Springe zum Hauptinhalt

Immaterielles Kulturerbe

Bräuche, Wissen, Handwerkstechniken  
Foto: © UNESCO/James Muriuki

Telfer Schleicherlaufen
Gesellschaftliche Praktiken in Tirol, aufgenommen 2010

Das Telfer Schleicherlaufen zählt zu den großen Traditionsfasnachten Tirols und findet alle fünf Jahre statt. Rund 500 Fasnachtler nehmen aktiv daran teil. Ein großer Teil der Telfer Bevölkerung ist auch durch das Herrichten der Gewänder, das Ausbessern des Schmuckes etc. in die Fasnachtsvorbereitungen eingebunden. Masken wie die Telfer „Wilden“ mit ihren aus „Baumbart“ hergestellten Kostümen, der „Panz’naff“, der „Laternenträger“ und insbesondere die Schleicher sind einzigartig.

Alle fünf Jahre finden sie sich rund 500 Männer in Fasnachtsgruppen zusammen. Bei der 1. Hauptversammlung am 19. März (Josefi-Tag) des Vorjahres der Telfer Fasnacht wird das Fasnachtskomitee gewählt, das für die organisatorische Abwicklung verantwortlich ist. Fasnachtsobmann ist traditionell der Bürgermeister. Das Schleicherlaufen ist der Höhepunkt der Telfer Fasnacht, an dem sich die einzelnen Gruppen mit unterschiedlichen Programmen und Ritualen präsentieren.
Überliefertes Wissen um bestimmte Fertigkeiten ist für die Mitglieder der Fasnachtsgruppen notwendig, um ihre Rollen korrekt ausführen zu können. Auf den Erhalt der überlieferten Traditionen und ihre kreative Weitergabe achten neben den Gruppenobleuten und allen Mitwirkenden auch die Mitglieder des Fasnachtskomitees. Diverse Fasnachtschroniken belegen, dass viele Familien seit Generationen am Telfer Schleicherlaufen teilnehmen.
Eigene Sonderbriefmarken, verschiedene Hausmalereien, ein Bronzerelief in der Nähe der Pfarrkirche oder eine überdimensionale Wilde-Mann-Skulptur aus Aluminium zeugen von der Bedeutung dieser Tradition für die Bevölkerung. Das im Rahmen der Fasnacht abgehaltene Totengedenken für verstorbene Fasnachter ist ein weiteres Indiz dafür – die Verbundenheit mit dem Brauch, so die Botschaft, geht über das Ableben hinaus.

Downloads

Links

Galerie

Suche im Verzeichnis