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Querschnittsthemen

 

10 Jahre, 8 Millionen USD, 114 Projekte – Der Internationale Fonds für Kulturelle Vielfalt feiert 10-jähriges Jubiläum

Existierende Ungleichheiten zwischen dem sogenannten Globalen Norden und dem Globalen Süden wurden durch die COVID-19 Pandemie verstärkt und wirken sich auch auf den internationalen Kulturaustausch aus. Ziel der 2005er Konvention über den Schutz und die Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen ist es, diesen Asymmetrien entgegenzuwirken und einen fairen Kulturaustausch zwischen Akteur*innen, unabhängig ihrer Herkunft, zu ermöglichen. Der Internationale Fonds für Kulturelle Vielfalt unterstützt, mit Beteiligung Österreichs, seit nunmehr 10 Jahren den Kultur- und Kreativwirtschaftssektor im Globalen Süden. Im Jahr 2020 wurden 9 Projekte realisiert.

Acht Millionen USD wurden an insgesamt 114 Projekte in den letzten zehn Jahren durch den Internationalen Fonds für Kulturelle Vielfalt (IFCD) vergeben. Die ausgewählten Projekte sind nicht nur innovativ, sondern fördern eine nachhaltige kulturelle Entwicklung in den Ländern des Globalen Südens. Durch die Förderung von Projekten, welche den Kinobetrieb in ländliche Gegenden Senegals gebracht oder zur Stärkung des Musikwirtschaftssektors in Tajikistan beigetragen haben, unterstützt der Fonds eine nachhaltige Entwicklung des Kultur- und Kreativwirtschaftssektors in den Ländern des Globalen Südens. So gelingt es der internationalen Gemeinschaft dem Ziel der 2005er Konvention nachzukommen und einen ausgewogenen, globalen Kulturaustausch zu ermöglichen.

Ein komplexes Einreichverfahren, bei geringer Erfolgsquote, sind dringende Herausforderungen, die u.a. im Rahmen der 14. Sitzung des Zwischenstaatlichen Komitees 2021 weiter verhandelt werden. Österreich beteiligt sich bereits seit 2015 mit EUR 20.000 pro Jahr und ermutigt auch andere Staaten, ihrer Verpflichtung der Vorzugsbehandlung nachzukommen und einen Beitrag zum IFCD zu leisten. 

Wer kann Projekte einreichen?

Antragsberechtigt sind ausschließlich Projekte und Initiativen von internationalen Nichtregierungsorganisationen (INGOs) sowie staatlichen und nicht-staatlichen Organisationen (NGOs) aus Ländern des Globalen Südens, die die Konvention ratifiziert haben.

Wer wählt die Projekte aus?

Ein Expert*innengremium trifft eine Vorauswahl der eingereichten Projekte und gibt eine Empfehlung an das Zwischenstaatliche Komitee weiter. Österreich ist aktuell Teil dieses Zwischenstaatlichen Komitees und trifft mit 23 weiteren Ländern die finale Entscheidung über die Auswahl der Projekte.

Woraus besteht der Fonds?

Die Vertragsparteien zahlen freiwillig in den Internationalen Fonds ein, Österreich beteiligt sich seit 2015 und konnte bereits 100.000 Euro in den Topf einzahlen. Die Freiwilligkeit der Beiträge

9 Länder – 9 Projekte

Welche Projekte wurden nun 2020 für eine Unterstützung aus dem Fonds ausgewählt? Die Österreichische UNESCO-Kommission stellt vor:

© unesco.org

Ecuador: Fostering cultural entrepreneurship in Cuenca

Ziel des Projekts ist der Aufbau eines Netzwerks öffentlicher und privater Institutionen, um den Marktzugang, den Zugang zu Ausbildungen und Finanzmittel für lokale Kulturinstitutionen zu fördern. Darum wurde eine Webseite zur Förderung des kulturellen Unternehmertums entwickelt, dass mithilfe eines integrierten Nachrichtenportals und eines digitalen Portfolios aller teilnehmenden Unternehmen und Schulungsmaterialien die Beteiligung bisher ausgeschlossener Regionen und sozialer Gruppen an der Produktion und Verbreitung von Kulturgütern und Dienstleistungen gewährleisten soll.

  • Website zur Förderung des Kulturunternehmertums
  • Digitales Portfolio und Schulungsmaterialien
  • Beteiligung bisher ausgeschlossener Regionen und Gruppen fördern
© unesco.org

Mosambik: Enhancing networks, knowledge and exchange among creative agents in Mozambique

Drei Schlüsselworte sind zentral: Netzwerk-Wissen-Austausch. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung einer Online-Plattform mit Informationen zu Kreativwirtschaft sowie die Veröffentlichung eines digitalen Toolkits, das es leichter machen soll, staatliche Unterstützungen zu erhalten. Durch die Förderung der Mobilität von Kunst- und Kulturschaffenden soll lokales künstlerisches Schaffen und dessen Sichtbarkeit gefördert werden und so auch Zugang zu neuen Märkten ermöglicht werden.

  • Online Plattform mit relevanten Informationen
  • Digitales Toolkit für staatliche Förderungen
  • Förderung der Mobilität von Kunst- und Kulturschaffenden
© unesco.org

Südafrika: Revenue streams for African musicians

Das Ziel der einzelnen Projektlinien ist die Stärkung der südafrikanischen Musikindustrie. Einerseits geht es um die Erhebung der derzeitigen Situation, andererseits soll ein Online-Tool mit Informationen aus dem Musiksektor sowie eine Plattform zur Identifizierung potenzieller Partner*innen und Dienstleister*innen geschaffen werden. Diese Aktivitäten zum Kapazitätsaufbau fördern das Einrichten neuer Ertragsmodelle in Südafrika, die besondere Rücksicht auf das digitale Umfeld nehmen.

  • Online-Tool mit relevanten Informationen
  • Plattform mit Partner*innen und Dienstleister*innen
  • Förderung von Capacity Building
© unesco.org

Äthiopien: Strengthening capacities within the dance sector in Ethiopia

Der Fokus liegt bei diesem Projekt auf dem Tanzsektor und fördert die Zugänglichkeit, Sichtbarmachung und Wertschätzung der Tänzer*innen Äthiopiens. Workshops und Trainings werden angeboten, um speziell Frauen als Tänzerinnen zu unterstützen. Ein Dialog zwischen Tänzer*innen und den zuständigen nationalen Behörden soll geschaffen werden, um über Reformen in der Kulturpolitik und Fragen der Gleichstellung der Geschlechter in diesem Bereich anzusprechen.

  • Workshops und Trainings
  • Fokus auf Frauen im Tanzsektor
  • Dialog zwischen Akteur*innen und nationalen Behörden fördern
© unesco.org

Mexiko: Promoting the creative economy in the state of Yucatan

Das Projekt wurde entwickelt, um die wirtschaftliche Bedeutung kultureller Güter und Dienstleistungen im Bundesstaat Yucatan aufzuzeigen. Workshops dienen der Sensibilisierung und Sichtbarmachung des Potenzials der Kreativwirtschaft und der Kulturbetriebe und sollen den Austausch mit lokalen Vertreter*innen der Regierung verbessern. Es trägt dazu bei, nachhaltiges Schaffen in Kunst- und Kulturbetriebe in Mexiko zu stärken, Förderungen für Kleinunternehmen zu ermöglichen und in Zusammenhang mit der Entwicklung eines Business Plans die Wettbewerbsfähigkeit sowie den Marktzugang zu verbessern.

  • Statusbericht der wirtschaftlichen Bedeutung kultureller Güter und Dienstleistungen erstellt
  • Workshops
  • Sichtbarmachung des Potenzials der Kreativwirtschaft und der Kulturbetriebe
© unesco.org

Georgien: Creative Twist – Boosting the cultural and creative industries in Georgia

Bei dem Projekt werden in einem ersten Schritt die soziale und wirtschaftliche Bedeutung der Kultur- und Kreativwirtschaft messbar gemacht, um im Anschluss neue politische Richtlinien zu erarbeiten. Im Weiteren wird versucht, Bewusstsein für das Potenzial der Betriebssparte zu schaffen, indem eine Kampagne gestartet wird. Ein Zwei-Jahres-Plan basiert auf mittelfristigen Strategien und schließt spezifische Maßnahmen zur Förderung der Kreativwirtschaft mit ein. Während des gesamten Projekts werden Konsultationen mit der Zivilgesellschaft organisiert, um eine evidenzbasierte Politik zu entwickeln, die auf die Bedürfnisse der Menschen eingeht.

  • Zwei-Jahres-Plan zur Förderung der Kreativwirtschaft
  • Enge Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft
  • Bewusstsein für das Potenzial des Kultur- und Kreativsektors schaffen
© unesco.org

Türkei: Empowering Turkey's cultural professionals

Es sollen Programme entwickelt werden, die den Dialog und Austausch zwischen Kunst- und Kulturschaffenden, lokalen Behörden und der Zivilgesellschaft fördern, um über Richtlinien, Kulturmanagement, Kommunikation und Partizipationsmechanismen zu diskutieren. Damit wird die Zivilgesellschaft Entscheidungsprozesse einbezogen und die Entwicklung einer nachhaltigen Kulturpolitik sichergestellt. Über eine Online-Plattform wird über Programme informiert und diese soll zusätzlich der Vernetzung verschiedener Akteur*innen dienen.

  • Nachhaltige Kulturpolitik ermöglichen
  • Online-Plattform für Informationen und Vernetzungsmöglichkeiten
  • Dialog und Austausch zwischen Zivilgesellschaft und Behörden
© unesco.org

Vietnam: Strengthening intellectual property enforcement in Viet Nam

Im Mittelpunkt steht die Debatte um Geistiges Eigentum. Das Projekt wurde unter Beteiligung öffentlicher Einrichtungen konzipiert und durchgeführt, die an der Verwaltung und Durchsetzung von Rechten des geistigen Eigentums in Vietnam beteiligt sind, wie z. B. die Urheber*innenrechtsabteilung und ihre Provinzverbände. Ein Leitfaden mit den grundlegenden Informationen zum Thema Geistiges Eigentum wurde speziell für Kunst- und Kulturschaffende konzipiert. Dieser wird Akteur*innen durch Workshops eingehender vermittelt, um ein besseres Verständnis der Anwendung und Bedeutung von Geistigem Eigentum und den betreffenden Regulierungen im Kultur- und Kreativsektor zu gewährleisten.

  • Leitfaden zum Thema Geistiges Eigentum
  • Workshops für Kunst- und Kulturschaffende
© unesco.org

Argentinien: Empowering youth from disadvantaged areas of Buenos Aires through music

Die Verbreitung und Förderung von Musik junger Menschen aus benachteiligten Gebieten in Buenos Aires steht im Mittelpunkt des Projekts. Dies wird ermöglicht durch die Organisation von Trainings in den Bereichen Musikmanagement, Kommunikation, Aufnahme, Ton, Licht, Fotografie und Video im Fokus sowie  Zugang zu Aufnahmestudios. Die aufgenommenen Musikstücke werden im Anschluss über soziale Netzwerke, durch die Presse sowie durch die Organisation von Konzerten einer renommierten Künstler*innenschaft präsentiert.

  • Produktion und Verbreitung von Musikstücken junger Musiker*innen
  • Fokus auf benachteiligte Regionen in Buenos Aires
  • Organisation von Trainings in verschiedenen Bereichen der Musikproduktion

Alle vom IFCD unterstützten Projekte finden Sie hier: 9 Projekte

© unesco.org