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Presse

der Österreichischen UNESCO-Kommission  
Foto: © Colourbox.de / Eduardo

3. Mai: Welttag der Pressefreiheit – Jineth Bedoya Lima wird mit dem UNESCO/Guillermo Cano Preis ausgezeichnet

30.04.2020

Am 3. Mai ist World Press Freedom Day, an dem jährlich auf die Bedeutung von freier und unabhängiger Berichterstattung aufmerksam gemacht wird. Dieser Tag ist auch allen Journalist*innen gewidmet, die in einem direkten Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit bedroht, verfolgt oder sogar getötet werden. Der Welttag steht dieses Jahr unter dem Motto ‚Journalism without fear or favor’. UNESCO-Preisträgerin 2020: Jineth Bedoya Lima aus Kolumbien. 

UNESCO/Guillermo Cano World Press Freedom Prize 2020

Der UNESCO/Guillermo Cano World Press Freedom Prize wird seit 1997 jährlich am Welttag der Pressefreiheit verliehen. Im Gedenken an den am 17. Dezember 1986 vor dem Gebäude seiner Zeitung, El Espectador, in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá ermordeten Journalisten Guillermo Cano Isaza. Der Preis ist mit 25.000 US-Dollar dotiert und wird an Personen vergeben, die oft unter hohem Risiko einen herausragenden Beitrag zur Verteidigung oder Förderung der Pressefreiheit leisten. 

Preisträgerin 2020:  Jineth Bedoya Lima aus Kolumbien

Die kolumbianische Investigativ-Journalistin Jineth Bedoya Lima wurde auf Empfehlung einer unabhängigen internationalen Jury von Medienfachleuten zur Preisträgerin des UNESCO / Guillermo Cano World Press Freedom Prize 2020 ernannt. Jineth Bedoya Lima konzentrierte sich in ihrer Arbeit auf den bewaffneten Konflikt- und Friedensprozess in Kolumbien sowie auf sexuelle Gewalt gegen Frauen. 

Frau Bedoya Lima war selbst Opfer sexueller Gewalt im Jahr 2000, als sie im Zusammenhang mit einer Recherche über den Waffenhandel, den sie für die Tageszeitung El Espectador durchführte, entführt und vergewaltigt wurde. Drei Jahre später, als sie für die Tageszeitung El Tiempo arbeitete, wurde sie von Militanten der ehemaligen Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) entführt.

Jury Begründung 

"Mit der Vergabe des Pressefreiheitspreises an Jineth Bedoya Lima würdigt und unterstützt die Jury ihren herausragenden Mut und ihr unermüdliches Engagement für die Aufdeckung von Fragen, die von grundlegender Bedeutung für die Gesellschaft sind", erklärte Giselle Khoury, Präsidentin der Jury. "Die Jury wollte sich Bedoya Limas energischer Verurteilung der zunehmenden Gewalt gegen Journalistinnen in Lateinamerika und vielen anderen Teilen der Welt und ihren Bemühungen anschließen, diesen alarmierenden globalen Trend umzukehren."

"Der Mut und das Engagement von Jineth Bedoya Lima, die als Frau und als Journalistin doppelt inakzeptablen Risiken ausgesetzt ist, sorgen für tiefen Respekt. Wir brauchen die Arbeit von professionellen und unabhängigen Journalist*innen.", so Audrey Azoulay, Generaldirektorin der UNESCO. "Die gegenwärtige Pandemie unterstreicht die wichtige Rolle, die Journalist*innen spielen, wenn es darum geht, uns allen Zugang zu zuverlässigen, in einigen Fällen wichtigen Informationen in Krisensituationen zu verschaffen", fügte Frau Azoulay hinzu. "Es zeigt auch die vielen Risiken, denen Journalist*innen bei der Ausübung ihres Berufs überall auf der Welt ausgesetzt sind."

In der aktuellen Rangliste zur Lage der Pressefreiheit von „Reporter ohne Grenzen“ liegt Kolumbien auf Platz 130 von 180. 

Die Verleihung des Guillermo Cano-Preises hätte im Rahmen der Feierlichkeiten zum Welttag der Pressefreiheit am 3. Mai in Den Haag stattfinden sollen und wird aufgrund der Covid-19-Krise in den Oktober verlegt.

Reporter ohne Grenzen Österreich äußerte sich im Rahmen der Veröffentlichung der aktuellen Rangliste der Pressefreiheit auch zur Coronakrise, die „wie ein Brandbeschleuniger für autoritäre Tendenzen und repressive Krisenherde“ wirke. „Zahlreiche Länder, die Scores in der Rangliste verloren haben, gehen zur Zeit besonders aggressiv gegen die demokratische Grundordnung vor. Die aktuelle Rangliste der Pressefreiheit zeigt auf, welche Länder und Regierungen bereits vor der Krise bedrohende Regulierungen für die Pressefreiheit forcierten“, so Rubina Möhring, Präsidentin von Reporter ohne Grenzen (RSF) Österreich. 

Christophe Deloire, Generalsekretär von „Reporter ohne Grenzen“ prognostizierte bei der Veröffentlichung des aktuellen Presserankings, dass die nächsten zehn Jahre aufgrund konvergierender Krisen, die die Zukunft des Journalismus betreffen, von entscheidender Bedeutung für die Pressefreiheit sein würden. “Wie werden Informationsfreiheit, Pluralismus und Zuverlässigkeit im Jahr 2030 aussehen? Die Antwort auf diese Frage wird heute festgelegt.

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Mag. Ulrike Sedlmayr
Presse / Öffentlichkeitsarbeit

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