Österreichische UNESCO-Kommission

2008 Internationales Jahr der Sprachen

UNESCO 2008 Jahr der Sprachen„Languages matter!“
Sprachliche Vielfalt ist ein wesentlicher Garant für kulturelle Vielfalt. Wie Mehrsprachigkeit fördert sprachliche Vielfalt Dialogfähigkeit, sozialen Zusammenhalt, nachhaltige Entwicklung und Frieden.

Sprachen sind als menschliches Ausdrucksmittel ein wichtiger Aspekt von Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation. Sie schaffen Identität bei Individuen wie Gruppen, sie dienen als Mittel zur Kommunikation. Menschen bauen Bedeutung, Emotionen, Wissen und Intentionen sprachlich auf und bringen sie durch Sprache zum Ausdruck.

Derzeit sind 50% der weltweit 6000 Sprachen vom Aussterben bedroht. 96% aller Sprachen werden nur von 4% der Menschheit gesprochen, weniger als 25% werden im Cyberspace verwendet.

Vor diesem Hintergrund haben die Vereinten Nationen das „Internationale Jahr der Sprachen 2008“ ausgerufen. Die UNESCO – UN-Sonderorganisation für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation – übernahm als „Lead Agency“ die internationale Koordination.

Die Initiative für das „Internationale Jahr der Sprachen 2008“ kam aus Österreich: Bei der 33. UNESCO-Generalkonferenz im Jahr 2005 hat Österreich eine entsprechende Resolution eingebracht, die mit Unterstützung zahlreicher Mitgliedsstaaten, insbesondere aus dem afrikanischen Raum, angenommen wurde.

„Mehrsprachigkeit in der Praxis“: Workshops für Schulen
Anlässlich des UN-Jahres der Sprachen 2008 bieten das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur und die Österreichische UNESCO-Kommission auch über 2008 hinaus ein Informationsmodul für österreichische Schulen (Grundschulen und Sekundarstufe 1) an. Zielgruppe sind DirektorInnen, Eltern und Lehrende. Für nähere Informationen wenden Sie sich bitte an oeuk@unesco.at

Internationale Konferenz/International Conference
"Lebensweltliche Mehrsprachigkeit - Everyday Multilingualism"
13.-15. Juni 2008, Eisenstadt
Anlässlich des Internationalen Sprachenjahres 2008 initiierten das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur und die Österreichische UNESCO-Kommission, in Zusammenarbeit mit der Burgenländischen Landesregierung und mit Unterstützung des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung, die internationale Konferenz „Lebensweltliche Mehrsprachigkeit“. Ziel war es, in Vorträgen und Workshops Möglichkeiten und Beispiele für Mehrsprachigkeit in den gesellschaftlich relevanten Bereichen Bildung, Minderheiten, Wirtschaft und Medien auszuloten und aufzuzeigen. Rund 120 ExpertInnen verschiedenster Fachrichtungen aus 15 Ländern diskutierten Herausforderungen und Chancen der Mehrsprachigkeit im Alltag.

Radiodialoge – Stimmen der Vielfalt
Das Projekt des Verbandes Freier Radios Österreich wurde 2008 im Jahr des interkulturellen Dialogs initiiert, um die mediale Partizipation von MigrantInnen zu erhöhen. Im Europäischen Jahr der Kreativität und Innovation 2009 fördert das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur 2009 die Fortsetzung und Ausweitung des Projekts.  Reinhören in die mehrsprachigen Radioprogramme können Sie hier.