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Bildung

Jeder hat das Recht auf Bildung  

Präsentation des neuen UNESCO-Weltbildungsberichtes in Wien

  • 11. Dezember 2018
  • 9:00 - 11:00h
  • Palais Epstein, Wien

Der aktuelle Weltbildungsbericht unter dem Titel „Migration, Flucht und Bildung: Brücken bauen statt Mauern“ wurde erstmals am 20. November im Auswärtigen Amt in Berlin – in Anwesenheit von UNESCO-Generaldirektorin Audrey Azoulay - vorgestellt. In Österreich wurde der Report am 11. Dezember 2018 im Palais Epstein in Wien präsentiert.

Der UNESCO-Weltbildungsbericht (Global Education Monitoring Report) evaluiert jährlich weltweit die Fortschritte bei der Umsetzung der UNESCO-Bildungsagenda  Bildung 2030. Der Report wird seit 2002 im Auftrag der UNESCO von einem unabhängigen Team verfasst. Jeder Bericht hat neben der globalen Monitoring-Analyse auch einen Bereich zu einem wechselnden Schwerpunktthema. 2016 lautete das Schwerpunktthema beispielsweise Education for people and planet: Creating sustainable futures for all, 2017/18 Accountability in Education.

Die Reports werfen alljährlich die Frage auf, welche Prioritäten im Bildungsbereich gesetzt werden und welche Form der Zusammenarbeit zwischen UNESCO-Bildungsstrategien und den jeweiligen nationalen Bildungsressorts angestrebt werden sollen.

Global Education Monitoring Report 2019
Schwerpunktthema: Migration, Flucht und Bildung: Brücken bauen statt Mauern

Präsentation des Global Education Monitoring Report 2019
Di,  11. Dezember 2018
9:00 Uhr Palais Epstein, 1010 Wien
Präsentation des
Reports: Bilal Barakat, PhD Senior Policy Analyst, UNESCO Paris
Programm und Anmeldung 

Eine Veranstaltung der ÖFSE (Österreichische Forschungsstiftung für Internationale Entwicklung) in Kooperation mit der Österreichischen UNESCO-Kommission. Im Rahmen des Projektes Parlamentarischer NordSüdDialog.

Zu den aktuellsten Themen in der internationalen Bildungsdebatte zählt die Frage, wie der Bildungsbedarf von Flüchtlingen sichergestellt werden kann. Diese Frage ist auch im Sinne des Anspruchs auf inklusive Bildung von zunehmender Bedeutung.  Die neue UNESCO-Bildungsagenda setzt sich explizit die Umsetzung inklusiver Bildung für alle zum Ziel und nimmt Bezug auf Bildungsgerechtigkeit und Bildungsqualität.

Die zentralen Forderungen des UNESCO-Weltbildungsberichts 2019 lauten:

  1.  Schutz des Rechts auf Bildung von Migrant*innen und Geflüchteten
  2.  Einbindung von Migrant*innen und Geflüchteten in nationale
  3.  BildungssystemeBildungsbedürfnisse von Migrant*innen und Geflüchteten verstehen und einplanen
  4.  Migration und Flucht im Unterricht thematisieren, um Vorurteile abzubauen
  5.  Lehrkräfte von Migrant*innen und Geflüchteten auf Diversität vorbereiten
  6.  das Potenzial von Migrant*innen und Geflüchteten nutzen
  7.  Bildung von Migrant*innen und Geflüchteten in der humanitären und Entwicklungshilfe  unterstützen

Der aktuelle Bericht weist darauf hin, dass durch staatliche Restriktionen und fehlende pädagogische Initiativen für Kinder von Flüchtlingen und Migrant*innen das Recht auf eine hochwertige Bildung in einer Vielzahl von Ländern nicht gewährleistet. In einigen Staaten wird auf eine Inklusion in Bildungssysteme sogar vollständig verzichtet.

Über die Hälfte der weltweit geflüchteten Menschen sind unter 18 Jahre alt. Häufig werden in den Aufnahmeländern keine Leistungen wie Sprachkurse angeboten und verhindern somit einen sozio-kulturellen Dialog innerhalb der Aufnahmegesellschaft.

Positiv vermerkt der Bericht, dass beispielsweise 8 der 10 Länder, die die meisten Flüchtlinge aufgenommen haben, deutliche Fortschritte bei der Integration von Flüchtlingen in die nationalen Bildungssysteme gemacht haben, darunter einkommensschwache Länder wie Tschad, Äthiopien und Uganda. Kanada hat den größten Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund unter den sieben reichsten Industrieländern und ermöglicht Kindern ab der zweiten Klasse den Erwerb von Grundkenntnissen über Migration und Migrationserfahrung. Irland, mit dem höchsten Anteil an Eingewanderten der ersten Generation in der Europäischen Union, finanzierte mitten in einer Finanzkrise eine auf Vielfalt und Menschen unterschiedlicher Herkunft ausgerichtete Bildungsstrategie.

Hintergrundinformation

UNESCO-Bildungsagenda
2015 haben die Vereinten Nationen 17 globale Nachhaltigkeitsziele (SDGs) für die gesamte Staatengemeinschaft verabschiedet. Integraler Bestandteil der SDGs ist eine globale Bildungsagenda für die Jahre 2016 bis 2030. Das Bildungsziel SDG 4 innerhalb der nachhaltigen Entwicklungsagenda lautet: "Bis 2030 für alle Menschen inklusive, chancengerechte und hochwertige Bildung sicherstellen sowie Möglichkeiten zum lebenslangen Lernen fördern". Die UNESCO koordiniert die Umsetzung dieses Ziels und ist für das Monitoring verantwortlich.


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Links

Palästinensische Flüchtlingskinder an ihrem ersten Schultag des zweiten Halbjahres an einer UNRWA-Schule in Gaza
© Rushdi Sarraj/UNRWA