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Presse

der Österreichischen UNESCO-Kommission  
Foto: © Colourbox.de / Eduardo

24. Juni – 4. Juli 2018 Welterbekomitee-Tagung in Bahrain

13.06.2018

Österreich steht voraussichtlich am Dienstag, 26. Juni, auf der Tagesordnung - unter dem Punkt ‚Gefährdete Stätten‘ mit dem Historischen Zentrum von Wien. Der Entscheidungsentwurf für die Komiteesitzung (Draft Decision) lautet: UNESCO anerkennt Maßnahmen (3Stufen Plan) der Österreichischen Bundesregierung, um den Welterbestatus zu erhalten – alle Forderungen und Bedenken rund um das Bauprojekt am Heumarkt bleiben aber aufrecht. Eine offizielle UNESCO/ICOMOS Monitoring-Mission in Wien ist für Herbst 2018 geplant. Das Historische Zentrum Wien bleibt als gefährdet eingestuft auf der Roten Liste. Österreich muss bis 1.2.2019 über getroffene oder geplante corrective measures nach Paris berichten.

Von 24. Juni bis 4. Juli 2018 tagt das UNESCO-Welterbekomitee in Manama, Bahrain.
Die Tagung wird live im Internet übertragen. Österreich ist dieses Jahr mit keinen Neueinreichungen vertreten – auf der Tagesordnung steht als gefährdete Welterbestätte das ‚Historische Zentrum von Wien‘.

Das Welterbekomitee setzt sich aus 21 gewählten Vertragsstaaten der Welterbekonvention zusammen. Es entscheidet jährlich über die Neuaufnahme von Kultur- und Naturstätten in die Welterbeliste, befasst sich mit dem Erhaltungszustand der eingeschriebenen Stätten und entwickelt Lösungen für gefährdete Stätten.

Auf UNESCO-Welterbe-Liste stehen derzeit 1.073 Kultur- und Naturstätten in 167 Ländern. Die Staaten reichen um gewünschte Aufnahme bei der UNESCO ein. Kriterium für die Anerkennung als UNESCO-Welterbe ist der außergewöhnliche universelle Wert der Stätte. Ein Managementplan, der die Erhaltung des Erbes für zukünftige Generationen sicherstellt, muss bei Aufnehme vorliegen. Mit der Einschreibung in die Welterbeliste verpflichten sich die Vertragsstaaten, die Welterbestätten auf ihrem jeweiligen Staatsgebiet zu schützen und für künftige Generationen zu bewahren.

Nominierungen 2018

Für die Welterbeliste sind in diesem Jahr 31 Stätten nominiert (Kultur- und Naturerbe), unter anderem das viktorianische und Art Déco-Ensemble von Mumbai, der prähistorische Fundort Göbekli Tepe in der Türkei, der Nationalpark Chiribiquete in Kolumbien sowie die buddhistischen Bergklöster in Südkorea.

 Blickpunkt Österreich

Österreich ist aktuell mit 10 Welterbestätten gelistet – 9 Kulturerbestätten und 1 Naturerbestätte. Dieses Jahr liegt kein Antrag um Neuaufnahme von Österreich vor.

Österreich steht im Rahmen des Tagungsordnungspunktes ‚Gefährdete Stätten‘ voraussichtlich am Dienstag, 26. Juni, auf der Tagesordnung in Bahrain:
Gefährdete Welterbestätte ‚Historisches Zentrum von Wien‘ mit Fokus: Bauprojekt am Heumarkt &  Bauprojekt am Karlsplatz. Die Rote Liste (Listung der gefährdeten Welterbestätten weltweit) wurde ursprünglich von der UNESCO etabliert, um im Falle von Krieg oder Naturkatastrophen sofort internationale Hilfsmaßnahmen einleiten zu können.

Gefährdete Welterbestätte ‚Historisches Zentrum von Wien‘

Die Welterbestätte ‚Historisches Zentrum von Wien‘ wurde seitens des Welterbekomitees 2017 auf die Rote Liste, die Liste des gefährdeten Welterbes, gesetzt. Schon seit 2012 beobachtet und kommentiert die UNESCO sehr nachdrücklich die bedenkliche Bauplanung in und rund um die Kernzone der Welterbestätte - vor allem das geplante Bauprojekt am Heumarkt sowie die fehlenden, rechtlich verankerten Planungs- und Schutzinstrumente gaben letztendlich den Ausschlag für die Einstufung als gefährdetes Welterbe.

Laut Draft Decision, also dem Dokument, das als Entscheidungsgrundlage für das Welterbekomitee in Bahrain 2018 dient, sind die Fakten gleichgeblieben, d.h. die Kritik der UNESCO, die zur Setzung Wiens auf die Rote Liste im letzten Jahre führten, bleibt auch für die Sitzung 2018 aufrecht:

1) eine für das Welterbe abträglichen Stadtentwicklung – Verdichtung (inkl. Dachausbauten) und Vertikalisierung der letzten 10 Jahre, die es zu stoppen gilt.

2) Planungs- und Kontrollinstrumente, die aktuell keinen ausreichenden Schutz garantieren, die geschärft werden müssen.

3) das Heumarktprojekt in Höhe, Volumen und architektonischem Konzept ist nicht mit dem Welterbe vereinbar (Kritik: Architektenwettbewerb ohne Vorgaben der UNESCO, Lockerung der Planungsinstrumente 2014, Beschluss des Gemeinderates) sowie weitere Projekte – Wienmuseum/Winterthur/Karlsplatz, Umbau des Belvederestöckls im Schwarzenbergpark, etc. müssen überarbeitet werden.

Weitere Forderungen in der Draft Decision: 
- keine weiteren Genehmigungen für Hochhausprojekte zu erteilen und die 
   Implementierung bereits genehmigter Projekte anzuhalten
- Bedenken über die erfolgte Flächenwidmungsänderung im Juni 2017 durch den Wiener   
   Gemeinderat und den geplanten Baubeginn für das Bauprojekt am Heumarkt 2019.

3-Stufen Plan zum Erhalt des Welterbestatus für Wien  

Die österreichische Bundesregierung hat in Zusammenarbeit mit der Stadt Wien für 2018 einen 3-Stufenplan zur Befassung mit der gefährdeten Welterbestätte ‚Historisches Zentrum Wien‘ erarbeitet, der seitens der UNESCO akzeptiert wurde:

1 / März 2018: Workshop mit den Akteuren in Österreich, 3 externe ExpertInnen waren vom Bundeskanzleramt eingeladen, ihre Expertise abzugeben
2 / Juni / Juli 2018: Heritage Impact Assesment – internationale ExpertInnen sind auf Einladung des Bundeskanzleramtes zu Besuch in Wien und erstellen ein umfassendes Gutachten über den Erhaltungszustand des Welterbes „Historisches Zentrum von Wien“
3 / UNESCO-Mission im Herbst 2018
Diese UNESCO/ICOMOS Joint Mission auf Einladung der Republik Österreich soll den gegenwärtigen Erhaltungszustand unter besonderer Berücksichtigung der Ergebnisse des Workshops und des „Heritage Impact Assessments“ beurteilen und feststellen, ob der der außergewöhnliche universelle Wert der Stätte noch gegeben ist. Der Bericht darüber wird Grundlage der Beschlussempfehlung für das Welterbekomitee 2019 sein.

Österreich muss bis 1. Februar 2019 einen aktuellen Bericht über die ergriffenen und geplanten corrective measures an die UNESCO schicken.

Da die UNESCO / ICOMOS Monitoring-Mission erst im Herbst 2018 stattfindet, wird das Welterbekomitee in Bahrain die Ergebnisse abwarten. Die UNESCO möchte jede Chance nützen, die zu einem positiven Ergebnis und somit zu einem Verbleib Wiens auf der Welterbeliste führt. Die Bundesregierung hat somit einen Aufschub erwirkt, muss aber bis 1. 02. 2019 schriftlich die getroffenen sowie geplanten corrective measures, also konkrete Lösungsvorschläge, vorlegen“, so Gabriele Eschig, Generalsekretärin der Österreichischen UNESCO-Kommission.“

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Von 24. Juni - 4. Juli 2018 findet die Welterbekomitee-Tagung in Bahrain statt.
© UNESCO

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