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Immaterielles Kulturerbe

Bräuche, Wissen, Handwerkstechniken  
Foto: © UNESCO/James Muriuki

Digitalisierung

Die Sammlung des Immateriellen Kulturerbes spielt eine wichitge Rolle im Sinne der UNESCO, um kulturelle Ausdrucksformen sichtbar zu machen. Durch das Erfassen, Präsentieren und Digitalisieren von Traditionen, Bräuchen und Wissensformen eröffnen sich neue Möglichkeiten, dieses lebendige Erbe einem breiten Publikum zugänglich zu machen und es über geografische und kulturelle Grenzen hinweg zu verbreiten. Darüber hinaus trägt die Digitalisierung dazu bei, den kulturellen Austausch zu fördern und das Bewusstsein für die Vielfalt lebendiger Traditionen zu stärken.

Sie ermöglicht es, Praktiken des Immateriellen Kulturerbes miteinander besser zu vernetzen, Ähnlichkeiten und Unterschiede zu erkennen und so ein tieferes Verständnis für kulturelle Identitäten und deren Wandel zu entwickeln. Aus diesem Grund führt die Österreichische UNESCO-Kommission seit Anbeginn ein digitales Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes in Österreich. Diese Plattform dient nicht nur als Archiv, sondern auch als lebendige Wissensquelle, die stetig erweitert und aktualisiert wird. Durch neue Initiativen wird nun daran gearbeitet, das Immaterielle Kulturerbe auf weiteren digitalen Plattformen noch sichtbarer zu machen. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung ist die Einbindung des Verzeichnisses in den Kulturpool, die größte digitale Datenbank für kulturelles Erbe in Österreich. 

Projekt "Immaterielles Kulturerbe auf Kulturpool" Zugang zum digitalen Kulturerbe in Österreich

Projektstatus

 

Was ist Kulturpool
Website: https://kulturpool.at/ 

Der Kulturpool (www.kulturpool.at) ist das zentrale Suchportal für digitalisiertes Kulturerbe aus österreichischen Museen, Archiven und Bibliotheken. Er bietet eine Vielfalt an historischen Fotografien, Handschriften, Kunstwerken sowie audiovisuellen Medien – vieles davon lizenzfrei. Die Suchergebnisse sind direkt mit den Objekten in den Online-Sammlungen der Institutionen verlinkt und bieten damit den Zugang zu weiterführenden Informationen und Download-Möglichkeiten. Als Teil der europäischen Digitalisierungsplattform Europeana ist der Kulturpool zudem in ein internationales Netzwerk eingebunden, das den Zugang zu kulturellen Inhalten aus ganz Europa ermöglicht. Kulturpool ist Teil der Strategie „Kulturerbe digital“ des Bundesministeriums für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport (BMWKMS), wird am Naturhistorischen Museum Wien (NHM) umgesetzt und aus dem EU-Fonds NextGenerationEU finanziert.

Warum ist Kulturpool wichtig?

Der Kulturpool gibt Einblicke in verschiedenste Institutionen und Sammlungen vondigitalisierten Kulturgütern. Damit bietet er wertvolle Ressourcen für Forschung, Bildungund persönliche Weiterbildung. Die Möglichkeit, direkt in den digitalen Beständen mehrerergroßer und kleiner Kultureinrichtungen gleichzeitig zu suchen, bietet eine umfassendePerspektive auf das Kulturerbe in Österreich. Zudem ermöglicht die Plattform einebeständige Weiterentwicklung: Laufend werden neue Digitalisate hinzugefügt, sodass dieZahl an Objekten stetig wächst. Bis 2026 werden voraussichtlich drei Millionen Kulturgüterals Bild, Text, Ton, Video und 3D-Objekte (u.a.) über das Suchportal für die Öffentlichkeitverfügbar sein.

Wer ist vertreten?

Derzeit befinden sich im Kulturpool rund 1,5 Millionen digitale Objekte aus 98 Institutionen (Stand April 2025). Dazu zählen renommierte Museen wie die Albertina, das Belvedere und Naturhistorische Museum, aber auch kleine regionale Einrichtungen wie das museumORTH in Niederösterreich oder das Bergbau- und Gotikmuseum Leogang. Auch bedeutende Bibliotheken wie die Österreichische Nationalbibliothek sowie verschiedene Universitätsbibliotheken und Archive sind vertreten.

Das Immaterielle Kulturerbe im Kulturpool

Bisher befinden sich im Kulturpool hauptsächlich Objekte des materiellen Kulturerbes, also Kunstwerke, Dokumente und museale Güter. In Zukunft soll jedoch auch Immaterielles Kulturerbe über den Kulturpool gefunden werden. Dazu zählen lebendige Traditionen, Bräuche, Handwerkstechniken, mündlich überlieferte Geschichten sowie darstellende Künste, die das Nationale Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes umfasst. Aktuell sind 172 Praktiken in diesem Verzeichnis erfasst, wobei diese Zahl stetig wächst. Durch die geplante Erweiterung wird das Immaterielle Kulturerbe Seite an Seite mit den Objekten aus Museen oder Archiven sichtbar. So entwickelt sich der Kulturpool schrittweise zu einem Suchportal, das neben statischen Kulturgütern, auch lebendiges Kulturerbe für eine breite Öffentlichkeit zugänglich macht.