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Querschnittsthemen

 

IFCD-Projekteinblicke: Sprungbrett für afrikanische KünstlerInnen im Musiksektor

Junge afrikanische KünstlerInnen dabei zu unterstützen, im professionellen Musikgeschäft Fuß zu fassen und Praxiserfahrungen zu sammeln, steht im Mittelpunkt des Projekts „Empowering African Youth to harness the potential of the music sector“ des Internationalen Musikrats, finanziert durch den Internationale Fonds für kulturelle Vielfalt der UNESCO (International Fund for Cultural Diversity, IFCD).

Das Projekt des Internationalen Musikrats bietet kurz- und langfristige Praktika für junge Talente im Musikbereich aus acht afrikanischen Staaten. Ziel ist es, der nächsten Generation jene Erfahrungen und Kompetenzen zu vermitteln, die sie für den Einstieg in das professionelle Musikgeschäft benötigen. Über 150 junge Talente erhalten die Möglichkeit, im Rahmen von Praktika mit MusikmangerInnen, Veranstaltungs- und FestivalorganisatorInnen, TontechnikerInnen, Kommunikationsprofis und PR-Fachleuten zusammenzuarbeiten, erste internationale Erfahrungen zu sammeln und ein Netzwerk an Kontakten im Kultursektor aufzubauen. 

Gleichzeitig  will das Projekt, so Charles Houdart, Projektmanager beim Internationalen Musikrat, die Entwicklung einer professionellen und wettbewerbsfähigen afrikanischen Musikwirtschaft unterstützen - einer Musikwirtschaft, die im internationalen Wettbewerb mithalten kann.  

ECKDATEN

  • Was: Impulse für die afrikanische Musikwirtschaft durch Kulturmanagement-Training und Praktika für junge Talente im Musikbereich
  • Wer: Internationaler Musikrat
  • Wo: Côte d'Ivoire, Demokratische Republik Kongo, Kamerun, Kenia, Kongo, Malawi, Mozambique und Tansania
  • Warum: Um die afrikanische Jugend dabei zu unterstützen, das Potential der Musikwirtschaft für sich zu nutzen
  • Förderhöhe: 98.756 US-Dollar durch den Internationalen Fonds für kulturelle Vielfalt der UNESCO

Im Gespräch mit der UNESCO erläutert Houdart  anhand zwei konkreter Beispiele, wie junge Menschen ihr Praktikum zum Start ihrer Karriere in der Kultur- und Kreativwirtschaft nutzen konnten: "Laada Diana Ouedraogo, die 2015 ein zweimonatiges Praktikum bei dem Afrikanischen Musikmarkt 'Le Kolatiert' absolvierte, arbeitet heute als Koordinatorin bei 'Ouaga Film Lab', einem Laboratorium für Filmentwicklung und Koproduktionen, das die Wettbewerbsfähigkeit afrikanischer RegisseurInnen und ProduzentInnen stärken will und den Zugang zu lokalen Fördermitteln und internationalen Ko-Produktionen erleichtert. Gemeinsam mit ihren Kollegen organisierte sie die erste Ausgabe des Ouaga Film Labs von 19.-24. September 2016. Eine weitere junge Frau, Elita-Flora Gatanga, die ebenfalls für zwei Monate bei Koaltier tätig war, arbeitet heute als Musikmanagerin und unterstützt MusikerInnen beim Aufbau ihrer Karriere in der Demokratischen Republik Kongo.


Der Internationale Fonds für kulturelle Vielfalt

Der Internationale Fonds für kulturelle Vielfalt (International Fund for Cultural Diversity, IFCD) wurde mit Artikel 18 der "UNESCO-Konvention über den Schutz und die Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen" eingerichtet, um Länder des Globalen Südens bei der Umsetzung der Konvention zu unterstützten. Er unterstützt Projekte und strukturelle Vorhaben, die auf die (Weiter-)Entwicklung kulturpolitischer Strategien, Programme und Maßnahmen in Ländern des Globalen Südens abzielen. Ziel ist die Förderung tragfähiger regionaler und lokaler Kulturmärkte durch Stärkung der lokalen Kunst- und Kulturszene.


Quellen: UNESCO-Projektdatenbank zum Fonds: Empowering African Youth to harness the  potential of the music sector; UNESCO 2016:  IFCD Brochure Nr. 5 "Towards 2030: creativity matters for sustainable development" 

© Ema Woo