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Querschnittsthemen

 

Junge Stimmen für nachhaltige Entwicklung in GenfÖUK-Jugenddelegierte Cäcilia Regner beim 20. Arbeitstreffen des UNECE Steering Committee on ESD

Von 28. bis 30. Mai 2025 nahm Cäcilia Regner als Jugenddelegierte der Österreichischen UNESCO-Kommission und des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft am 20. Arbeitstreffen des Steering Committees für Bildung für nachhaltige Entwicklung der UN-Wirtschaftskommission für Europa (UNECE) in Genf teil. Das Treffen findet einmal jährlich statt. In ihrer Rede vor den Delegierten thematisierte Cäcilia Regner wesentliche Anliegen junger Menschen in Hinblick auf SDG 4.7. Ein Rückblick auf die Veranstaltung.

Das diesjährige Treffen des Steering Committees stand ganz im Zeichen des 20-jährigen Jubiläums der UNECE-Strategie zu Bildung für Nachhaltige Entwicklung. In feierlichem Rahmen wurde auf die bisherigen Errungenschaften zurückgeblickt, aber auch auf drängende Herausforderungen aufmerksam gemacht. Denn klar ist: Die Umsetzung der Ziele für Nachhaltige Entwicklung der UN-Agenda 2030 (Sustainable Development Goals, SDGs) verläuft längst nicht in dem Tempo, das erforderlich wäre – ein Umstand, der besonders junge Menschen beunruhigt, so Cäcilia Regner. Laut dem aktuellen Umsetzungsbericht der UNECE sind in den Mitgliedstaaten nur rund 70 Prozent der Ziele bis 2030 realistisch erreichbar.

Perspektiven junger Menschen im Fokus

In ihrer Rede vor den Delegierten sprach Cäcilia Regner wichtige Anliegen junger Menschen in Österreich an. Besonders betonte sie das Gefühl eines zunehmenden Momentumverlusts bei der Umsetzung der Agenda 2030. Die SDGs, einst als globale Transformationsagenda gefeiert, werden vielerorts nur selektiv verfolgt. Angesichts multipler globaler Krisen – von der Klimakrise über geopolitische Spannungen bis hin zu demokratischen Herausforderungen – gerate langfristiges Denken zunehmend unter Druck. Die Grundidee der Agenda 2030, die gemeinsame Verantwortung über Generationen hinweg, stehe zunehmend infrage.

„Wir bitten nicht um Gefallen – wir fordern unsere Rolle bei der Mitgestaltung der Zukunft ein.“

ÖUK-Jugenddelegierte Cäcilia Regner in ihrer Rede vor den Delegierten der UNECE

Beispiele guter Praxis aus Österreich

Cäcilia Regner präsentierte anschließend eine Reihe positiver Beispiele für Jugendengagement in Österreich. Programme wie das Freiwillige Umweltjahr, die Local Conference of Youth (LCOY) und der Klimarat der Hochschulen zeigen: Junge Menschen bringen sich aktiv in Transformationsprozesse ein und übernehmen Verantwortung für eine nachhaltige Zukunft. Auch die Klimaklage von zwölf Kindern und Jugendlichen in Österreich wurde thematisiert. Obwohl diese keinen Erfolg hatte (die Klage wurde aus formalen Gründen abgewiesen), zeige sie deutlich, dass junge Menschen verstärkt für ihre Rechte einstehen. Zudem versuchen Wettbewerbe wie der Sustainability Award oder die BNE-Auszeichnung, gelungene Initiativen für nachhaltige Entwicklung im Bildungsbereich sichtbar zu machen. In den Jahren 2024/2025 wurde mit der Jugenddelegierten der Österreichischen UNESCO-Kommission erstmals eine Person unter 25 Jahren in die Jury dieser Wettbewerbe berufen.

Strukturelle Jugendbeteiligung stärken

Deutlich wurde aber auch: Es braucht mehr als punktuelle Beiträge. Jugendbeteiligung muss strukturell verankert, ausreichend finanziert und inklusiv gestaltet sein. Cäcilia Regner plädierte daher für neue Ansätze, um junge Menschen auch außerhalb etablierter Jugendvertretungen zu erreichen, etwa durch barrierearme oder barrierefreie Beteiligungsformate und den gezielten Aufbau diverser Jugendnetzwerke.

Internationale Foren als Impulsgeber

Für Cäcilia Regner hat die Teilnahme am diesjährigen Arbeitstreffen des Steering Committees für Bildung für Nachhaltige Entwicklung einmal mehr gezeigt, wie wichtig internationale Dialogformate für Austausch und gemeinsames Lernen sind. Zugleich betonte sie, dass derartige Foren kein Selbstzweck sein dürften, sondern vielmehr konkrete Veränderungen ermöglichen müssen, besonders für die junge Generation.

Hintergrund

Jugenddelegierte der Österreichischen UNESCO-Kommission im Einsatz für SDG 4.7

Die Position der Jugenddelegierten für Bildung für Nachhaltige Entwicklung und Global Citizenship Education wurde im Jahr 2023 im Rahmen einer Kooperation zwischen der Österreichischen UNESCO-Kommission und dem Klimaministerium (BMK), Abteilung V/9 – Nachhaltige Entwicklung und Bewusstseinsbildung, eingerichtet. Ziel ist es, Entwicklungen im Kontext von SDG 4.7 aus Jugendperspektive zu reflektieren und Akteur*innen dabei zu unterstützen, diese Sichtweise bei der Umsetzung besser zu berücksichtigen. Denn Bildung für Nachhaltige Entwicklung und Global Citizenship Education sind zentrale Werkzeuge, um Menschen aller Altersgruppen zu kritischem Denken und verantwortungsvollem Handeln zu befähigen.

Mehr erfahren: Jugenddelegierte der Österreichischen UNESCO-Kommission

Kontakt: youthrep@unesco.at

Jugenddelegierte Cäcilia Regner 2025 bei der UNECE in Genf
© ÖUK