Schlusskommuniqué ARGE Kulturelle Vielfalt 2026 veröffentlicht
Bereits zum 14. Mal tagten die Mitglieder der ARGE Kulturelle Vielfalt der Österreichischen UNESCO-Kommission im Rahmen ihrer Klausur und veröffentlichten eine Stellungnahme mit kulturpolitischem Gewicht.
Ausgehend von den Diskussionen während der 14. Klausurtagung der ARGE Kulturelle Vielfalt im März 2026 in Feldkirch, Vorarlberg formulieren die unterzeichnenden Expert*innen Empfehlungen für die Umsetzung der UNESCO-Konvention zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt Kultureller Ausdrucksformen in Österreich. Einleitend halten sie dort fest:
“Eine demokratische Gesellschaft braucht einen vielfältigen Kunst- und Kultursektor – und dieser braucht stabile Strukturen und verlässliche Finanzierung. Gerade in der Zweiten Republik war der Schutz dieser zentralen europäischen Errungenschaft noch nie so wichtig wie heute. Budgetkürzungen gefährden die Vielfalt kultureller Ausdrucksformen als demokratisches Fundament, während autoritäre Angriffe weiter zunehmen.”
Wie konkret diese Gefährdungen bereits sind, zeigt sich an den Angriffen auf künstlerische Ausdrucksformen, insbesondere im Kontext von Drag-Kunst und queerem Leben. Gleichzeitig verschärfen strukturelle Hürden und Budgetkürzungen die prekäre Lage vieler Kunst- und Kulturakteur*innen und erschweren langfristige Planungsperspektiven massiv. Ferner schwinden öffentliche Diskursräume – nicht zuletzt durch mediale Konzentrationsprozesse und den Rückgang unabhängigen und kritischen Kulturjournalismus.
“Diese Entwicklungen sind kein isoliertes Phänomen, sondern ein besorgniserregendes Signal für Österreich insgesamt. Sie machen deutlich, wie dringend es strategische Bündnisse und Solidarität über die Regionen hinweg braucht.”
Die Mitglieder der ARGE Kulturelle Vielfalt greifen zentrale Themenbereiche auf, um bestehende Herausforderungen und notwendigen Handlungsbedarf für den Schutz kultureller Ausdrucksformen aufzuzeigen. Die thematische Ausrichtung folgt den Vorgaben des Monitoring-System der UNESCO-Konvention:
- soziale und ökonomische Absicherung von Kunst- und Kulturakteur*innen
- budgetäre Situation und Kulturförderungen
- Urheber*innenrechte
- künstlerische Freiheit
- öffentlich-rechtliche Rundfunk (ORF) und freie Medien
- kulturelle Bildung
- Kunst und Kultur im Kontext nachhaltigen (Regional-)Entwicklung
- antidiskriminatorische Kunst- und Kulturpolitik
- globale Asymmetrien in der Internationalisierung des Kunst- und Kultursektors.
Die unterzeichnenden Expert*innen stehen gerne für Gespräche zur Verfügung! Das detaillierte Schlusskommuniqué finden Sie als Download weiter unten.
Zora Bachmann, Dachverband der Filmschaffenden
Elisabeth Bernroitner, D/Arts
Kurt Brazda, EU XXL Film
Yvonne Gimpel, IG Kultur Österreich
Andrea Glauser, mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien
Franz-Otto Hofecker, Institut für Kulturmanagement und Gender Studies, mdw
Harald Huber, Österreichischer Musikrat
Kulturrat Österreich
Daniela Koweindl, IG Bildende Kunst
Ulrike Kuner, IG Freie Theaterarbeit
Maximilian Lehner, Eurozine – Gesellschaft zur Vernetzung von Kulturmedien
Anja Malich, Forum Literaturübersetzen Österreich
Zahra Mani, Austrian Composers Association
Sabine Reiter, mica – music austria
Gerhard Ruiss, IG Autorinnen Autoren
Helga Schwarzwald, Verband Freier Rundfunk Österreich
Die Arbeitsgemeinschaft Kulturelle Vielfalt (ARGE) ist die zentrale Dialogplattform zur aktiven Beteiligung der Zivilgesellschaft am Prozess der Umsetzung der Konvention in Österreich. An der ARGE beteiligen sich Expert*innen, Kunst- und Kulturschaffende und ihre Interessensvertretungen sowie als beobachtende Mitglieder Vertreter*innen des Bundes und der Länder. Die ARGE greift schwerpunktmäßig jene Anliegen auf, die von den Vertreter*innen der Zivilgesellschaft als relevant und erforderlich für die Umsetzung der Konvention angesehen werden. Ferner begleitet die ARGE den Diskussionsprozess auf internationaler Ebene. So konnten etwa von der ARGE eingebrachte Vorschläge zu österreichischen Positionen in enger Kooperation mit den federführenden Ministerien erfolgreich in UNESCO-Verhandlungen eingebracht werden.
Downloads
- Schlusskommuniqué ARGE Kulturelle Vielfalt 392 KB (pdf)