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Presse

der Österreichischen UNESCO-Kommission  
Foto: © Colourbox.de / Eduardo

UNESCO-Auszeichnung für den Biosphärenpark 'Unteres Murtal'

29.09.2020

Im Juni 2019 hat die UNESCO die Region „Unteres Murtal“ offiziell zum Biosphärenpark erklärt. Mit der Aufnahme in das aus aktuell 701 Modellregionen in 124 Staaten bestehende Weltnetzwerk der UNESCO-Biosphärenparks wurde nicht nur ein wichtiger Beitrag für den Naturschutz gesetzt, sondern gleichzeitig eine großartige Chance für die Bevölkerung der gesamten Region geschaffen. Der Biosphärenpark wird heute im Rahmen einer feierlichen Urkundenübergabe im steirischen Bad Radkersburg von der UNESCO ausgezeichnet.

In einem feierlichen Festakt überreicht heute Dr. Miguel Clüsener-Godt, der Direktor der Abteilung für Ökologische und Erdwissenschaften der UNESCO und Sekretär des Forschungsprogramms "Der Mensch und die Biosphäre", die UNESCO-Urkunde an die Bürgermeister der vier Biosphärenpark-Gemeinden Bad Radkersburg, Halbenrain, Mureck und Murfeld. Die Urkundenübergabe findet im Congresszentrum Zehnerhaus Bad Radkersburg statt. Dr. Miguel Clüsener-Godt gratuliert dem Land Steiermark und dem Österreichischen MAB-Nationalkomitee an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften zur Einrichtung dieses Biosphärenparks. „Österreich bekommt nicht nur einen vierten Biosphärenpark, sondern trägt auch das letzte Puzzleteil für den weltweit ersten, aus fünf Staaten (Slowenien, Kroatien, Ungarn, Serbien, Österreich) bestehenden Biosphärenpark im Mur-Drau-Donau-Korridor bei.“, so betont er.

Diese UNESCO-Urkunde macht die Anerkennung des Biosphärenparks „Unteres Murtal“ nun offiziell. Dazu gratuliere ich dem Land Steiermark, der Region Südoststeiermark und insbesondere den Gemeinden Bad Radkersburg, Halbenrain, Mureck und Murfeld. Mein Dank gilt auch dem WWF Österreich für die Initiative und die jahrelangen Vorarbeiten, die dieses wichtige und schöne Ergebnis für Österreich nun ermöglicht haben. UNESCO-Biosphärenparks zeigen auf beispielhafte Weise das Zusammenleben von Mensch und Natur, in denen nachhaltige Entwicklung gelebt wird. Es sind Modellregionen, die veranschaulichen, wie Biodiversität und Artenvielfalt bewahrt und mit sozialer und wirtschaftlicher Entwicklung vereinbart werden kann.“, so Sabine Haag, Präsidentin der Österreichischen UNESCO-Kommission.

Arne Arnberger, Vorsitzender des MAB-Nationalkomitees und Günter Köck, Generalsekretär des MAB-Nationalkomitees an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften sind überzeugt,dass die Region „Unteres Murtal“ einen wichtigen Beitrag zum Weltbiosphärenpark-Netzwerk der UNESCO leisten wird. Dass mit der Anerkennung des österreichischen Biosphärenparks auch der Start für die Einrichtung des 5-Länder-Biosphärenparks „Mur-Drau-Donau“ eingeläutet wurde, freut uns ganz besonders. Die lokale Bevölkerung wird von der internationalen Zusammenarbeit mit den Biosphärenpark-Partnern aus Slowenien, Ungarn, Kroatien und Serbien sicherlich nachhaltig profitieren.“

„Mit der Errichtung des steirischen UNESCO-Biosphärenparks „Unteres Murtal“ setzen die Gemeinden der Region zwischen Spielfeld und Bad Radkersburg ein starkes Signal für einen gesunden und nachhaltigen Lebensraum. Der bereits 4. Biosphärenpark in Österreich wird den Tourismus weiter ankurbeln, die lokale Wirtschaft und deren Produkte fördern, Erholungsräume in der Flusslandschaft der Mur und besseren Schutz vor Hochwasser schaffen.“, betont Elisabeth Köstinger, Bundesministerin für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus.

 „Der WWF freut sich über diesen bedeutenden Naturschutzerfolg und gratuliert herzlich. Die internationale Auszeichnung ist ein Meilenstein in der Entstehung des ersten 5-Länder-Biosphärenparks der Welt. Das Untere Murtal ist ein zentraler Teil dieses eine Million Hektar großen Schutzgebiets am ’Amazonas Europas‘, das im kommenden Jahr anerkannt werden soll“, so Andrea Johanides, Geschäftsführerin des WWF Österreich.

UNESCO-Forschungsprogramm „Der Mensch und die Biosphäre“
Das UNESCO-Programm "Der Mensch und die Biosphäre" (MAB), das die Biosphärenreservate anerkennt, wurde 1970 gegründet. Biosphärenreservate stehen für einen Paradigmenwechsel: Es ist das erste zwischenstaatliche Programm, das der Erforschung der Mensch-Umweltbeziehungen diente und über Fragen des reinen Umweltschutzes hinaus auch die Vereinbarkeit von Ökologie, Ökonomie und Sozialem untersuchte. Kern des Programms ist das globale Netzwerk der UNESCO-Biosphärenparks -  Modellregionen, die es sich zur Aufgabe machen, Naturschutz, Erhaltung der biologischen Diversität und Regionalentwicklung in Einklang zu bringen.

UNESCO-Biosphärenreservate
Die UNESCO-Biosphärenparks bzw. -reservate sind Modellregionen und Lernorte für nachhaltige Entwicklung. Biosphärenparks verfolgen verschiedene Ziele und Aufgaben:
Sie fördern Naturschutz, Forschung und Bildung für nachhaltige Entwicklung und nachhaltige Wirtschaftsformen. Wichtige Ziele sind auch internationale Kooperationen, Wissenstransfer und die Gründung grenzüberschreitender Reservate.

UNESCO-Biosphärenparks sind Vorreiter- und Modellregionen in der Umsetzung der 2015 von den Vereinten Nationen verabschiedeten „Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ mit dem Kerninhalt der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs - Sustainable Development Goals).

Aktuell umfasst das weltweite Netz von UNESCO-Biosphärenparks 701 Regionen in 124 Staaten (darunter 21 grenzüberschreitende Regionen), mit einer Gesamtfläche von knapp 10 Millionen Quadratkilometern - das sind etwa 2 Prozent der Erdoberfläche.

In Österreich sind vier Biosphärenparks von der UNESCO anerkannt:
Das Große Walsertal (2000), der Wienerwald (2005), der Salzburger Lungau und die Kärntner Nockberge (2012) und der Biosphärenpark Unteres Murtal (2019).

Links

Seit 19. Juni 2019 hat Österreich einen vierten UNESCO-Biosphärenpark: Das 'Untere Murtal' in der Steiermark
© TV Region Bad Radkersburg, pixelmaker.at
Die Flusslandschaft der Mur in der Steiermark umfasst 13.000 Hektar. Der Bioshärenpark ist ein großer Gewinn für Natur und Mensch: Die natürliche Flussdynamik schafft u.a. ständig neue Lebensräume für unzählige bedrohte Tier- und Pflanzenarten.
© TV Region Bad Radkersburg, pixelmaker.at
Die Aufnahme des 'Unteren Murtals' als Biosphärenpark ist Grundlage für die geplante 5-Länder-Einreichung „Biosphärenpark Mur-Drau-Donau“ von Österreich mit Slowenien, Kroatien, Ungarn und Serbien.
© G. Safarek, WWF
Miguel Clüsener-Godt überreichte die Urkunden an Bad Radkersburgs Bürgermeister Karl Lautner
© Schleich / Bad Radkersburg
Miguel Clüsener-Godt mit Anton Vukan, Heinrich Schmidlechner, Karl Lautner, Dietmar Tschiggerl und Werner Grassl (v.l.).
© Schleich / Bad Radkersburg

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