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Welterbe

Kultur- und Naturerbestätten mit außergewöhnlichem universellem Wert  
Foto: © Alexander Eugen Koller

Schloss und Gärten von Schönbrunn

© pixabay.com
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Kaiserliche Sommerresidenz

Über mehr als 300 Jahre hinweg war das Schloss Schönbrunn die Sommerresidenz der Habsburger. Erbaut von den bedeutenden Architekten Johann Bernhard Fischer von Erlach und Nicolaus Pacassi, bildet es zusammen mit seinen weitläufigen Gärten einen außergewöhnlichen, barocken Gebäudekomplex, der als repräsentativer Prachtbau das Herrschaftsverständnis des Hauses Habsburg versinnbildlicht.

Allgemeines

Das Schloss Schönbrunn in Wien stellt zusammen mit seinem Park eines der besterhaltenen barocken Ensembles Europas dar. Mehr als 300 Jahre lang fungierte es als kaiserliche Sommerresidenz und symbolisierte Macht und den Einfluss der Habsburger auf die europäische Geschichte. Aus einem kaiserlichen Jagdschloss hervorgegangen, wurde die Residenz nach ihrer völligen Zerstörung im Zuge der zweiten Wiener Türkenbelagerung 1683 als hochbarocke Schlossanlage nach Plänen von Johann Bernhard Fischer von Erlach wiederaufgebaut. Zwischen 1743 und 1780 wurde Schloss Schönbrunn im Auftrag Erzherzogin Maria Theresias zunächst von Nicolaus Pacassi und später von Johann Ferdinand Hetzendorf von Hohenberg dem Stil der Zeit angepasst und umgebaut. Ebenso die weitläufigen Gärten mit Gloriette, Neptunbrunnen und römischen Ruinen wurden in dieser Periode umgeformt. Sie stellen, ganz im Sinne und Verständnis der Zeit, in ihrer Verknüpfung einer Verherrlichung des Hauses Habsburg mit einer Hommage an die Natur, ein barockes Gesamtkunstwerk dar. Seit einem Erlass Kaiser Josephs II. im späten 18. Jahrhundert sind Gärten und Park für die Öffentlichkeit zugänglich.

Die letzte bauliche Veränderung erfuhr das „österreichische Versailles“ zu Beginn des 19. Jahrhunderts, als die Fassade unter Federführung des Architekten Johann Aman umgestaltet wurde. Abgesehen von einigen kleinen Veränderungen im 19. Jahrhundert, sind sowohl Schloss als auch Gärten noch in ihrer ursprünglichen Form erhalten, so auch die unter Erzherzogin Maria Theresia errichteten Interieurs, die einen Höhepunkt höfischer Wohnkultur des Rokoko darstellen.

Im Jahre 1752 gründete der wissenschaftsaffine Kaiser Franz I. Stephan von Lothringen, Ehemann Maria Theresias, eine kaiserliche Menagerie, die bis heute als Tiergarten weitergeführt wird und demnach als ältester, kontinuierlich betriebener Zoo der Welt gilt. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde in unmittelbarer Nähe zur Menagerie das eindrucksvolle Palmenhaus als Glas-Eisen-Konstruktion errichtet.

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© Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebs GmbH/Alexander Eugen Koller
© Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebs GmbH/Alexander Eugen Koller

Das Welterbe

Kriterien: (i), (iv)

Das Areal wurde mit einer Kernzone von 186 ha und einer Pufferzone von 261 ha Fläche im Jahre 1996 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen.

  • (i) Das Schloss und die Gärten von Schönbrunn sind ein besonders gut erhaltenes Beispiel einer barocken Herrscherresidenz; gemeinsam bilden sie ein außergewöhnliches Beispiel eines Gesamtkunstwerks, einer meisterhaften Verbindung zahlreicher Kunstgattungen.
  • (iv) Das Schloss und die Gärten von Schönbrunn belegen in außergewöhnlicher Weise die über Jahrhunderte erfolgten Veränderungen, die beispielhaft den Geschmack, die Interessen und die Ambitionen der aufeinanderfolgenden habsburgischen Monarchen widerspiegeln.
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© Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebs GmbH/Alexander Eugen Koller
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Literatur

HAJÓS, Géza: Schönbrunn. Wien/Hamburg 1976.
KURDIOVSKY, Richard Kurdiovsky: Die Gärten von Schönbrunn. Ein Spaziergang durch einen der bedeutendsten Barockgärten Europas. St. Pölten/Salzburg/Wien 2005.
EIGL, Kurt: Schönbrunn. Ein Schloß und seine Welt. Wien 1980
IBY, Elfriede/KOLLER, Alexander: Schönbrunn. Wien 2000.


Weiterführende Links

UNESCO World Heritage List Schloss und Gärten von Schönbrunn