Österreichische UNESCO-Kommission

Die UNESCO in Österreich

Im Rahmen ihrer Fachbereiche nehmen die Zentralstellen des Bundes, wie das Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres, das Bundesministerium für Bildung, das Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft und das Bundeskanzleramt sowie die Österreichische UNESCO-Kommission, UNESCO-Agenden in Österreich wahr.

Welterbe

Die Liste des UNESCO-Welterbes umfasst derzeit 1031 Kultur- und Naturstätten in mehr als 160 Staaten, darunter neun Welterbestätten in Österreich: Das historische Zentrum der Stadt Salzburg, das Schloss und die Schlossgärten von Schönbrunn, die Kulturlandschaft Hallstatt-Dachstein Salzkammergut, die Semmeringeisenbahn, das historische Zentrum der Stadt Graz und Schloss Eggenberg, die Kulturlandschaft Wachau, das historische Zentrum von Wien, die Kulturlandschaft Fertö-Neusiedler See und die Prähistorischen Pfahlbauten rund um die Alpen.

Immaterielles Kulturerbe

Zum immateriellen Kulturerbe“ zählen Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Wissen und Fertigkeiten, die Gemeinschaften, Gruppen und gegebenenfalls Einzelpersonen als Bestandteil ihres Kulturerbes verstehen. Gleichzeitig erfasst dieser Begriff auch die Instrumente, Objekte und kulturellen Räume, die mit dem jeweiligen immateriellen Kulturerbe in Zusammenhang stehen. Mittlerweile zählt das nationale Verzeichnis mehr als 80 Eintragungen.

Biosphärenparks

Biosphärenparks sind international anerkannte Land- oder Küstenökosysteme, in denen Modelle für eine nachhaltige Bewirtschaftung der Biosphäre entwickelt, erprobt und umgesetzt werden. In Österreich gibt es derzeit fünf Biosphärenparks: Lobau, Neusiedlersee, Grosses Walsertal, Wienerwald und Salzburger Lungau & Kärntner Nockberge.

Memory of the World Register

Die UNESCO führt ein Memory of the World Register, um das dokumentarische Erbe – Bücher, Manuskripte, audiovisuelle Medien in Bibliotheken und Archiven – weltweit zu erhalten. Derzeit umfasst das Register über 300 Eintragungen, Österreich kann insgesamt dreizehn Einträge im Weltregister verzeichnen: das Wiener Dioscurides-Manuskript, das Schlussdokument des Wiener Kongresses, die Historischen Sammlungen des Phonogrammarchivs, die Papyrussammlung, die Schubertsammlung, den Atlas Blaeu-Van der Hem, die Brahms Sammlung, die Gotischen Baurisse, die Tabula Peutingeriana, den Arnold-Schönberg-Nachlass, den Mainzer Psalter und als Gemeinschaftseintragung die Bibliotheca Corviniana und die Goldene Bulle.

UNESCO-Schulen

Über 9900 Schulen aller Schultypen in über 180 Ländern der Erde bilden das UNESCO-Schulnetzwerk. Diese so genannten UNESCO-Schulen zeichnen sich dadurch aus, dass sie die Anliegen der UNESCO – Friedenserziehung, Förderung der Demokratie und der Menschenrechte, Umweltbildung, interkulturelles Lernen etc. – in ihrer täglichen Arbeit umsetzen. Derzeit sind 83 österreichische Schulen als UNESCO-Schulen anerkannt.

UNESCO-Lehrstühle

Universitäten und Forschungsinstitutionen, die sich verpflichten, im Ziel- und Themenhorizont der UNESCO zu forschen und zu lehren, werden als UNESCO-Lehrstühle anerkannt. Derzeit gibt es über 600 dieser anerkannten Forschungseinrichtungen in 120 Ländern, davon vier UNESCO-Lehrstühle in Österreich:

UNESCO Creative Cities Network

Das UNESCO-Programm “Creative Cities” dient zur weltweiten Vernetzung von Städten, um durch die Nutzung ihres kreativen Potentials auf das gemeinsame Ziel von kultureller Diversität und nachhaltiger Stadtentwicklung hinzuarbeiten. Das 2004 gegründete Netzwerk soll als Plattform zum Austausch von Erfahrungen, Ideen und Praxisbeispielen im Bereich von Kunst und Kultur, sowie der Kulturwirtschaft fungieren. 

Ein Gremium von UNESCO-internen und -externen ExpertInnen bewertet die Bewerbungen für die sieben Bereiche Film, Musik, Design, Gastronomie, Medienkunst, Handwerk oder Literatur. Durch die Annahme der Bewerbung verpflichten sich die Städte Best-Practise-Beispiele zu fördern und mit anderen Metropolen, vor allem in Entwicklungsländern, zusammenzuarbeiten.

Weltweit sind mehr als 100 Städte im Netzwerk vertreten. In Österreich sind zwei Städte Teil des Creative Cities Netzwerkes: