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Immaterielles Kulturerbe

Bräuche, Wissen, Handwerkstechniken  
Foto: © UNESCO/James Muriuki
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Die Pinzgauer Sagenwelt: Erzähltradition, Erzählweise und Erzähler*innen
Mündliche Traditionen in Salzburg, aufgenommen 2026

Die Pinzgauer Sagen sind seit Generationen fester Bestandteil der regionalen Erzähltradition. Sie werden mündlich im Pinzgauer Dialekt von Generation zu Generation weitergegeben und sind eng mit der allgegenwärtigen Gebirgslandschaft und der kulturellen Identität der Pinzgauer Bevölkerung verbunden.

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Die Wurzeln der Pinzgauer Sagen liegen in dörflichen Erzählgemeinschaften und können bis in die 1930er-Jahre zurückdokumentiert werden. Sie sind eng mit der alpinen Topografie, lokalen Flurnamen, historischen Wirtschaftsformen (Saumhandel, Bergbau, Almwirtschaft) und regionalen Gepflogenheiten verknüpft und bilden damit eine untrennbare Einheit aus Sprache, Erzähltechnik und lokalem Wissen. So gewähren sie tiefe Einblicke in die soziale und mythologische Welt der Bewohner*innen des Pinzgaus und deren Lebensumfeld.

Viele Erzählungen nehmen ihren Ursprung in landschaftlichen Besonderheiten, etwa den Quellgebieten der Salzach und Saalach, den Krimmler Wasserfällen oder dem Lamprechtsofen, der als eine der tiefsten Höhlen Europas gilt. Ebenso steht der Großvenediger, einer der höchsten Gipfel Österreichs, im Zentrum zahlreicher Sagen. Bis heute sind einzelne Erzähler*innen im Pinzgau, meist aus den Dörfern stammend, in denen die Sagen spielen, die Träger*innen dieser Geschichten, wie beispielsweise „Der Schatz im Krimmler Wasserfall“ oder „Der Tatzlwurm auf der Saalalm“. Die Sagen werden im Pinzgauer Dialekt erzählt und sind untrennbar mit ihrer Ausdruckskraft verbunden. Außerdem verfügen die Erzähler*innen Wissen nicht nur die eigentlichen Sagentexte, sondern auch Varianten, historische Hintergründe, Glaubensvorstellungen sowie detaillierte Kenntnisse zu den jeweiligen Schauplätzen. Von diesen Erzähler*innen sind heute nur noch wenige übrig. 

Zur Erhaltung und langfristigen Sicherung werden die Sagen der Erzähler*innen systematisch in einem Audioarchiv dokumentiert, das langfristig über die Österreichische Mediathek zugänglich sein soll. Ergänzend werden bei Erzähltreffen, Sagenwanderungen sowie Schul- und Museumsprogrammen Zuhörer*innen jeden Alters aktiv in die Geschichten einbezogen, um die lebendige Weitergabe der Sagen zu fördern.

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Aktuelle Publikation Österreichisches Verzeichnis 2022–2023