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Dokumentenerbe

„Memory of the World“/„Gedächtnis der Menschheit“  
Foto: © Österreichische Nationalbibliothek

Tabula Peutingeriana
Österreichische Nationalbibliothek, aufgenommen 2007

Die Tabula Peutingeriana ist die einzig erhaltene Karte des Cursus Publicus, des öffentlichen Verkehrssystems des spätrömischen Reichs. Als mittelalterliches Faksimile aus dem späten 12. Jahrhundert ermöglicht sie Einblicke in die Verwaltung und Wirtschaft des antiken Großreichs.

Bei der Tabula Peutingeriana handelt es sich um ein mittelalterliches Faksimilie (Cod. 324) einer im Original verloren gegangenen antiken Schriftrolle und hat sich in Form von 11 Pergamentfragmenten erhalten. Dargestellt werden das römische Reich, seine Provinzen und sogar Gebiete, die bis nach China reichen. Damit gibt sie nicht nur das römische Reich wieder, sondern auch Regionen außerhalb des römischen Herrschaftsgebiets.

Die Tabula Peutingeriana entspricht keiner klassischen geographischen Landkarte: Mit ihrer West-Ost-Ausrichtung und den fehlenden Darstellungen der Meere beschränkt sie sich auf die Wiedergabe von funktionalen Netzwerken. Mit diesem administrativen Charakter liefert sie wertvolle Informationen über die Verwaltung und Wirtschaft des römischen Reichs und seinen Verbindungen zu anderen Regionen und Reichen.

© Österreichische Nationalbibliothek

Weltweite Bedeutung

Auch für die Gegenwart spielt das mittelalterliche Faksimile der Tabula Peutingeriana eine wichtige Rolle, da sie die einzig erhaltene Karte des römischen Verkehrssystems ist. Als Orientierungshilfe kann sie zur Lokalisierung und Erhaltung von römischen Straßen und archäologischen Stätten genutzt werden und so zur Bewahrung des römischen Erbes innerhalb Europas beitragen. Ein modernes Beispiel, das eine solche Wiedergabe von funktionalen Netzwerken aufgreift, sind die Grafiken europäischer und weltweiter U-Bahn-Netze. 

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