Das war die Veranstaltung „TikTok, KI und Demokratie – Deine Entscheidungen im Netz“
Rund 40 Schüler*innen kamen für einen Halbtag in der „Blumenfabrik“ in Wien zusammen, um sich in Workshops mit den Mechanismen digitaler Plattformen auseinanderzusetzen, das eigene Onlineverhalten kritisch zu hinterfragen und Handlungsoptionen für einen selbstbestimmten Umgang mit Informationen zu diskutieren. Eingeladen zur Veranstaltung „TikTok, KI und Demokratie – Deine Entscheidungen im Netz“ hatte die Österreichische UNESCO-Kommission.
Immer mehr junge Menschen beziehen ihre Informationen aus sozialen Netzwerken. Laut dem Jugend-Internet-Monitor (Saferinternet.at, 2025) verwendet eine große Anzahl der Befragten Plattformen wie TikTok und Instagram täglich. Doch laut einer PISA-Studie sind in Österreich nur 44 Prozent der 15-Jährigen in der Lage, die Qualität von Online-Informationen richtig zu beurteilen, so die APA – im OECD-Schnitt sind es über 50 Prozent. Jede*r dritte Schüler*in teilt Informationen ohne vorherige Prüfung ihres Wahrheitsgehalts in sozialen Medien.
Die UNESCO unterstützt die Entwicklung von Medien- und Informationskompetenz sowie digitalen Kompetenzen, um den kritischen Umgang mit Informationen zu fördern und Vertrauen in das Informationsökosystem und in digitale Technologien zu stärken. So hat die Organisation 2021 beispielsweise einen umfassenden Medien- und Informationskompetenz-Rahmen mit dem Titel „Think Critically, Click Wisely! Media and Information Literate Citizens“ veröffentlicht.
Kritisches Denken und selbstbestimmtes Handeln im Onlineraum
Wie formen digitale Plattformen unsere Wahrnehmung von gesellschaftlichen und politischen Themen? Welche ethischen Dilemmata begegnen uns online – und welche Handlungsoptionen stehen uns zur Verfügung? Welche Rolle spielt Künstliche Intelligenz bei der Verbreitung von Informationen (und Desinformation)? Wie können wir Quellen auf Social Media kritisch prüfen und Desinformation wirksam entlarven? Was bedeutet digitale Verantwortung – und wie kann ich mich online für Demokratie und Respekt einsetzen? – Das waren einige der Schlüsselfragen, die im Rahmen der Veranstaltung „TikTok, KI und Demokratie – Deine Entscheidungen im Netz“ am 25. November diskutiert wurden.
Jakob Mohl, Youth Representative der Österreichischen UNESCO-Kommission, eröffnete die Veranstaltung mit einer Keynote, die den Bogen vom eigenen Onlineverhalten zu Herausforderungen für die Demokratie und das Vertrauen in Qualitätsmedien spannte.
In vier interaktiven Workshops diskutierten Expert*innen aus Forschung, Journalismus und Jugendarbeit gemeinsam mit den Schüler*innen Fragen rund um den Einfluss von Algorithmen und KI, die Macht großer Technologieunternehmen sowie eigene Handlungsspielräume im Netz – speziell auf Social-Media-Plattformen. Abschließend besprachen die Schüler*innen die Ergebnisse der Workshops im Rahmen eines Gallery Walks. Einig waren sich alle darin, dass man kritisches Denken und das Bewusstsein für den Einfluss eigener Entscheidungen im Netz fördern müsse, um sich selbstbestimmt im Onlineraum bewegen zu können.
Die Workshops wurden von wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen des Instituts für Vergleichende Medien- und Kommunikationsforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften/Universität Klagenfurt, der freien Journalistin Anastasia Lopez sowie den Organisationen Logo Jugendmanagement & beteiligung.st realisiert.
Die Veranstaltung wurde mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung umgesetzt.