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Reporter ohne Grenzen veröffentlicht aktuelle Rangliste der Pressefreiheit

Die weltweite Rangliste der Pressefreiheit ist von Reporter ohne Grenzen Mitte April veröffentlicht worden. Sie misst durch 117 Fragen die Situation von Journalist*innen, Medienhäusern und zivilen Bürgerreporter*innen in 180 Ländern. Österreich ist von Platz 11 auf Platz 16 abgerutscht.

Die ersten Plätze belegen Norwegen, Finnland und Schweden. Damit sind weiterhin sieben von zehn Ländern in den Top Ten europäisch. Auf Rang 7 liegt Neuseeland, auf Rang 8 Jamaika und auf Rang 10 Costa Rica. Am weitesten aufgeholt haben Äthiopien (+40 Plätze), Gambia (+30 Plätze) und Tunesien (+25 Plätze).

Die größten Verlierer sind die Zentralafrikanische Republik (-33 Plätze), Tansania (-25 Plätze) und Nicaragua (-24 Plätze). Auch Ungarn (-14 Plätze), Serbien (-14 Plätze) und Malta (-12 Plätze) sind dramatisch abgestürzt. Auf den letzten drei Rängen liegen Eritrea, Nordkorea und Turkmenistan.

Verschlechterung für Österreich  - von Platz 16 auf Platz 11

Dieses Jahr ist Österreich in der ROG Rangliste von Platz 11 auf Platz 16 abgerutscht und verliert damit nicht nur fünf Ränge und 1,29 Punkte im Score, sondern vor allem seine Einstufung als Land mit guter Pressesituation.

Das ist alarmierend. Aus unseren Nachbarländern wissen wir, wie leicht angreifbar scheinbar unangreifbare Werte wie Pressefreiheit sind. Umso mehr müssen wir uns für sie einsetzen. Unabhängiger Journalismus ist Basis jeder Demokratie und muss entsprechend verteidigt werden“, bilanzierte Rubina Möhring, Präsidentin von Reporter ohne Grenzen Österreich.

Damit, so Reporter ohne Grenzen,  liege die österreichische Regierung leider im „Trend“ – weltweit werden verbale Angriffe, die ein Klima der Einschüchterung entstehen lassen, immer mehr zum Problem für unabhängigen Journalismus. Das geschieht weniger subtil als noch zuvor. Auswirkung vor der Angst vor persönlichen Angriffen ist vor allem eines: Selbstzensur und folglich weniger kritische Berichterstattung. Die Effekte des neuen Feindbildes Journalist sind tiefgreifend und vermutlich langanhaltender als die Regierung selbst.

Weltweit hat sich die Beurteilung um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verschlechtert. Seit 2014 ist sogar ein Absturz um 11 Prozent zu verzeichnen. Insgesamt weisen 24 Prozent der 180 Länder eine gute oder ausreichende Situation für die Pressefreiheit auf. Noch im Jahr 2018 waren es 26 Prozent.

UNESCO Press Freedom Award – Welttag der Pressefreiheit am 3. Mai

Der diesjährige UNESCO Press Freedom Award wird an 2 Journalisten vergeben: An die beiden Reuters-Reporter Kyaw Soe Oo und Wa Lone aus Myanmar. Sie werden sich den mit 25.000 USD dotierten UNESCO-Press Freedom Award teilen.

Kyaw Soe Oo und Wa Lone wurden am 3. September 2017 verhaftet, ein Gericht verurteilte sie in der Stadt Yangon zu sieben Jahren Haft.

Jury Begründung:
Wa Lone and Kyaw Soe Oo symbolize their country’s emergence after decades of isolation,” said Wojciech Tochman, President of the Jury. “Both from modest, provincial backgrounds, they worked hard to pursue careers that would have been impossible in the junta era into which they were born. They were arrested because they documented a taboo topic regarding crimes committed against Rohingyas. The final choice of Wa Lone and Kyaw Soe Oo pays a tribute to their courage, resistance and commitment to freedom of expression,” he added.