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Immaterielles Kulturerbe

Bräuche, Wissen, Handwerkstechniken  
Foto: © UNESCO/James Muriuki

Thematische Schwerpunkte
Traditionelles Wissen und Können

Seit der Ratifizierung im Jahr 2009 hat die Österreichische UNESCO-Kommission gemeinsam mit den TraditionsträgerInnen und dem Fachbeirat Schwerpunkte in der Umsetzung einzelner Bereiche der Konvention erarbeitet. Im Bewusstsein, dass immaterielles Kulturerbe immer von Erfahrungswissen getragen wird, gilt den beiden Bereichen ‚Wissen im Umgang mit der Natur‘ und ‚Traditionelles Handwerk‘ besonderes Augenmerk. Die Bewusstmachung tradierter Wissensbestände sowie deren Sicherung und Weitergabe stehen dabei im Mittelpunkt. 

Dreistufenlandwirtschaft im Bregenzerwald
© KäseStraße Bregenzerwald
Traditioneller Samenbau und Saatgutgewinnung
© Verein Arche Noah

Wissen und Praktiken im Umgang mit der Natur und dem Universum

Die jahrzehntelange Strategie des Auslagerns von Zuständigkeiten – auch was den Umgang mit Gesundheit, Krankheit, Naturgefahren betrifft – hat zu einem rasanten Verlust von Eigenverantwortung und individueller Kompetenz geführt, was nicht zuletzt im Gesundheitswesen dramatische Auswirkungen zeigt. Unter Einbeziehung von ExpertInnen werden zum Beispiel die Herausforderungen in Bezug auf Überlieferung und Sicherung von traditionellen und komplementären Heilmethoden und der Umgang mit Naturgefahren diskutiert. Dies führte u.a. zur Etablierung  des Dokumentationszentrums „Traditionelle und komplementäre Heilmethoden in Österreich“ – hier steht vor allem die Sichtung des derzeitigen komplementärmedizinischen Angebots als Voraussetzung für alle weiterführenden Überlegungen im Zentrum des Interesses. Ein weiteres Ergebnis ist die internationale Einreichung des Elements "Umgangs mit der Lawinengefahr" gemeinsam mit der Schweiz zur Aufnahme in die Repräsentative Liste der Menschheit.

Apothekeneigene Hausspezialitäten
© Kurapotheke Bad Ischl
Korbflechten
© UNESCO/James Muriuki

Traditionelles Handwerk

Die Beobachtung, dass traditionelle Handwerksberufe zunehmend verschwinden und eine sinkenden Attraktivität für Auszubildende haben,  hat zu Überlegungen geführt, wie das Bewusstsein für das Thema Handwerk gefördert werden kann. Vor allem sollte das damit einhergehende Prinzip der Vermittlung von MeisterInnen an Lehrlinge/GesellInnen sowie die  über Jahrhunderte entstandenen  kulturellen Techniken auch weiterhin erhalten bleiben.  Neben den Eintragungen in das nationalen Verzeichnis, die diese Handwerkstechniken und Formen der Weitergabe dokumentieren,  hat die internationale Eintragung von drei österreichischen Handwerksinitiativen (Werkraum Bregenzerwald, Textiles Zentrum Haslach sowie Hand.Werk.Haus Salzkammergut) in das internationale UNESCO-Register guter Praxisbeispiele einen wichtigen Beitrag zur Sichtbarmachung von österreichischem Handwerk  geleistet. Die 2016 erschienene Studie  "Traditionelles Handwerk als immaterielles Kulturerbe und Wirtschaftsfaktor in Österreich" (Univ.-Prof. Dr. Roman Sandgruber, DI Heidrun Bichler-Ripfel, Prof. Mag. Maria Walcher) ist eine Bestandsaufnahme und dient gleichzeitig als Basis für künftige Fördermaßnahmen. 

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