Goldschmiedehandwerk in Österreich
Traditionelles Handwerk in ganz Österreich, aufgenommen 2026
Die Entstehung eines Schmuckstücks ist ein mehrstufiger und ganzheitlicher Prozess. Vom ersten Entwurf bis zum fertigen Werk liegt jeder Schritt in der Werkstatt der Goldschmied*innen. Neben Fertigungen widmen sich Goldschmied*innen der Restaurierung antiker Schmuckstücke und sakraler Objekte wie Kelchen oder Monstranzen. Weiteres zentrales Merkmal des Handwerks ist die Punzierung der gefertigten Schmuckstücke: Goldschmied*innen kennzeichnen ihre Werke mit einer Namenspunze, die als Verantwortlichkeits- oder Erzeuger*innenpunze dient. Seit 2001 hat sich die zusätzliche Funktion zur Bestätigung des Feingehalts etabliert.
Seit über 5000 Jahren haben sich die Arbeitstechniken des Goldschmiedehandwerks kaum verändert. Bis heute schmieden, gravieren und fassen Goldschmied*innen funkelnde Meisterwerke, die Generationen überdauern. In den vergangenen Jahrzehnten entwickelten sich neue maschinenunterstützte Techniken wie Gießen, 3D-Drucken oder Laser-Bearbeitungen, die zwar kosteneffizienter sind, jedoch die überlieferten Techniken des Goldschmiedehandwerks (Legieren, Löten, Tauschieren, Gießen, Schmieden, Treiben, Gravieren, Ziselieren, Emaillieren und Niellieren) und die vielfältigen Werkzeuge nicht ersetzen können.
Das Goldschmiedehandwerk in Österreich umfasst heute rund 560 Betriebe, darunter Familienbetriebe als auch Einzelunternehmer*innen. Derzeit werden in 20 praktischen Lehrstätten in Österreich und einer Berufsschule in Graz, Können und Fähigkeiten auf Basis von jahrhundertealtem Wissen vermittelt und von Meister*innen an Lehrlinge weitergegeben. Gemeinsamer Austausch bei Goldschmiede-Stammtischen, Fachmessen, Bundesinnungssitzungen oder Fortbildungen ermöglichen offene Diskussionen, um neue Techniken und Entwicklungen zu erarbeiten. Veranstaltungen mit Einblicken in die Werkstätten, Schmuckwettbewerbe, Informationsveranstaltungen und Kooperationen mit Museen fördern die Sicherung des Goldschmiedehandwerks in der Öffentlichkeit.
Downloads
- Bewerbungsmappe 3 MB (pdf)
- Expertise Kirchweger 147 KB (pdf)
- Expertise Schmidt 138 KB (pdf)
- Expertise Schwarzinger 61 KB (pdf)









