Österreich ratifizierte im Dezember 1992 die Welterbekonvention. Von Österreich wurden bisher neun Stätten in die UNESCO Welterbeliste eingetragen:
Das historische Zentrum der Stadt Salzburg (1996)
Die Stadt, ihr dramatisches Stadtbild und historisch bedeutende Stadtstruktur sowie eine große Anzahl von wichtigen kirchlichen und säkularen Gebäuden aus unterschiedlichen Jahrhunderten ergeben ein bedeutendes Beispiel eines europäischen Kirchenstadtstaates. Als Treffpunkt der Kulturen und Künste Nord- und Südeuropas ist Salzburg, vorwiegend durch Musik in Verbindung mit Wolfgang Amadeus Mozart, bekannt.
Schloss und Park von Schönbrunn (1996)
Das Schloss ist Symbol der Macht und des Einflusses des Hauses Habsburg in der europäischen Geschichte. Gemeinsam mit dem Park stellt das Ensemble, als ein ausgezeichnet erhaltenes Beispiel der fürstlichen barocken Residenzen, ein Gesamtkunstwerk dar.
Die Kulturlandschaft Hallstatt-Dachstein / Salzkammergut (1997)
Diese alpine Region ist ein hervorragendes Beispiel einer natürlichen Landschaft von großer Schönheit und wissenschaftlichem Interesse. Die Geschichte Hallstatts und der Region ist auf die Salzwirtschaft und dessen Verknüpfung von Kultur und Natur zurückzuführen.
Die Semmeringbahn (1998)
Die Semmeringbahn zeigt eine ausgezeichnete technologische Lösung für die Hauptproblematik früher Schienenwege und ließ eine neue Form der Kulturlandschaft entstehen. Zwischen 1848 und 1854 mit einer Länge von 41 km in den Hochbergen erbaut, war sie die erste normalspurige Gebirgsbahn Europas.
Stadt Graz – Historisches Zentrum und Schloss Eggenberg (1999 u. 2010)
Historischer Stadtkern und Schloss Eggenberg sind das Spiegelbild einer Jahrhunderte langen Verbindung von künstlerischen und architektonischen Bewegungen, die ihren Ursprung im deutschen und mediterranen Raum und am Balkan fanden. Erscheinungsbild von Stadt und Schloss lassen deren gemeinsame historische und kulturelle Entwicklung deutlich ablesen und bilden das außergewöhnliche Beispiel einer harmonischen Integration der architektonischen Stile aufeinander folgender Epochen.
Die Kulturlandschaft Wachau (2000)
In der Wachau, eine durch Berge eingefasste Flusslandschaft, sind wesentliche Zeugnisse ihrer langen historischen Evolution außerordentlich gut erhalten. Die Architektur, die menschlichen Siedlungen und die landwirtschaftliche Nutzung, im Speziellen die Weinterrassen, veranschaulichen lebhaft eine mittelalterliche Landschaft, die sich im Laufe der Zeit organisch und harmonisch entfaltet hat.
Das historische Zentrum von Wien (2001)
Im historischen Zentrum der Stadt Wien werden die drei Schlüsselepochen der europäischen kulturellen und politischen Entwicklung – das Mittelalter, das Barock und die Gründerzeit – durch das städtische und architektonische Erbe außergewöhnlich dargestellt. Seit dem 16. Jahrhundert wird Wien allgemein als die Musikhauptstadt Europas anerkannt.
Die Kulturlandschaft Fertö-Neusiedler See, gemeinsam mit Ungarn (2001)
Fertö-Neusiedler See war achttausend Jahre lang die Begegnungsstätte verschiedenen Kulturen. Die unterschiedlichen Landschaften sind das großartige Zeugnis dieses interkulturellen Entwicklungsprozesses. Die bemerkenswerte ländliche Architektur der Dörfer rund um den See und mehrere Paläste aus dem 18. und 19. Jh. tragen zu der erheblichen Bedeutung der Kulturstätte bei.
Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen, gemeinsam mit Deutschland, Frankreich, Italien, Slowenien und der Schweiz (2011)
111 Pfahlbaufundstellen in sechs Alpenländern, darunter fünf in Oberösterreich (Attersee, Mondsee) und Kärnten (Keutschacher See) bilden das grenzüberschreitende Welterbe. Die Seeufersiedlungen des Alpenraumes zählen zu den bedeutendsten archäologischen Kulturgütern Europas. Die frühesten Beispiele reichen bis 5000 Jahre v.Chr. zurück und illustrieren die Geschichte des Alpenraums im Verlauf von Neolithikum, Bronzezeit und Eisenzeit.
Auf ihre Initiative hin haben sich die neun österreichischen Welterbestätten zusammengeschlossen und halten jährlich Jahrestreffen ab. Nach Fertö/Neusiedler See, Semmering, Graz, Schloss Schönbrunn, Wachau, Salzburg , Wien und Hallstatt lädt die Welterbestätte „Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen“ zur „9. Österreichische Welterbestätten-Konferenz“ 2013 am Keutschacher See ein.
Welterbe-Bildung spielt bei der Umsetzung der Welterbekonvention eine bedeutende Rolle, da es zu einem Bewusstsein der gemeinsamen Verantwortung für diese Stätten und ihre langfristige Bewahrung beiträgt.