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Presse

der Österreichischen UNESCO-Kommission  
Foto: © Colourbox.de / Eduardo

ARGE Kulturelle Vielfalt: „Budgetkürzungen gefährden die Vielfalt kultureller Ausdrucksformen als demokratisches Fundament“

08.06.2026

Mitglieder der ARGE Kulturelle Vielfalt warnen vor den Folgen struktureller Hürden und Budgetkürzungen: „Eine demokratische Gesellschaft braucht einen vielfältigen Kunst- und Kultursektor – und dieser braucht stabile Strukturen und verlässliche Finanzierung“, so die Expert*innen. Und weiter: „Budgetkürzungen gefährden die Vielfalt kultureller Ausdrucksformen als demokratisches Fundament, während autoritäre Angriffe weiter zunehmen.“ Die ARGE Kulturelle Vielfalt an der Österreichischen UNESCO-Kommission präsentiert mit dem Schlusskommuniqué 2026 ihr kulturpolitisches Resümee. 

Die Expert*innen sind sich einig:

  • Wie konkret diese Gefährdungen bereits sind, zeigt sich an den Angriffen auf künstlerische Ausdrucksformen, insbesondere im Kontext von Drag-Kunst und queerem Leben. Wer diese Ausdrucksformen delegitimiert, stellt letztlich die künstlerische Freiheit insgesamt infrage. 
  • Die Streichung der Zuverdienstmöglichkeit zum Arbeitslosengeld seit 1.1.2026 steht dem Regierungsvorhaben, die soziale Absicherung in Kunst und Kultur zu verbessern und dabei die besonderen Erwerbsrealitäten zu berücksichtigen, ebenso diametral gegenüber wie aktuell angekündigte weitere Eingriffe in die Systeme sozialer Absicherung im Zuge der nächsten Sparmaßnahmen. Eine Kulturpolitik, die Vielfalt sichern will, muss soziale Absicherung konsequent mitdenken. Umso wichtiger ist, dass die Dialogprozesse der interministeriellen Arbeitsgruppe Soziales und Fairness zu konkreten, umsetzbaren Verbesserungen führen. 
  • Durch die massiven Kürzungen in der Filmförderung und durch die Streichung von ÖFI+, als eine wichtige Säule der heimischen Filmwirtschaft, steuern wir auf eine Situation zu, die auf längere Zeit deutlich weniger heimische Kinofilme und internationale (Co)Produktionenhervorbringen wird. Die Realisierung der im Regierungsprogramm verankerten fairen Beteiligung der Streamingdienste in Form einer Levy und Investment Obligation ist daher unumgänglich.

Die ARGE Kulturelle Vielfalt appelliert daher in ihrem Schlusskommuniqué an Bund, Länder und Gemeinden, das zentrale Versprechen der UNESCO-Konvention umzusetzen: „Öffentliche Finanzierung von Kunst und Kultur ist kein optionales Instrument, sondern eine Verpflichtung staatlichen Handelns.“

Das gesamte Dokument finden Sie auf www.unesco.at

Klausurtagung 2026

Das Schlusskommuniqué ist Ergebnis der Klausurtagung der ARGE Kulturelle Vielfalt im März 2026 in Feldkirch, Vorarlberg, in der sich Vertreter*innen des Sektors auf Einladung der Österreichischen UNESCO-Kommission mit zentralen Herausforderungen zeitgenössischer Kunst- und Kulturpolitik auseinandersetzten. Im Mittelpunkt stand dabei die Umsetzung des UNESCO-Übereinkommens zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen in Österreich. Dieser völkerrechtliche Vertrag verpflichtet Staaten, darunter Österreich, förderliche Rahmenbedingungen für Kunst und Kultur zu schaffen und so eine Vielfalt des künstlerischen Ausdrucks zu ermöglichen. 
Seit über 20 Jahren begleitet die ARGE Kulturelle Vielfalt die Umsetzung der UNESCO-Konvention in Österreich. Die Österreichische UNESCO-Kommission stellt dabei als Nationale Kontaktstelle zur UNESCO-Konvention die Einbindung der Zivilgesellschaft in die Umsetzung des völkerrechtlichen Vertrages in Österreich sicher.

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