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Presse

der Österreichischen UNESCO-Kommission  
Foto: © Colourbox.de / Eduardo

„Desired State of Conservation“: Republik Österreich übermittelt Maßnahmenplan zum Erhalt des gefährdeten Welterbes „Historisches Zentrum von Wien“ an UNESCO

21.04.2020

Die Republik Österreich, vertreten durch das zuständige Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport (BMKÖS), ist ihren Verpflichtungen als Vertragsstaat zur Welterbekonvention (“Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt“) nachgekommen und hat ein wichtiges, verpflichtendes Dokument in Hinblick auf die Maßnahmen zum Erhalt des gefährdeten Welterbes „Historisches Zentrum von Wien“ an das UNESCO-Welterbezentrum in Paris übermittelt.

Der übermittelte Maßnahmenplan wurde gemeinsam vom BMKÖS, dem Bundesdenkmalamt (BDA) und der Stadt Wien mit Unterstützung der Österreichischen UNESCO-Kommission sowie ICOMOS Austria erarbeitet. Das in enger Abstimmung mit den internationalen Expert*innen von UNESCO und ICOMOS International entstandene Dokument konkretisiert die weitere Vorgehensweise für den Erhalt der Welterbestätte, die sich seit 2017 auf der „Roten Liste“ des gefährdeten Welterbes befindet.

Worum handelt es sich?

Der sogenannte „Desired State of Conservation for the Removal of a Property from the List of World Heritage in Danger” (DSOCR; Erwünschter Erhaltungszustand zur Entfernung einer Stätte von der Liste des gefährdeten Welterbes“) ist ein zentraler Bestandteil im Prozedere zum Erhalt einer akut gefährdeten Welterbestätte, die vom Welterbekomitee auf die „Rote Liste“ des gefährdeten Welterbes gesetzt wurde. Es handelt sich um ein von den Operativen Richtlinien (OR) des Übereinkommens vorgeschriebenes, verbindliches Dokument, das auf die konkreten Gefährdungen einer Welterbestätte eingeht und die entsprechenden, zu ergreifenden Gegenmaßnahmen ausführt. Insgesamt wird dadurch der erwünschte und in Zukunft zu erreichende Erhaltungszustand der Welterbestätte ausformuliert. Sobald dieser Erhaltungszustand wieder erreicht ist, kann eine Stätte durch die Entscheidung des Welterbekomitees wieder von der „Roten Liste“ genommen werden. Ob dieser erwünschte Erhaltungszustand erreicht wurde, lässt sich anhand spezifischer, ebenso in diesem Dokument ausgeführter Indikatoren feststellen.

Was sind die nächsten Schritte?

In einem nächsten Schritt evaluieren ICOMOS International und das UNESCO-Welterbezentrum den DSOCR-Bericht, ob er alle relevanten Punkte hinsichtlich akuter und potenzieller Gefährdung der Welterbestätte durch entsprechende Maßnahmen berücksichtigt und auch, ob diese Maßnahmen ausreichend sind, um den erwünschten Erhaltungszustand zu erreichen. Auf Basis dieser Evaluierung wird das Welterbekomitee bei seiner nächsten Sitzung entscheiden, ob der DSOCR in dieser Form verbindlich angenommen werden kann. Ursprünglich wäre das Welterbekomitee Anfang Juli in Fouzhou (China) zusammengetreten, die Sitzung wurde allerdings aufgrund der aktuellen Situation hinsichtlich COVID-19 auf unbestimmten Zeitpunkt verschoben.

Der “Desired State of Conservation” der Welterbestätte “Historisches Zentrum von Wien”

Der konkrete Maßnahmenplan für den Erhalt der Welterbestätte Wien geht auf die einzelnen Punkte ein, die dazu geführt haben, dass die Stätte 2017 auf die Rote Liste gesetzt wurde. Dazu zählen vorrangig das Fehlen eines konkreten, wirksamen Managementsystems und die dadurch ermöglichten städtebaulichen Entwicklungen und Planungen, die im Widerspruch zum außergewöhnlichen, universellen Wert (OUV) der Stätte stehen. Konkret soll der Schutz des Welterbes Einzug in die Stadtplanungsinstrumente der Stadt Wien finden und durch entsprechende rechtliche Verankerung auf Ebene der Stadt Wien sowie des Bundes garantiert werden. Hinsichtlich des Bauprojektes „Heumarkt neu“ wird eine welterbeverträgliche Lösung angestrebt.

Dr. Sabine Haag, Präsidentin der Österreichischen UNESCO-Kommission, zum übermittelten DSOC-Bericht:

„Durch die konstruktive Zusammenarbeit der unterschiedlichen Stakeholder*innen ist es gelungen, einen weiteren, wichtigen Schritt zum Erhalt der Welterbestätte „Historisches Zentrum von Wien“ zu setzen. Der ambitionierte Maßnahmenplan zeugt von positivem Commitment und einer guten Dialogbasis aller Beteiligten. Nun gilt es allerdings, die angekündigten Maßnahmen auch Wirklichkeit werden zu lassen – nur dann ist der Schutz der Welterbestätte auch nachhaltig gesichert.“

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