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Vielfalt kultureller Ausdrucksformen

Freiräume für Kunst und Kultur  
Foto: © Caroline Minjolle

30. APRIL 2020: Internationaler Tag des Jazz

Mit dem ‚Internationalen Tag des Jazz‘ der UNESCO wird eine Musikform gewürdigt, die in mehr als hundert Jahren zu einer universellen Sprache für Freiheit, Individualität und Vielfalt geworden ist.

"Jazz ist nicht nur Musik, es ist eine Art zu leben, es ist eine Art zu sein, eine Art zu denken.", so meinte einst die große Nina Simone. Die Geschichte des Jazz steht in Verbindung mit dem Streben nach Menschenwürde, Demokratie und Bürgerrechten. Im Kampf gegen Diskriminierung und Rassismus hat Jazz oft eine Rolle gespielt. 

Als Musikrichtung ist der Jazz in sich auf Dialog ausgerichtet und lebt von der Improvisation und dem Zusammenspiel der Künstler*innen. Gleichzeitig steht Jazz auch im politischen, sozialen und kulturellen Kontext für Vielfalt und Inklusion: Der Jazz entwickelte sich um 1900 aus der Befreiungsbewegung der afrikanischen Sklav*innen in den USA, als Mischform aus afrikanischen und europäischen Einflüssen. In über hundert Jahren Musikgeschichte ist eine weltweit verbreitete Musikrichtung entstanden, die vielfältige Formen und Stile gefunden hat - häufig im Crossover mit anderen Musiktraditionen und Genres.

Um an die künstlerische Bedeutung des Jazz und seine Wurzeln zu erinnern, erklärte die UNESCO im Jahr 2011 den 30. April zum Internationalen Tag des Jazz.

Internationale Feierlichkeiten am Welttag des Jazz

Die internationale Feier, welche 2020 in Kapstadt, Südafrika hätte stattfinden sollen, wurde aufgrund der COVID-19 Situation, in den virtuellen Raum verlegt. Als Schirmherr des ‚Internationalen Tag des Jazz‘ führt Herbie Hancock am 30. April durch die Online-Feierlichkeiten.

Herzstück dieser Feier ist ein virtuelles Konzert mit Künstler*innen aus aller Welt, das live auf jazzday.com (bzw. facebook.com/intljazzday) übertragen wird. Das Global Concert beginnt um 21.00h (MEZ) und bietet Auftritte von zahlreichen weltbekannten Musiker*innen wie John McLaughlin, Jane Monheit, Alune Wade, John Beasley, Ben Williams, Lizz Wright, John Scofield, Igor Butman, Evgeny Pobozhiy und Youn Sun Nah , A Bu, Dee Dee Bridgewater, Dianne Reeves und Joey DeFrancesco und vielen anderen.

Seit 2012 wird der ‚International Jazz Day‘ auf allen fünf Kontinenten mit zahllosen, autonom organisierten lokalen und regionalen Veranstaltungen gefeiert, von denen sich viele nun temporär ins Netz verlagert haben. Hinweise für weitere weltweite Konzertübertragungen und Live-Streams anlässlich des Welttags finden sich auf der UNESCO-Website.

Welttag des Jazz in Österreich

Der Radiosender Ö1 spielt am 30. April anlässlich des Welttags einen Mitschnitt der umjubelten Premiere des Orjazztra Vienna, des jungen Jazzorchesters von Christian Muthspiel, beim Jazzfestival Saalfelden 2019. Ebenso Aufnahmen des Tenorsaxofonisten Binker Golding, einer der Shootingstars der jungen Londoner Jazzszene, werden an dem Tag zu hören sein: Im gefeierten Duo Binker & Moses mit Schlagzeuger Moses Boyd und mit seinem neu formierten Quartett, dessen Österreich-Premiere am 30. April geplant gewesen wäre.

Unter dem Motto ‚the show must go on(line)' spielen am Welttag auch Clemens Salesny (sax), Leo Riegler (piano) und Lukas König (drums) im Porgy & Bess ab 20:30 ein Live-Konzert, das online übertragen wird. Bis Ende August hält das Porgy & Bess jeden Donnerstag und Samstag den virtuellen Jazz-Club über Live-Stream offen. Unterschiedliche Vertreter*innen der heimischen Jazzszene werden in Kleinformationen (also Solo, Duo, Trio, Quartet) und unter strenger Einhaltung des geforderten Abstands auftreten. (Jeden Dienstag und Donnerstag ab 20.30 Uhr über www.porgy.at)

"Jazz is really about the human experience. It’s about the ability of human beings to take the worst of circumstances and struggles and turn it into something creative and constructive. That’s something that’s built into the fiber of every human being. And I think that’s why people can respond to it. They feel the freedom in it. And the attributes of jazz are also admirable. It’s about dialogue. It’s about sharing. And teamwork. It’s in the moment, and it's nonjudgmental."- Herbie Hancock

"Beim Jazz geht es eigentlich um die menschliche Erfahrung. Es geht um die Fähigkeit der Menschen, die schlimmsten Umstände und Kämpfe in etwas Kreatives und Konstruktives zu verwandeln. Das ist etwas, das in die Faser eines jeden Menschen eingebaut ist. Und ich denke, das ist der Grund, warum es Menschen anspricht. Sie spüren die Freiheit darin. Auch die Eigenschaften des Jazz sind bewundernswert. Es geht um Dialog. Es geht um das Teilen. Und um Teamwork. Es passiert im Moment und es bewertet nicht."- Herbie Hancock

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"It’s not exclusive; it’s inclusive, which is the spirit of jazz."

Herbie Hancock, Schirmherr des Internationalen Day of Jazz

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