Internationaler Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft 2026
- 11.Februar
Der Internationaler Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft wird jährlich am 11. Februar begangen, um die entscheidende Rolle von Frauen und Mädchen in Wissenschaft und Technologie sichtbar zu machen und Geschlechtergerechtigkeit als grundlegende Voraussetzung für nachhaltige Entwicklung zu betonen.
Hintergrund
Am 22. Dezember 2015 erklärte die Generalversammlung der Vereinten Nationen den 11. Februar zum „Internationalen Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft“. Die Durchführung wird jährlich von der UNESCO und UN-Women in Zusammenarbeit mit Institutionen und Partner*innen aus der Zivilgesellschaft übernommen.
Dieser Tag setzt ein Zeichnen dafür, dass wissenschaftlicher Fortschritt nur dann gelingen kann, wenn alle Talente gleichermaßen Zugang zu Bildung, Forschung und innovativen Arbeitsfeldern erhalten.
Weltweit sind jedoch weiterhin weniger als ein Drittel aller Forschenden weiblich. In den MINT‑Fächern – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – bleibt der Anteil junger Frauen besonders niedrig. Auch in Österreich liegt der Frauenanteil in der Wissenschaft, obgleich steigend, noch immer deutlich unter dem europäischen Durchschnitt. Im Jahr 2023 lag der Frauenanteil am wissenschaftlichen Personal in Österreich bei 26 Prozent (Vollzeitäquivalente). Mit jedem weiteren Schritt auf der akademischen Karriereleiter sinkt dieser Anteil. Auch je nach Sparte gibt es große Unterschiede. Während im Hochschulsektor der Frauenanteil weiterhin langsam zunimmt, sind in der außeruniversitären Forschung deutlich weniger Frauen vertreten. Im Unternehmenssektor, dem größten Bereich in Österreich, ist der Frauenanteil mit 18 Prozent besonders gering.
Zielsetzungen
Der Internationaler Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft soll dazu beitragen, Mädchen und Frauen zu ermutigen, den Weg in die Wissenschaft einzuschlagen beziehungsweise weiterzuführen. Darüber hinaus will er Entscheidungsträger*innen daran erinnern, entsprechende Strukturen für einen uneingeschränkten und gleichberechtigten Zugang zur Wissenschaft zu schaffen und zu verbessern. Frauen und Mädchen bringen vielfältige Perspektiven, neue Forschungsansätze und kreative Lösungen ein. Ohne gleiche Chancen bleiben jedoch zentrale Potenziale ungenutzt.
Gerade junge Frauen am Anfang ihrer wissenschaftlichen Laufbahn benötigen Sichtbarkeit, Unterstützung und faire Karrierewege. Der internationale Aktionstag ist somit nicht nur ein Symbol, sondern ein jährlicher Aufruf, strukturelle Hindernisse konsequent abzubauen – in Österreich wie weltweit.
Schwerpunkte 2026: From vision to impact: Redefining STEM by closing the gender gap
Das globale Jahresthema des Internationalen Tages der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft 2026 lautet „From vision to impact: Redefining STEM by closing the gender gap“. Diesbezüglich wurden vier Schwerpunktbereiche ausgewählt:
- Gesundheit: Innovative Forschung und Gesundheitsversorgung profitieren erheblich von divers zusammengesetzten Teams – besonders in Bereichen, in denen geschlechtsspezifische Unterschiede zu lange ignoriert wurden.
- Cybersecurity: Wie weibliche Expertise die Sicherheit digitaler Systeme stärkt und warum mehr Frauen in dieser zentralen Zukunftsbranche dringend gebraucht werden.
- Künstliche Intelligenz: Wie vertrauenswürdige, geschlechtergerechte und inklusive KI-Systeme sowie die Repräsentation von Frauen im Bereich KI sichergestellt werden können.
- Wissenschaftliches Unternehmertum: Förderung von Gründerinnen, deren Ideen und Unternehmen neue Impulse für Forschung und Innovation geben können.
For Women in Science Initiative
Mainstreaming Women ist ein Kernelement der Bemühungen der UNESCO, um Mädchen und Frauen in allen Kompetenzbereichen der Organisation zu stärken. Die Initiative „FOR WOMEN IN SCIENCE“ wurde zusammen mit L’Oréal International 1998 ins Leben gerufen. Jährlich werden fünf herausragende Forscherinnen aus der ganzen Welt für ihre exzellente Arbeit in der Grundlagenforschung geehrt. Die Initiative will damit Frauen vor den Vorhang holen, um die öffentliche Aufmerksamkeit und das Bewusstsein für die bedeutenden Leistungen der Forscherinnen zu stärken.
Fünf der Preisträgerinnen wurden für Ihre Arbeit bereits mit dem Nobelpreis ausgezeichnet: Emmanuelle Charpentier und Jennifer A. Doudna (Nobelpreis für Chemie 2020), Christiane Nüsslein-Volhard (Nobelpreis für Medizin 1995), Ada Yonath (Nobelpreis für Chemie 2009) und Elizabeth H. Blackburn (Nobelpreis für Medizin 2009).
L'ORÉAL Österreich-Stipendium
Die Österreich-Initiative der UNESCO-L'ORÉAL For Women in Science-Förderpreise versteht sich als nationale Erweiterung des gemeinsamen, weltweiten Engagements von L’ORÉAL und UNESCO zur Würdigung des Beitrags von Frauen für die Forschung und zum Abbau von Karriere-Hindernissen für heimische Wissenschaftlerinnen. Seit 2007 vergibt L’ORÉAL Österreich in Kooperation mit der Österreichischen UNESCO-Kommission, der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und mit Unterstützung des Bundesministeriums für Frauen, Wissenschaft und Forschung jährlich vier Preise für junge Grundlagen-Forscherinnen in den Bereichen Medizin, Naturwissenschaften, Mathematik.
Links
„Nachhaltige Entwicklung gelingt nur, wenn wir alle Potenziale nutzen. Für die UNESCO bedeutet das: Bildung, Wissenschaft, und Kultur und Kommunikation zu fördern und sicherzustellen, dass niemand zurückgelassen wird. Denn noch immer sind Frauen im Bereich Forschung und Entwicklung mit nur 24,95 Prozent deutlich unterrepräsentiert – ein Auftrag, hier entschieden gegenzusteuern.“