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Immaterielles Kulturerbe

Bräuche, Wissen, Handwerkstechniken  
Foto: © UNESCO/James Muriuki

Bodensee-Radhaube in Laméspitze
Traditionelles Handwerk in Vorarlberg, aufgenommen 2010

Die Bodensee-Radhaube zeichnet sich vor allem durch das aus Gold- oder Silberfäden auf beiden Seiten gefertigte Ornament aus. Sie wird auf der Vorder- und Rückseite in gleicher Qualität hergestellt und von TrachtenträgerInnen rund um den Bodensee zu besonderen Anlässen, wie zum Beispiel Tanzvorführungen oder Festen sowie zu Repräsentationszwecken, getragen.

Die Radhaube an sich entwickelte sich aus einfacheren Hauben ohne das heute typische Rad. Die Bodensee-Radhaube wurde in unterschiedlichen Techniken und aus unterschiedlichen Materialien gefertigt. Die aufwändigste und am schwierigsten zu fertigende Haube ist die Radhaube in Laméspitze. Zur Fertigung des kostbaren Ornaments aus Gold- und Silberfäden ist eine besondere Technik erforderlich, da das Ornament ähnlich einer Häckel- oder Klöppelarbeit von beiden Seiten sichtbar sein und von beiden Seiten die gleiche Ausführungsqualität aufweisen muss. Schriftliche Anleitungen oder Aufzeichnungen zur Anfertigung der Hauben liegen nicht vor. Über 200 Jahre wurde die Technik der Herstellung der Bodensee-Radhaube geheim gehalten. Lange gab es in Vorarlberg auch keinen Fachausdruck für die Goldspitze in dieser aufwändigen Technik. Der Begriff Lameéspitze ist eine neuere Wortschöpfung.
Heute gibt es nur mehr wenige HaubenmacherInnen in Österreich, der Schweiz, Italien und Deutschland. Gefertigt und getragen wird die Bodensee-Radhaube in Laméspitze vom Trachtenverein Feldkirch. Es gibt auch noch andere Trachtenvereine mit goldenen Radhauben in Bregenz und Bludenz, in diesen Gruppen werden allerdings keine Hauben (mehr) gefertigt.

Kontakt

Michael Selb
Rosamichlweg 1
6800 Feldkirch
www.members.aon.at/rosamichl/page_1_1.html

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