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Immaterielles Kulturerbe

Bräuche, Wissen, Handwerkstechniken  
Foto: © UNESCO/James Muriuki

Treffen europäischer Blaudruckwerkstätten aus Europa in Gutau

Am 2. Mai 2026 trafen sich auf Einladung der Zeugfärberei Gutau unter dem Titel „UNESCO Kulturerbe Blaudruck: Vermitteln und Vernetzen“ Vertreter*innen von Blaudruckwerkstätten aus Österreich, Deutschland, Ungarn und Tschechien in Gutau zum fachlichen Austausch. Anlass des Treffens war unter anderem das zehnjährige Jubiläum des gemeinsam eingereichten Antrags zur Aufnahme des Blaudrucks in die internationalen Listen des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit der UNESCO.

Als Teil des Rahmenprogramms des alljährlichen Färbermarktes Gutau, zu dem Textilhandwerker*innen aus verschiedenen Teilen Europas anreisen, wurde die Gelegenheit genutzt, Vertreter*innen der Blaudruckwerkstätten unter diesen zusammenzubringen und sich über aktuelle Entwicklungen sowie Fragen der Vermittlung, Vernetzung und aktuelle wie zukünftigen Entwicklung dieses Handwerks auszutauschen. Insgesamt nahmen Vertreter*innen von elf Institutionen teil, darunter neun Werkstätten, die Blaudruck ausüben und vermitteln. Trotz regional unterschiedlicher Ausprägungen zeigten sich zahlreiche gemeinsame Themen und Herausforderungen. Wichtige Ergebnisse des Austauschs lassen sich in folgenden drei Erkenntnisse zusammenfassen:

  • Generationales Wissen und Nachfolge: Die Weitergabe der Techniken erfolgt nach wie vor häufig informell und innerhalb der Familien. Dass der Fortbestand oft am Engagement einzelner Personen bzw. Familien hängt, verdeutlicht die Fragilität dieses Erbes. Gleichzeitig öffnen sich immer wieder neue Wege, um das Wissen weiterzugeben: Praktika und strukturierte Workshops gewinnen an Bedeutung, um Wissen auch außerhalb familiärer Strukturen zu tradieren.
  • Herausforderung der wirtschaftlichen Dimension: Die wirtschaftliche Realität bleibt durch die hohen Produktionskosten, herausfordernd. Günstig gefertigte Blaudruck-Imitate setzen die Werkstätten unter Druck. Hier wurde betont, dass die Arbeit der Blaudrucker*innen deshalb oft über die bloße Produktion hinausgeht oder sogar gehen muss, um die Wertigkeit und Tiefe ihres Wissens und Erzeugnisse zu vermittelt. Die Weiterführung des Handwerkes wird oft als kulturelle Verantwortung gegenüber vergangenen und kommenden Generationen wahrgenommen.
  • Vermittlung als neue Säule: museale Kooperationen, Schulprogramme und die Zusammenarbeit mit zeitgenössischen Künstler*innen machen das Handwerk greifbar und geben ihnen eine neue Dimension. Neben Führungen, Tourismuskooperationen oder Infocentern fungieren auch Orte wie das Färbermuseum Gutau oder die Zeugfärberei als essenzielle Knotenpunkte der Sichtbarkeit.

Acht Jahre als Teil der internationalen Listen: Eine Bilanz
Die internationale Anerkennung wird von den Ausübenden des Blaudruck-Handwerks als Katalysator für Stolz und mediale Aufmerksamkeit geschätzt. Sie hat den internationalen Austausch gestärkt und Weichen für transnationale Projekte, wie die Blaudruck-Ausstellung „Story of JJOKBIT – Indigo of Korea and Austria“ in Südkorea gelegt. Dennoch bleibt der Wunsch nach einer verstärkten strukturellen Unterstützung bestehen, um die ökonomische Basis dieses lebendigen Erbes langfristig zu sichern. Der Wunsch nach weiterem Austausch untereinander wurde von den Beteiligten grundsätzlich geäußert. 

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© Maria Steiner
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