Springe zum Hauptinhalt

Welterbe

Stätten mit außergewöhnlichem universellem Wert  
Foto: © Alexander Eugen Koller

Kriterien und Aufnahmeverfahren

© R.Zunke

Das Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt sieht nach Artikel 11 vor, dass das Welterbekomitee eine "Liste des Erbes der Welt" erstellt, aktualisiert und veröffentlicht.

Die sogenannte Welterbeliste umfasst derzeit 1.073 Stätten aus 167 Ländern. Davon sind 832 Kultur- und 206 Naturstätten. Weitere 35 Stätten gehören als gemischtes Welterbe sowohl dem Kultur- als auch dem Naturerbe an.

Wie kommen Stätten auf die Welterbeliste?

Das Ansuchen um Aufnahme einer Stätte in die Welterbeliste erfolgt durch den Vertragsstaat. Es ist also nicht die UNESCO, die eine Stätte vorschlägt bzw. bestimmt, sondern der Wille des Staates selber.

Mit dem Antrag sind eine Darstellung des außergewöhnlichem universellem Wertes der Stätte, eine Bestandsaufnahme sowie  genaue Pläne und eine detaillierte Planung (Managementplan) für deren Schutz und die Erhaltung vorzulegen.

Über die endgültige Aufnahme in die Welterbeliste entscheidet das Welterbekomitee, das einmal jährlich tagt und aus 21 StaatenvertreterInnen besteht. Der Internationale Rat für Denkmalpflege (ICOMOS) und die Internationale Naturschutzunion (IUCN) evaluieren die Einreichungen und beraten das Komitee. Geprüft wird, ob die von den Mitgliedstaaten vorgeschlagenen Stätten die im Welterbeübereinkommen festgelegten Kriterien erfüllen.

Welche Bedingungen müssen erfüllt sein?

Um in die Welterbeliste aufgenommen zu werden, muss ein Natur- oder Kulturgut gewisse Bedingungen erfüllen. Diese finden sich in den Operativen Richtlinien für die Umsetzung der Welterbekonvention, die neben dem Konventionstext das zweite grundlegende Dokument darstellen. Sie werden regelmäßig vom Welterbekomitee den Entwicklungen des Welterbekonzeptes angepasst.

Danach muss die beantragte Stätte...

  1. eine einzigartige künstlerische Leistung, ein Meisterwerk des schöpferischen Geistes sein;
  2. während einer Zeitspanne oder in einem Kulturgebiet der Erde beträchtlichen Einfluss auf die Entwicklung der Architektur, der Großplastik oder des Städtebaus und der Landschaftsgestaltung ausgeübt haben;
  3. ein einzigartiges oder zumindest ein außergewöhnliches Zeugnis einer bestehenden oder untergegangenen Zivilisation oder Kulturtradition darstellen;
  4. ein herausragendes Beispiel eines Typus von Gebäuden bzw. architektonischen Ensembles oder einer Landschaft, die (einen) bedeutsame(n) Abschnitt(e) in der menschlichen Geschichte darstellt sein;
  5. ein hervorragendes Beispiel einer überlieferten menschlichen Siedlungsform oder Landnutzung darstellen, die für eine bestimmte Kultur (oder Kulturen) typisch ist, insbesondere wenn sie unter dem Druck unaufhaltsamen Wandels vom Untergang bedroht wird;
  6. in unmittelbarer oder erkennbarer Weise mit Ereignissen, lebendigen Traditionen, mit Ideen oder mit Glaubensbekenntnissen, mit künstlerischen oder literarischen Werken von außergewöhnlicher universeller Bedeutung verknüpft sein (dieses Kriterium gilt in Verbindung mit anderen Kriterien).
  7. ein außergewöhnliches Beispiel bedeutender Abschnitte der Erdgeschichte darstellen; dies umfasst auch biologische Evolutionen, bedeutende im Gang befindliche geologische Prozesse in der Entwicklung von Landschaftsformen oder bedeutender geomorphologischer bzw. physiogeografischer Elemente;
  8. ein außergewöhnliches Beispiel von im Gang befindlichen ökologischen und biologischen Prozessen in der Evolution und Entwicklung von terrestrischen, Frischwasser-, Küsten- und marinen Ökosystemen sowie Pflanzen- und Tiergemeinschaften liefern;
  9. eine überragende Naturerscheinung oder ein Gebiet von außergewöhnlicher natürlicher Schönheit und ästhetischer Bedeutung darstellen;
  10. die bedeutendsten und charakteristischen natürlichen Lebensräume für in-situ-Schutz von biologischer Diversität enthalten, einschließlich solcher bedrohter Arten, die aus wissenschaftlichen Gründen von außergewöhnlichem universellem Wert sind.

 Darüber hinaus müssen die Echtheit der Kulturstätten sowie deren Schutz und Verwaltung gesichert sein. Von gleicher Bedeutung sind die Unversehrtheit der Naturerbestätten sowie ständiger Schutz und Pflege.

Neben dem aktuellen Erhaltungszustand muss auch ein detaillierter Managementplan vorgelegt werden.

Weiterführende Links