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Immaterielles Kulturerbe

Bräuche, Wissen, Handwerkstechniken  
Foto: © UNESCO/James Muriuki

Tamsweger Preberschießen
Gesellschaftliche Praktiken in Salzburg, aufgenommen 2025

Das Preberschießen ist ein Wasserscheibenschießen am Tamsweger Prebersee, bei dem auf das Spiegelbild der Scheibe im Wasser gezielt wird, um die Scheiben am Ufer zu treffen. Die Praxis reicht bis auf das Jahr 1834 zurück und wird bis heute von der Schützengesellschaft aufrechterhalten. Neben geschlossenen Veranstaltungen der Gesellschaft findet einmal im Jahr das „Große Preberschießen“ statt, das auch der Öffentlichkeit zugänglich ist.

Die älteste erhaltene Wasserscheibe des Preberschießens stammt aus dem Jahr 1834; mindestens seit diesem Zeitpunkt wird das Preberschießen in unregelmäßigen Abständen am Prebersee durchgeführt. Der ursprüngliche Anlass für das Schießen auf bzw. über das Wasser ist nicht überliefert. Als Moorsee bietet der Prebersee jedoch die idealen Voraussetzungen: Er erzeugt ein besonders klares Spiegelbild der Scheibe und besitzt zugleich die notwendige Dichte, um den charakteristischen Abprall der Kugeln zu ermöglichen. Für einen Treffer in der Mitte der Wasserscheibe braucht es nicht nur Geschick, sondern auch günstige Umweltfaktoren wie Wind und Licht. Gelingt ein solcher Schuss, wird er von vielen fast schon als Werk überirdischer Kräfte gedeutet. Heute findet das Wasserscheibenschießen mehrfach im Jahr statt und wird traditionell durch einen Kanonenschuss der/des Oberschützenmeister*n eröffnet. Höhepunkt ist das einmal jährlich abgehaltene „Große Preberschießen“, an dem durchschnittlich rund 200 Schütz*innen teilnehmen, darunter teilweise auch Teilnehmer*innen aus dem Ausland.

Für die Erhaltung und Weitergabe der Praxis ist der „Verein der Schützengesellschaft an der priv. Schießstätte Tamsweg-Prebersee“ betraut. Rund 260 Mitglieder, davon 80 Frauen, wirken dabei mit und helfen in den Vorbereitungen der Schießveranstaltungen, den Vereinstreffen, Ausrückungen und anderen Aktivitäten. Dabei werden junge Menschen früh eingebunden, denn bei jedem Preberschießen arbeiten Schüler*innen als „Schreiber“ und „Zielerer“ (sind für das Aufzeigen der Treffer verantwortlich). Die Schützengesellschaft bewahrt Schießscheiben seit den 1830er Jahren auf. Ein Teil davon wird im Lungauer Heimatmuseum Tamsweg ausgestellt.

Kontakt

Sandra Etschbacher
Forstamtsgasse 6
5580 Tamsweg
vorstand@preberschuetzen.at
www.preberschuetzen.at

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