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Vielfalt kultureller Ausdrucksformen

Freiräume für Kunst und Kultur  
Foto: © Caroline Minjolle

Arts, Rights & Justice: Impulsreihe zur Kunstfreiheit

Künstlerische Freiheit sowie die Aufgabe und Verantwortung von Kunst in unserer Welt stehen im Mittelpunkt der Veranstaltungsreihe "Arts, Rights & Justice", initiiert von der Brunnenpassage in Kooperation mit Arts Rights Justice, EU working group on human rights violations in the arts und der Österreichischen UNESCO-Kommission.

Über die Impulsreihe

Die Freiheit der Kunst ist ein universelles Menschenrecht. Die UNESCO-Konvention über den Schutz und die Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen unterstreicht dies: Anerkennung und Schutz der Kunstfreiheit und des künstlerischen Ausdrucks sind Vorbedingung jedweder Kulturpolitik im Sinne der UNESCO – bestimmend nicht nur für die Existenz und Praxis von KünstlerInnen, sondern ebenso für die individuellen wie gemeinsamen kreativen Ausdrucksmöglichkeiten aller Menschen, und letztlich die (demokratische) Verfasstheit von Gesellschaften:

 „Künstlerischer Ausdruck ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit – ein bestimmender Bestandteil unseres Menschseins und ein grundlegendes Menschenrecht, das es allen ermöglicht, individuell wie gemeinsam, ihr Menschsein und ihre Weltanschauung weiterzuentwickeln und auszudrücken. Kunst unterhält nicht nur, sie trägt zu gesellschaftlichen Debatten bei und … ist ein Katalysator für die fortlaufende kritische Auseinandersetzung mit 'Identitäten, Werten und Sinn', die wir für unser Leben wählen möchten.“

Farida Shaheed, ehem. Sonderberichterstatterin der Vereinten Nationen für kulturelle Rechte

Viele KünstlerInnen zeigen in ihren Werken gesellschaftspolitische Missstände auf – nicht ohne Risiko. Die Anzahl der dokumentierten Verletzungen der Kunstfreiheit hat sich in den letzten drei Jahren mehr als vervierfacht, von 237 dokumentierten Fällen im Jahr 2014 auf 1028 Fälle 2016. Der Weltbericht zur Umsetzung der UNESCO-Konvention warnt, dass Einschränkungen der künstlerischen Freiheit und des Zugangs zu künstlerischen Ausdrucksformen nicht nur KünstlerInnen Ausdrucksmittel und Lebensunterhalt versagen, sondern ein unsicheres Umfeld für alle schaffen – mit bedeutenden kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Verlusten.

Die Impulsreihe Arts, Rights & Justice soll eine Plattform für Dialog bieten, um künstlerische Freiheit sowie die Aufgabe und Verantwortung von Kunst in unserer Welt zu verhandeln.


Termine

  • #7 Buchpräsentation: Elsie Slonim – Meine ersten hundert Jahre , 19. Oktober 2017, 19.30 Uhr, Brunnenpassage
    Zu Gast ist Elsie Slonim mit Ihrem Buch "Vom Brot im Meer".  Es sind viele wahre Geschichten, die Elsie Slonim aufgezeichnet hat. Als Zeitzeugin hat sie die Auswirkungen des Ersten Weltkriegs miterlebt und den Zweiten Weltkrieg selbst erfahren; den Nationalsozialismus, die türkische Invasion auf Zypern und mehr als eine Wirtschaftskrise überstanden. Seit dem Tod ihres Mannes David lebt Elsie Slonim als einzige Zivilperson alleine in einem türkischen Militärsperrgebiet am Rand der geteilten Stadt Nikosia; ohne Garantien und Sicherheiten, durch einen Zaun von der EU getrennt. Buchpräsentation mit Filmvorführung, Lesung & Musik;

  • #6 Vernetzungstreffen Kunstfreiheit in Österreich, 27. Juni 2017, 10-12 Uhr, ÖUK
    Das Treffen stellt ein Follow-Up zu dem Workshop „Arts, Rights & Justice“ mit Lillian Fellmann am 4. April 2017 dar und dient der Standortbestimmung und dem weiteren Austausch zwischen AkteurInnen in Österreich. Neben der Vorstellung verschiedener, existierender Aktivitäten in Österreich stehen mögliche Kooperationen und gemeinsame Projekte der AkteurInnen im Mittelpunkt.

  • #5 Esmeray im Gespräch mit Gin Müller, 18. Juni 2017, 19 Uhr, Brunnenpassage
    Diesmal liegt der Fokus bei LGBTIQ und Menschenrechte in der Türkei und in Österreich. Im Gespräch sind die kurdische Performance-Künstlerin und Transgender-Aktivistin Esmeray (Istanbul) und Gin Müller, Dramaturg_in, Theaterwissenschafter_in, Performer_in und Queer-Theoretiker_in (Wien).

  • #4 Gespräch über„neue“ Macharten der Zensur in der Türkei, 9. April 2017, 19 Uhr, Brunnenpassage
    Die „neuen“ Macharten von Zensur in der Türkei, die die staatlichen oder privaten Institutionen offen oder insgeheim anwenden, reichen von der Autozensur der KünstlerInnen selbst, bis hin zu direkten Eingriffen in die künstlerische Freiheit. Wie sehen diese „neuen“ Zensurpraktiken aus und welche Strategien entwickeln KünstlerInnen, um sich von diesen zu befreien? Zu Gast sind Banu Karaca, Sozial - und Kulturanthropologin,  und Necati Sönmez, Dokumentarfilmer,  Direktor des Dokumentar­filmfestivals „Documentarist“ und Filmkritiker. Im Gespräch mit Ece Özdemir, Filmwissenschaftlerin.

  • #3 Lecture und Workshop: "Arts, Rights & Justice in Österreich", 4. April 2017, 10 - 13.30 Uhr, Brunnenpassage
    In diesem Workshop stellt Lillian Fellmann die Arbeit der "Arts Rights Justice EU Working Group on Human Rights Violations in the Arts" vor. Sie zeigt aktuelle Fälle aus verschiedenen Ländern und stellt das von Arts Rights and Justice erarbeitete ‚Toolkit‘ vor. Der Workshop ist als Ausgangs­punkt einer Standortbestimmung und eines möglichen Monitorings für Österreich angedacht und wendet sich an alle Interessierten und Betroffenen.

  • #2 Konzert und Gespräch mit Aeham Ahmad, 2. April 2017, 19 Uhr, Brunnenpassage
    Zu Gast ist der palästinensisch-syrische Pianist Aeham Ahmad. 2014/2015 erlangte er internationale Bekanntheit durch seine öffentlichen Auftritte im Flüchtlingslager Jarmuk – als „Pianist in den Trümmern“ während des Bürgerkriegs in Syrien. Inzwischen lebt er im Exil in Deutschland. Das Gespräch mit Aeham Ahmad führt Journalistin und Autorin Nermin Ismail (ORF).

  • #1 Zu Gast Shahin Najafi, 17. März 2017, 19 Uhr, Brunnenpassage
    Erster Gast ist Shahin Najafi – Musiker, Poet, Sänger und Sozialaktivist.  Seit 2012 wird Najafi durch eine gegen ihn auferlegte Fatwa und Kopfgeld bedroht. Zahlreiche deutsche und österreichische KünstlerInnen wie Elfriede Jelinek, Günter Grass, Udo Lindenberg, Campino, Günter Wallraff und viele andere, bekunden ihre Solidarität mit ihm. Im deutschen Exil lebend, singt er weiterhin für eine (liberale und) freie iranische Gesellschaft. Das Gespräch mit Shahin Najafi führt Sabine Kock (Arts Rights Justice Working Group). 

Weiterführende Informationen

Eine Veranstaltungsreihe in Kooperation von

© Issa Heliz
Shahin Najafi zu Gast im Gespräch mit Sabine Kock am 17. März 2017
© Issa Heliz
Konzert und Gespräch mit Aeham Ahmad im Rahmen der Impulsreihe am 2. April 2017
© Igor Ripak
"Arts, Rights & Justice in Österreich" - Lecture und Workshop mit Lillian Fellmann am 4. April 2017
© ÖUK