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Querschnittsthemen

 

Wissen um die Lipizzanerzucht – multinationale Einreichung

Das Wissen rund um die Zucht der Lipizzaner ist seit 2016 im Nationalen Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes gelistet. Nun wird eine multinationale Einreichung zur Aufnahme in die internationale Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit vorbereitet.

Lipizzaner sind europaweit die einzige Kulturpferderasse, die seit der Renaissance ungebrochen nach traditioneller Art gezüchtet wird. Dahinter steht ein umfangreiches Wissen um Zucht, Haltung und Ausbildung der Pferde, das seit mehr als 400 Jahren von Generation zu Generation im Wesentlichen mündlich weitergegeben wird.

In Österreich sind die Träger*innen dieses Wissens die Mitarbeiter*innen des Bundesgestüts Piber in der Steiermark,
das seit 1920 Lipizzaner für die Spanische Hofreitschule in Wien züchtet. Im Lipizzanergestüt Piber wird das vierhundertjährige Wissen um die Aufzucht gepflegt, um Pferde für spezifische Leistungen zu züchten, die sie besonders durch die Spanische Hofreitschule in Wien weltberühmt gemacht haben.

Multinationale Einreichung für die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit

Das Wissen um die Lipizzanerzucht wurde 2016 in das Nationale Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Österreich aufgenommen. Jetzt geht es in Kooperation mit Slowenien, Ungarn, Slowakei, Kroatien, Bosnien/Herzegowina, Rumänien und Italien um die Einreichung für die internationale Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit. Die nächste Einreichfrist bei der UNESCO in Paris endet im März 2020. 

Lipizzanerzucht und Klassische Reitkunst als immaterielles Kulturebe
Österreich: Im nationalen Verzeichnis  des immateriellen Kulturerbes
2010: Aufnahme der "Klassischen Reitkunst und hohe Schule der Spanischen Hofreitschule"
2016: Aufnahme des Elements "Das Wissen um die Lipizzanerzucht"

International: Auf der Repräsentativen Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit
Die Klassische Reitkunst und die Hohe Schule der Spanischen Hofreitschule in Wien wurde 2015 international als immaterielles Kulturerbe auf der Repräsentativen Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit gelistet (Österreich ist mit 5 Elementen vertreten).

Aufnahmekriterien und Bewerbungsprozesse - national und international
Auf nationaler Ebene werden Elemente auf Beschluss eines Fachbeirats in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Österreich aufgenommen.
Als zweiten Schritt können einzelne Traditionen aus dem Nationalen Verzeichnis für die internationale Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit nominiert werden, wenn sie die entsprechenden Kriterien erfüllen. Die Elemente auf dieser Liste werden dann als immaterielles Kulturerbe der Menschheit und nicht als Weltkulturerbe bezeichnet.

Begriffsklärung: Weltkulturerbe / Immaterielles Kulturerbe der Menschheit
Auf UNESCO-Ebene wird zwischen Welterbe und immateriellen Kulturerbe unterschieden.  Handelt es sich beim Welterbe um materielle Kultur- und Naturdenkmäler, wie etwa die Pyramiden von Gizeh, die Everglades oder Schloss Schönbrunn, umfasst das immaterielle Kulturerbe der Menschheit u.a. kulturelle Praktiken, wie Bräuche, Rituale und Feste, Erfahrungswissen und traditionelles Handwerk.

Im Lipizzanergestüt Piber in der Steiermark wird das vierhundertjährige Wissen um die besondere Aufzucht von Lipizzanern geschützt und weitergegeben.
© Bundesgestüt Piber
Rückkehr der Lipizzaner von den Bergen ins Gestüt Piber.
© Bundesgestüt Piber