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Vielfalt kultureller Ausdrucksformen

Freiräume für Kunst und Kultur  
Foto: © Caroline Minjolle

Forum Fair Culture goes Steiermark

  • Donnerstag, 15.09.2022
  • 16:00h
  • Verein < rotor > Zentrum für zeitgenössische Kunst, Volksgartenstraße 6a, 8020 Graz

"Forum Fair Culture" ist ein gemeinsames Projekt der Österreichischen UNESCO-Kommission und kulturen in bewegung. 2020 und 2021 fanden im Rahmen des Forums eine Reihe von Veranstaltungen statt und es entstand die Publikation "Kritische Diversität im Kultursektor". Nun lädt die IG Kultur Steiermark zusammen mit <rotor> und kulturen in bewegung das "Forum Fair Culture" nach Graz ein.

Kulturelle Vielfalt aus kritischer Perspektive

„Kulturelle Vielfalt“ stellt einen der vielen Begriffe dar, ohne den unsere (post)migrantische Gesellschaft undenkbar ist. Doch es handelt sich auch um einen offenen Begriff mit vielen Grauzonen und ausgefransten Rändern, der präzisiert werden muss, um in weiterer Folge politische Wirkung zu entfalten.

Kultur ist a priori ein geteiltes Gut und die Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur findet immer in Form von sozialen Interaktionen statt. Kulturelle Vielfalt, die durch die Anerkennung kultureller Rechte als soziales Grundrecht explizit wird, erhebt den Anspruch auf kulturelle Teilhabe und Teilnahme. Sie bezieht sich auf die Beziehung der Menschen zu kulturellen Aktivitäten sowie auf die Beziehung zwischen Kulturschaffenden und Publikum. Kulturelle Vielfalt zielt auf das fundamentale Prinzip der Chancengleichheit ab. In dem Sinne könnte ihre Förderung vieles bewegen: mehr kulturelle Bildung, Abbau von Einstiegsbarrieren im Kulturbereich, Förderung von lokalen Netzwerken und Eigeninitiativen, breitere und fairere Distribution von Kulturgütern u.a.

Wenn wir einzelnen Gruppen den Zugang zu Kultur strukturell verweigern und nur ausgewählte Personen als Repräsentant*innen zulassen, schaffen wir eine bloße „bunte Vielfalt“, welcher eine wahrhaftige Diversität im Kunst- und Kulturbereich fehlt. Statt eine Inklusion bzw. soziale Kohäsion kultureller Differenzen zu ermöglichen, konstruieren wir exklusive Strukturen, wodurch das Grundrecht marginalisierter Gruppen zur Selbstrepräsentation untergraben wird. Aufgrund der unterschiedlichen Interpretationen von kultureller Vielfalt durch unzählige Akteur:innen sind kritische Auseinandersetzungen mit dem Begriff notwendig.

Was bedeutet kulturelle Vielfalt? Welche kritischen Perspektiven gibt es dazu und wie können wir diese im Kunst- und Kultursektor verankern? Gemeinsam mit Fatma Haron (Universität Innsbruck), Klara Koštal (Öst. UNESCO-Kommission) und Galina Baeva (kulturen in bewegung und kültüř gemma!) wollen wir diese Fragen besprechen, um kritische Perspektiven zu kultureller Vielfalt zu diskutieren und Schritte für eine inklusivere und faire Zukunft ins Auge zu fassen. Dazu werden ausgewählte Aspekte aus der Publikation Kritische Diversität im Kultursektor vorgestellt. Die Publikation ging aus der Veranstaltungsreihe Forum Fair Culture im Jahr 2021/2022 hervor, welche die Österreichische UNESCO-Kommission gemeinsam mit kulturen in bewegung organisiert hat. Einen weiteren künstlerischen Beitrag gestalten die Grazer Autorin Asiyeh Panahi und der Schauspieler Zaid Alsalame.

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