamten Römischen Reichs dar, das von der Atlantikküste im Norden Großbritanniens bis zum Schwarzen Meer sowie vom Roten Meer über Nordafrika bis zum Atlantik reichte.

Die ersten Befestigungen des Limes entstanden in der Zeit der flavischen Dynastie (69-96 n. Chr.) und wurden über den Verlauf der Zeit fortwährend ausgebaut. Die Kastelle, Legionsfestungen und Wachtürme wurden nicht als undurchlässige Barriere konstruiert, sondern in Form einer „losen Kette“ im Abstand von 10 bis 30 km entlang des südlichen Donauufers positioniert. So florierte in Friedenszeiten der Handel mit germanischen Stämmen im Westen und den iranischen Sarmaten im Osten. Die dauerhafte militärische Präsenz der römischen Soldaten führte darüber hinaus zur Errichtung größerer Zivilstädte im Umkreis der Legionsfestungen, und transportierte die römische Kultur bis an die Ränder seines Reiches.

Nach dem Ende des Weströmischen Reiches verfielen auch die Grenzbefestigungen des Limes. Einige der Anlagen und Siedlungen wurden jedoch im Mittelalter weitergenutzt und bildeten die Grundlage für viele bis heute bestehende Orte und Städte. Die archäologischen Fundstätten und Überreste der Wehranlagen, Türme und Kastelle, aber auch der zivilen Siedlungen, Wirtschafts- und Verkehrsanlagen liefern bis heute einen wertvollen Einblick in das antike Leben römischen Antike und Spätantike.

Weitere Teile der ehemaligen Grenzen des Römischen Reichs sind bereits auf der Liste des UNESCO-Welterbes vertreten: Hadrians- und Antoninuswall (Großbritannien) zusammen mit dem Obergermanisch-Rätischen Limes (Deutschland) und der Niedergermanische Limes (Deutschland/Niederlande).

© BDA/Neubauer-Pregl
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Österreich

Österreich ist mit 22 Komponenten, die sich wiederum in 47 Teilkomponenten (Baudenkmäler und archäologischen Fundstellen) aufgliedern, an dieser transnationalen, seriellen Welterbestätte vertreten. Die Fundstätten befinden sich in Oberösterreich, Niederösterreich und Wien entlang der Donau und lagen in antiker Zeit in den römischen Provinzen Noricum und Pannonia. Diese umfassen die Überreste ganzer römischer Kastelle und Militärlager, ziviler Siedlungen und Wirtschaftsanlagen, Straßen sowie einzelner Wachtürme entlang des Flusses.

In Österreich sind folgende Fundstätten Teil der Welterbestätte:

OÖ: Oberranna (Kleinkastell), Schlögen (Vicus, Kastell), Hirschleitengraben (Wachturm), Linz (Siedlung Martinsfeld, Befestigung Schlossberg), Enns (Gräberstraße, Canabae, St. Laurenz, Legionslager), Albing (Legionslager), Wallsee (Kastell, Kleinkastell),

NÖ: Ybbs (Kleinkastell), Pöchlarn (Kastell Zentralbereich, Hufeisentürme, Vicus, Kastellbad), Blashausgraben (Wachturm), St. Johann im Mauerthale (Wachturm), Bacharnsdorf (Wachturm), St. Lorenz (Wachturm), Windstallgraben (Wachturm), Mautern (Kastell), Traismauer (Kastell, Kleinkastell, Fächerturm, Römertor), Zwentendorf (Kastell, Vicus, Gräberfelder), Tulln (Kastell, Hufeisenturm), Zeiselmauer (Kleinkastell, Kastell, Hufeisenturm, Kastentor, Fächerturm, Ostmauer), Klosterneuburg (Kastell und Vicus), Carnuntum (Legionslager, Kastell, Befestigungen, Zivilstadt, Vici, Gräberfelder)

Wien: Legionlager, Canabae, Tribunenhäuser

Das Welterbe Kriterien: (ii), (iii), (iv)

Die serielle, transnationale Welterbestätte umfasst insgesamt 77 Teilkomponenten entlang der Donau, zwischen Passau (Deutschland) und Iža (Slowakei). Diese eingetragenen Militärstrukturen des Donaulimes weisen eine Fläche von 1.670,6422 ha mit Pufferzonen von 1.074,6755 ha auf.


© Frontiers of the Roman Empire Culture 2000 project (2005-2008)
© BDA/Neubauer-Pregl
© Römerstadt Carnuntum

Weiterführende Links

UNESCO World Heritage List Frontiers of the Roman Empire - The Danube Limes (Western Segment)

Museen am Donaulimes (donau-limes.at)
Römerstadt Carnuntum
Römermuseum Wien
Römermuseum Mautern
Museum Lauriacum