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Vielfalt kultureller Ausdrucksformen

Freiräume für Kunst und Kultur  
Foto: © Caroline Minjolle

UNESCO Welttag des Buches: Vielfalt kultureller Ausdrucksformen braucht ein starkes Urheber*innenrecht

23. April: Gemeinsam betonen die Österreichische UNESCO-Kommission und die IG Autorinnen Autoren am „Welttag des Buches und des Urheberrechts” die essentielle Bedeutung urheberrechtsgesetzlicher Regelungen zur Sicherung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen.

Das Urheber*innenrecht ist zentraler Bestandteil der Ausgestaltung kultureller Freiheitsrechte: „Eine Vielfalt kultureller Ausdrucksformen kann nur dann garantiert werden, wenn ein wirksames Urheberrecht zur Verfügung steht. So verpflichtet das UNESCO-Übereinkommen über den Schutz und die Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen zur Absicherung eines Umfeldes, in dem zeitgenössisches Kunst- und Kulturschaffen vor einer rein ökonomischen Betrachtungsweise geschützt ist”, so Patrizia Jankovic, die Generalsekretärin der Österreichischen UNESCO-Kommission. 

Urheberrechtsgesetzlichen Regelungen kommen eine zentrale Rolle in der Verbesserung der ökonomischen Lage von Kulturschaffenden zu. Gerade im digitalen Umfeld bringen neue Technologien umfangreiche Nutzungsarten, die nicht mehr mit herkömmlichen Urheberrechtsbestimmungen vereinbar sind und die faire Vergütung künstlerischer Leistungen bedrohen. Die Umsetzung der Richtlinie 2019/790 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. April 2019 „über das Urheberrecht und die verwandten Schutzrechte im digitalen Binnenmarkt“ durch Österreich im Juni 2021 muss daher die typischerweise schwächere Verhandlungsposition der Urheber*innen gegenüber ihren Vertragspartner*innen stärken. Konkrete Vorschläge der Initiative Urhebervertragsrecht liegen vor und sind dafür geeignet, die Anliegen der Kreativen zu berücksichtigen, aber auch für die Verwerter*innenseite Rechtssicherheit zu schaffen. 

„Die jetzige Urheberechtsgesetznovelle bietet eine historisch einzigartige Chance, die technische und mediale Entwicklung mit dem Rechtsstandard in Einklang zu bringen. Österreich hat eine große Rolle bei der Entwicklung der EU-Richtlinie gespielt, das sollte jetzt zu seinem krönenden Abschluss kommen. Vor allem im Vertragsrecht, bei den partnerschaftlichen Beteiligungen von Urheber*innen und Produzent*innen und den Ansprüchen gegenüber den digitalen Plattformen. In all diesen Bereichen ist ein großer Fortschritt und die Absicherung von Kulturschaffenden und Produzent*innen möglich”, so Gerhard Ruiss, Mitglied der ARGE Kulturelle Vielfalt und Sprecher der IG Autorinnen Autoren abschließend.

Weitere Informationem zum Welttag unter World Book and Copyright Day (unesco.org)

© Photo by Kimberly Farmer on Unsplash