Rückblick auf das UNESCO Youth Forum 2025 in Samarkand
Von 26.–28. Oktober 2025 fand in Samarkand, Usbekistan, das 14. UNESCO Youth Forum statt. Als Jugenddelegierte der Österreichischen UNESCO-Kommission nahm Cäcilia Regner gemeinsam mit rund 150 jungen Menschen aus über 130 Ländern an diesem globalen Austausch teil. Die diesjährige Ausgabe des Forums stand unter dem Motto: „Climate Action and Social Impacts, particularly for Young People.“ Ein Nachbericht von Cäcilia Regner.
Ein Forum, das jungen Stimmen Gehör verschafft
Seit über 20 Jahren ist das UNESCO Youth Forum eine zentrale Plattform, über die junge Menschen ihre Perspektiven direkt in die Arbeit der UNESCO einbringen können. Bereits im Vorfeld hatten wir, die Delegierten, in mehreren digitalen Konsultationen an den Entwürfen für den Call to Action, sowie den globalen und regionalen Empfehlungen gearbeitet. In Samarkand wurden diese Dokumente dann fertiggestellt – mit dem gemeinsamen Ziel, konkrete Impulse für Klimabildung, Jugendbeteiligung, Schutz kulturellen Erbes, Überbrückung der digitalen Kluft und weitere wesentliche Themen zu setzen.
Vor Ort zeigte sich jedoch schnell, dass der ursprüngliche Zeitplan nicht ausreichte, um die Inhalte mit allen Regionen wirklich sorgfältig abzustimmen. Viele junge Menschen – einige davon zum ersten Mal auf einem internationalen Forum – mussten ihre Perspektiven sehr komprimiert einbringen. In meiner Intervention habe ich deshalb betont, wie wichtig es ist, dass alle Stimmen gehört werden und dass die Arbeitsprozesse inklusiver gestaltet werden müssen. Daraufhin wurde der Ablauf kurzfristig angepasst, sodass wir zusätzliche Zeit zur gemeinsamen Finalisierung bekamen. Diese Änderung war essenziell – dadurch konnten wir tatsächlich ein konsensuales Dokument erarbeiten. Die Ergebnisse sind hier nachzulesen: Link zu den Empfehlungen des 14. UNESCO Youth Forum
Was bleibt?
Die Inhalte des Youth Forums wurden auf der 43. Generalkonferenz der UNESCO von 30. Oktober bis 13. November 2025 den Mitgliedstaaten in allen Programmkommissionen präsentiert und diskutiert. Darüber hinaus sollen mehrere von jungen Menschen entwickelte Projekte finanziert und umgesetzt werden.
Für mich war es besonders wichtig, die Bedeutung echter Jugendpartizipation sichtbar zu machen. Die Erfahrung in Samarkand hat erneut gezeigt, dass junge Menschen über wertvolle Expertise verfügen, dass internationale Prozesse sie strukturell einbinden müssen und dass Zeit und Raum für Austausch keine Formalität sind, sondern eine grundlegende Voraussetzung für demokratische und repräsentative Ergebnisse.
Das 14. UNESCO Youth Forum war ein intensives und vielfältiges Treffen, das deutlich gemacht hat, wie viel Energie und Innovationskraft junge Menschen weltweit in die Bewältigung der Klimakrise investieren, und wie groß das Potenzial wird, wenn wir nicht nur gehört, sondern tatsächlich beteiligt werden. Ich bin dankbar, dass ich bei diesem Prozess teilnehmen konnte, und freue mich darauf, wenn die Ergebnisse weitergetragen werden.
Hintergrund
Die UNESCO räumt der Jugend einen besonderen Status ein – als sogenannte „prioritäre Gruppe” werden junge Menschen als wichtige Partner*innen und Wissensträger*innen betrachtet und auf Programmebene einbezogen. Im Sinne des Mottos “with, by and for youth” unterstützt die UNESCO darüber hinaus Jugendprojekte und -organisationen auf der ganzen Welt. Seit 1999 bietet das UNESCO-Jugendforum Jugendlichen und jungen Erwachsenen alle zwei Jahre den Raum für den Austausch untereinander und mit der UNESCO. Im Rahmen des Forums haben junge Menschen die Möglichkeit, sich an Diskussionen und Debatten zu beteiligen und Vorschläge für Maßnahmen zu erarbeiten, die ihren Bedürfnissen und Anliegen entsprechen. Diese werden anschließend den Vertreter*innen der Mitgliedstaaten im Rahmen der Generalkonferenz der UNESCO präsentiert. Die Österreichische UNESCO-Kommission setzt sich ebenfalls für Jugendpartizipation ein. Hierzu wurden unter anderem ein Expert*innenbeirat eingerichtet und die Position der Youth Representatives geschaffen.