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Querschnittsthemen

 

Resiliart – Kulturelle Vielfalt sichern über die Krise hinaus

Der Kunst- und Kultursektor steht aktuell global vor enormen Herausforderungen. ResiliArt ist eine weltweite Aktion der UNESCO, die die schwerwiegenden Auswirkungen der COVID-19 Pandemie auf Kunst- und Kulturschaffende ins Zentrum rückt. Eine Serie virtueller Diskussionen bietet Raum, akute Probleme anzusprechen und gemeinsam Ideen zu entwickeln, um den Schutz einer Vielfalt kultureller Ausdrucksformen nachhaltig – auch über die Krise hinaus – zu sichern. Ein erster Diskussionstermin findet am 15. April statt.

Veranstaltungsverbote, in Österreich aktuell bis Ende Juni, setzen Kunst- und Kulturschaffende unter enormen Druck. Die entstehenden Einnahmenausfälle und Mehrkosten bedrohen unzählige Arbeitsplätze und die Lebensgrundlage von freischaffenden Künstler*innen und Kulturarbeiter*innen. Während viele bereits vor der Krise unter prekären Bedingungen gearbeitet haben, ist die aktuelle Situation existenzbedrohend.

Die Lockdown-Maßnahmen wirken sich auf die gesamte kulturelle Wertschöpfungskette aus. So verändern sie auch maßgeblich die Distribution von und Teilhabe an Kunst und Kultur, verschieben Aktivitäten in den digitalen Raum und schränken den Zugang zur Vielfalt künstlerischer Ausdrucksformen ein. Denn: für de-privilegierte Gruppen, die bereits vor der Krise von einem ungleichen Zugang zu Technologie betroffen waren, wird aktuell die Möglichkeit, Kunst und Kultur zu erleben, erschwert oder sogar verunmöglicht. Ohne geeignete Maßnahmen droht sich die digitale Kluft noch weiter zu verschärfen.

Hörbar machen: Stimmen aus Kunst und Kultur
Der Kunst- und Kultursektor steht allerdings nicht still. Im Gegenteil, seit Beginn der Krise haben unzählige Künstler*innen und Kulturarbeiter*innen zu Solidarität aufgerufen, Veranstaltungen ins Netz verschoben und so ermöglicht, dass trotz Reisebeschränkungen und Isolation, ein starkes soziales Leben und Zusammenhalt aufrecht erhalten bleibt.

Um ebendiese Stimmen noch stärker hörbar und auf Forderungen aufmerksam zu machen, startet die UNESCO die globale Aktion ResiliArt. Einem ersten Gespräch am 15. April sollen weitere Gespräche in den unterschiedlichsten Regionen folgen. Öffentliche Guidelines zum Format werden zur Verfügung gestellt. So können alle, die Teil der Aktion sein möchten, Talks veranstalten und einen Beitrag zur ResiliArt-Bewegung leisten. Diskutierte Themen, zentrale Fragestellungen und Probleme werden gesammelt und mit den UNESCO-Mitgliedsstaaten und relevanten Entscheidungsträger*innen geteilt.

Im Zentrum der Diskussionen stehen:

  • Einschränkungen/Probleme, denen Kunst- und Kulturschaffende aktuell begegnen
  • Aktuelle und zukünftige finanzielle Auswirkungen auf den Kunst-/Kultursektor bzw. die in ihm Tätigen
  • Maßnahmen von Staaten, internationalen Organisation, dem privaten Sektor
  • Entwicklung von (zukünftigen) kulturpolitischen Leitlinien und Fördermodellen, die adäquat auf Krisensituationen reagieren können
  • Soziale/ökonomische Situation der Kunst-/Kulturschaffenden, insbesondere vor dem Hintergrund, der aktuell enorm hohen Anzahl an gratis zu Verfügung gestelltem Online-Content

Start-Veranstaltung am 15. April: ResiliArt Debate: 14:00 – 16:00

Moderiert durch Ernesto Ottone Ramirez (UNESCO Assistant Director-General für Kultur) und Jean-Michel Jarre (Musiker, Komponist, Produzent) kommen am ersten Panel Angélique Kidjo (Singer-Songwriterin, CISAC Vizepräsidentin), Deeyah Khan (Musikerin, Dokumentarfilmemacherin), Luis Puenzo (Filmemacher, Präsident INCAA), Nina Obuljen-Koržinek (Kulturministerin Kroatien, Geigerin) und Yasmina Khadra (Autorin) zusammen.
In Partnerschaft mit CISAC, International Confederation of Societies of Authors and Composers

Hier geht es zur Diskussion: unesco.org/resiliart-debate

Zahlen weltweit:

  • Die globale Filmindustrie hat bereits einen Einnahmeverlust von 7 Milliarden US-Dollar verzeichnet
  • Musiker*innen in Großbritannien verzeichnen 13.9 Millionen Pfund an Einnahmeverlusten
  •  Lt. einer Hochrechnung von CISAC wirken sich die aktuellen Veranstaltungsverbote auf 30% der Lizenzgebühren für Autor*innen weltweit aus
  • Costa Rica schätzt einen Verlust von 70 Millionen US-Dollar für den Kunst- und Kultursektor

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