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Welterbe

Kultur- und Naturerbestätten mit außergewöhnlichem universellem Wert  
Foto: © Alexander Eugen Koller

Welterbe

Das Kultur- und Naturerbe der Menschheit

Was verbindet die Kulturlandschaft Wachau, die Pyramiden Ägyptens, das Great Barrier Reef und die Inkastadt Machu Picchu? Alle sind meisterhafte Zeugnisse vergangener Kulturen, einzigartige Naturlandschaften, deren Zerstörung ein unersetzlicher Verlust für die gesamte Menschheit wäre. Sie zu schützen, liegt daher nicht allein in der Verantwortung eines einzelnen Staates, sondern ist Aufgabe der Völkergemeinschaft.

Die Welterbekonvention ("Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Menschheit") ist das international bedeutendste Instrument, das von der Völkergemeinschaft zum Schutz ihres kulturellen und natürlichen Erbes beschlossen wurde. Es  soll helfen, Kultur- und Naturdenkmäler von außergewöhnlichem universellen Wert zu schützen und  nachhaltig zu bewahren.

Die Welterbeliste verzeichnet aktuell weltweit 1.092 Natur- und Kulturstätten aus 167 Staaten. Österreich ist auf der Liste mit 10 Welterbestätten vertreten. Die Aufnahme in die Welterbeliste ist Auszeichnung und Verpflichtung zugleich. Die Stätten müssen durch nationale Schutzmaßnahmen und ein entsprechendes Management für zukünftige Generationen erhalten werden.

Hintergrund

Als Ägypten 1960 mit dem Bau des Nil-Staudamms bei Assuan begann, hatte dies drastische Auswirkungen auf die an den Nilufern gelegenen Kulturstätten: ganze Tempelanlagen drohten in den Fluten des entstehenden Nassersees zu versinken und unwiederbringlich verloren zu gehen. Diese Bedrohung rief die Internationale Gemeinschaft auf den Plan, die in einer von der UNESCO koordinierten Rettungsaktion zwischen 1963 und 1968 die Tempelanlagen von Abu Simbel und Philae zerlegten und an anderer, höhergelegener Stelle wieder aufbauten. Die Hälfte der dafür benötigten 80 Millionen US-Dollar (äquivalent zu mehr als 600 Millionen US-Dollar heute) wurde von rund 50 Staaten aufgebracht, da erkannt wurde, dass ein Verlust dieser Denkmäler einen Verlust für die gesamte Menschheit darstellen würde.

Dieses gemeinsame Unterfangen weckte das Bewusstsein dafür, dass es Denkmäler, Bauten oder Orte auf der ganzen Welt gibt, deren Erhalt im Interesse der gesamten Menschheit steht, da sie einzigartige Zeugnisse der Menschheits-, Natur- und Kulturgeschichte darstellen.  Um diese für kommende Generationen zu bewahren, wurde 1972 ein völkerrechtliches Instrument geschaffen, das die Basis für die internationale Zusammenarbeit zum Schutz dieser Stätten bildet: die Welterbekonvention.

Das Übereinkommen

Die Welterbekonvention, eigentlich das Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Menschheit (Convention Concerning the Protection of the World Cultural and Natural Heritage, wurde am 16. November 1972 von der Generalkonferenz der UNESCO verabschiedet. In 38 Artikel wurden die Rahmenbedingungen, Kriterien  und Abläufe festgeschrieben, die nun die völkerrechtliche Basis für das Weltkultur bzw. Weltnaturerbe bilden. Es beschreibt die Pflichten der Vertragsstaaten und ihre Aufgaben zum Schutz und zur Erhaltung ihrer Stätten.  Des Weiteren definiert es die Aufgabe des Welterbekomitees, die Wahl seiner Mitglieder und ihre Mandatsdauer. Sie bestimmt die Fachorganisationen, die das Komitee zur Beratung beiziehen kann, legt die Verwaltung und Verwendung des Welterbefonds fest und regelt die Modalitäten der internationalen Hilfeleistung.

Die Operativen Richtlinien  (idF 2017) geben detailierte Angaben zur praktischen Umsetzung der Welterbekonvention und leiten die Vertragsstaaten an, wie das Übereinkommen anzuwenden ist.

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