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Österreichische UNESCO-Kommission

 

UNESCO Talk: Regenerative Kulturarbeit zwischen Krise und Transformation - in Bildern

  • 2. März 2026

Am 2. März 2026 luden die IG Kultur Vorarlberg und die Österreichische UNESCO-Kommission zum UNESCO-Talk „Regenerative Kulturarbeit zwischen Krise und Transformation“ ins Theater am Saumarkt in Feldkirch. Diskutiert wurde darüber, welche Bedeutung Kunst und Kultur in Zeiten tiefgreifender gesellschaftlicher, ökologischer und wirtschaftlicher Veränderungen haben und welchen Beitrag sie für eine lebenswerte Zukunft im Einklang mit der Natur leisten können.

Begrüßungsworte sprachen Bürgermeister Mathias Rädler, Barbara Schöbi-Fink (Vorarlberger Landesrätin u.a. für Kultur, Wissenschaft und Weiterbildung) und Kathrin Kneißel (Leiterin der Abteilung Europäische und internationale Kulturpolitik im Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport).

In zwei Gesprächsrunden gaben die eingeladenen Gäste Einblicke in ihre Arbeit und deren gesellschaftliche sowie ökologische Wirkung. Die Autorin Sarah Kuratle sprach über ihren Roman „Chimäre“, in dem sie sich mit Fragen von Vielfalt, Verbundenheit und dem Zusammenspiel von Mensch, Natur und Gesellschaft beschäftigt und damit ein Bewusstsein für diese Zusammenhänge schaffen möchte. Matthias Merta, Manager des Biosphärenparks Großes Walsertal, beschrieb Regeneration als langfristigen Prozess, der aus dem Zusammenspiel von Gemeinschaft, Natur und Zeit entsteht und besonders in ressourcenarmen Regionen eine zentrale Rolle spielt. Die Musikerin und Klimabotschafterin Lea Brückner stellte das Projekt „Green Mondays“ der Tonhalle Düsseldorf vor und zeigte, wie Kultur gesellschaftliche Themen aufgreifen und sichtbar machen kann, wies jedoch auch darauf hin, dass klassische Kulturangebote bislang nur einen begrenzten Teil der Bevölkerung erreichen. Sabine Benzer, Geschäftsführerin des Theaters am Saumarkt, betonte die doppelte Aufgabe von Kulturinitiativen, offene Räume für Begegnung zu schaffen und sich gleichzeitig faire Arbeitsbedingungen einzusetzen, was angesichts rückläufiger öffentlicher Förderungen zunehmend schwieriger werde. Daniela Koweindl, kulturpolitische Sprecherin der IG Bildende Kunst und Vize-Vorsitzende der ARGE Kulturelle Vielfalt, verwies schließlich auf die prekären Arbeits- und Lebensbedingungen vieler Kulturakteur*innen und warnte davor, dass Kürzungen und strukturelle Veränderungen langfristig auch die Vielfalt im Kunst- und Kulturbereich gefährden könnten. Musiker und Komponist Andreas Paragioudakis inspirierte den ganzen Saal zu einem gemeinsamen Klangerlebnis.

Zentrale Impulse waren:

  • Innezuhalten und bewusst zu reflektieren, statt Leistungs- und Handlungsdruck zu erhöhen,
  • den Einklang mit der Natur zu suchen und zu finden,
  • offene Begegnungsräume und aktives Zuhören als Grundlage für Kooperation zu schaffen,
  • Offenheit für experimentelle Formate zu pflegen,
  • bestehende Strukturen kritisch zu hinterfragen, um Entwicklung und Innovation zu ermöglichen,
  • die Bevölkerung und junge Generationen in kulturelle Entscheidungsprozesse einzubinden,
  • Geschlechtergerechtigkeit und faire Bezahlung zentral zu verankern. 

Die Panelist*innen waren sich einig, dass regenerative Kulturarbeit vor allem Zeit, Räume und strukturelle Rahmenbedingungen braucht und nicht nur Projektförderung. Gefordert wurden stabile Strukturen, neue Kooperationsmodelle und der Mut zu Experimenten, um nachhaltige Transformation langfristig zu verankern.

Der von der IG Kultur Vorarlberg gemeinsam mit der Österreichischen UNESCO-Kommission organisierte Talk fand im Rahmen der Klausurtagung der ARGE Kulturelle Vielfalt statt. 

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