Rückblick: Konferenz „The Future is Public“ stärkt Dialog zu demokratischen Medienräumen
Am 21. November 2025 lud die Österreichische UNESCO-Kommission zur Veranstaltung „The Future is Public – Konferenz zur Stärkung demokratischer Medienräume“. Die ganztägige Konferenz brachte 30 Vortragende und über 60 interessierte Teilnehmer*innen aus Wissenschaft, Medienpraxis, internationalen Organisationen und der Zivilgesellschaft zusammen, um aktuelle Herausforderungen für den Mediensektor und insbesondere den unabhängigen, qualitätsvollen Journalismus zu erörtern.
Wie können - angesichts multipler globaler Krisen - nachhaltige, überlebensfähige Medienlandschaften gestaltet werden? Welche Rahmenbedingungen braucht es, um echte Diversität im Journalismus zu fördern, faire Teilhabemöglichkeiten für alle Menschen zu ermöglichen und Vertrauen in unabhängigen Journalismus zu sichern? Und welche Rolle spielen digitale Plattformen, Algorithmen und neue Formen der Beteiligung in diesem Prozess? Diese und weitere Fragen standen im Mittelpunkt der erstmalig stattfindenden Konferenz.
Keynote zu globalen Entwicklungen im Medienbereich
Die eröffnende Keynote "Keeping News Alive - Safeguarding independent, public interest media in today’s shifting environment" widmete sich globalen Trends und Herausforderungen in Bezug auf Media Viability, Pressefreiheit und der Sicherheit von Journalist*innen. Sie wurde im Namen der kurzfristig erkrankten Saorla McCabe (UNESCO) durch Ilia Dohel präsentiert. Der Beitrag gab wertvolle Einblicke in die Aktivitäten der UNESCO im Bereich Kommunikation und Information, insbesondere mit Bezug auf ihre Initiativen zur Stärkung unabhängiger Medien und zur Förderung eines freien, sicheren und pluralistischen Medienumfelds.
Präsentation des zweiten Ergebnisberichts der Plattform Medienvielfalt
Im Rahmen der Konferenz wurde auch der zweite Ergebnisbericht der von der Österreichischen UNESCO-Kommission koordinierten Initative Plattform Medienvielfalt vorgestellt.
Der Bericht formuliert Empfehlungen für eine zukunftsorientierte Medienpolitik in den Bereichen:
- Inklusive Medienlandschaften – Stärkung vielfältiger Perspektiven und strukturelle Förderung demokratischer Teilhabe, insbesondere mit Blick auf die Inklusion von Menschen mit Behinderungen
- Informations- und Medienkompetenz – Ausbau von Kompetenzen für den reflektierten Umgang mit digitalen Informationsangeboten.
- Media Viability – Rahmenbedingungen für die wirtschaftliche und strukturelle Absicherung von unabhängigem Qualitätsjournalismus.
Ausgewählte Aspekte des Berichts wurden in einem Podiumsgespräch mit Clara Akinyosoye (ORF), Evelyn Hemmer (BMWKMS) und Josef Trappel (Universität Salzburg) diskutiert. Das Gespräch verdeutlichte, dass die Sicherung demokratischer Medienräume eine enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Politik, Medienschaffenden, Medienhäusern und Zivilgesellschaft voraussetzt.
Welche Rolle die UNESCO bereits seit den 1970er Jahren für die Gestaltung von Medienpolitik, aber auch für die Medien- und Kommunikationswissenschaft als Fachdisziplin spielt, wurde im Anschluss an das Podiumsgespräch im Beitrag "Many Voices, One World: UNESCO's Media Policy Strategies for Free Pluralistic and Inclusive Media" von Josef Seethaler, Gabriele Melischek, Andreas Schulz-Tomancok und Maren Beaufort (alle Institut für Vergleichende Medien- und Kommunikationsforschung, ÖAW) erörtert.
Vielfalt, demokratische Teilhabe und Media Viability im Fokus
In sieben interdisziplinären und interaktiven Sessions diskutierten Expert*innen aus Forschung, Praxis, Medienpolitik und Zivilgesellschaft zentrale Fragen rund um Diversität in Medienangeboten und im Journalismus, demokratische Partizipation, Media Viability, den Einfluss von Algorithmen und Big-Tech-Plattformen sowie Informations- und Medienkompetenz. Die Beiträge boten internationale Forschungsergebnisse, innovative Praxisansätze und medienpolitische Einschätzungen. Im Mittelpunkt stand dabei stets die Frage: Welche strukturellen Voraussetzungen braucht es für inklusive, pluralistische und nachhaltig funktionierende Medienlandschaften?
Die Veranstaltung wurde von der Schauspielerin und Performance-Künstlerin Anna Mendelssohn mit ihrer Keynote „Free Speech?!“ abgeschlossen. In ihrem künstlerischen Beitrag setzte sie sich mit den Spannungsfeldern zwischen Meinungsfreiheit, Meinungsvielfalt und gesellschaftlicher Verantwortung auseinander.
Die Veranstaltung wurde mit finanzieller Unterstützung des Bundeskanzleramts der Republik Österreich realisiert und in Kooperation mit dem Fachbereich Kommunikationswissenschaften der Paris Lodron Universität Salzburg sowie dem EU-finanzierten Projekt MeDeMap, angesiedelt am Institut für Vergleichende Medien- und Kommunikationsforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) und der Universität Klagenfurt, konzipiert und durchgeführt.
Kontakt und Rückfragen:
Mag.a Claudia Isep
Stv. Generalsekretärin der Österr. UNESCO-Kommission
isep@unesco.at
+43 1 526 13 01 15
Downloads
- Programm: The Future is Public 2025 130 KB (pdf)
- Referentinnen und Abstracts: The Future is Public 2025 2 MB (pdf)
- 2. Ergebnisbericht der Plattform Medienvielfalt 150 KB (pdf)
- 1. Ergebnisbericht der Plattform Medienvielfalt 184 KB (pdf)
Links
- Medienpolitische Erklärung der ARGE Kulturelle Vielfalt Die Mitglieder der ARGE Kulturelle Vielfalt der Österreichischen UNESCO-Kommission heben in einem aktuellen Statement die Bedeutung der Empfehlungen der Plattform Medienvielfalt. Die Arbeitsgemeinschaft Kulturelle Vielfalt (ARGE) ist die zentrale Dialogplattform der Österreichischen UNESCO-Kommission zur aktiven Beteiligung der Zivilgesellschaft am Prozess der Umsetzung der „UNESCO-Konvention über den Schutz und die Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen“ in und durch Österreich.