Kultur

Kulturelle Vielfalt

Kulturelle VielfaltBereits in der Verfassung der UNESCO von 1945 ist die Erhaltung und Förderung der kulturellen Vielfalt als Zweck und Aufgabe der UNESCO festgeschrieben.
Das Konzept der „kulturellen Vielfalt“ etablierte sich endgültig im Laufe der 90er Jahre. 2001 verabschiedeten die UNESCO-Mitgliedsstaaten die „Allgemeine Erklärung zur kulturellen Vielfalt“, 2005  dasPDF UNESCO-Übereinkommen über den Schutz und die Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen.

Als erstes völkerrechtlich bindendes Instrument seiner Art trat das „UNESCO-Übereinkommen über den Schutz und die Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen“ am 18. März 2007 in Kraft. Kernstück des Übereinkommens bildet das Recht eines jeden Staates, regulatorische und finanzielle Maßnahmen zu ergreifen, die darauf abzielen, förderliche Rahmenbedingungen für eine Vielfalt kultureller Aktivitäten, Waren und Dienstleistungen zu schaffen. Die Sicherung und Begünstigung nationaler kultureller Waren und Dienstleistungen erhält damit gegenüber drohenden wettbewerbsrechtlichen Einschränkungen neue Legitimität.

Österreich hat das Übereinkommen 2006 ratifiziert. Als gewähltes Mitglied des Zwischenstaatlichen Komitees für die Perioden 2007–2009 und 2013–2017 bringt sich Österreich aktiv in die Ausgestaltung der Durchführungsrichtlinien zum Übereinkommen ein, welche die Umsetzung auf nationaler und internationaler Ebene präzisieren. Zur Begleitung der Umsetzung auf nationaler und – im Rahmen ihrer Kompetenzen – auf internationaler Ebene wurden bei der Österreichischen UNESCO-Kommission Gremien zur Kulturellen Vielfalt eingerichtet:

Gemäß Artikel 28 wurde eine nationale Kontaktstelle zum Übereinkommen bei der ÖUK etabliert. Die Kontaktstelle bietet Information und Beratung im Zusammenhang mit dem Übereinkommen, unterstützt die Koordinierung und Einbindung aller betroffenen AkteurInnen bei der Querschnittsmaterie und trägt zur Bewusstseinsbildung bei.

Begleitet wird die Tätigkeit der Kontaktstelle durch den Fachbeirat Kulturelle Vielfalt, der sich aus  VertreterInnen der relevanten Ministerien, der Landesregierungen und unabhängigen ExpertInnen zusammensetzt. Der Fachbeirat berät über Schwerpunktthemen und Prioritäten der Umsetzung, die durch die Kontaktstelle befördert werden können und erleichtert den Informations- und Meinungsaustausch zwischen den öffentlichen Stellen.

Im Sinne des Artikels 11 des Übereinkommens wurde bei der ÖUK die Arbeitsgemeinschaft Kulturelle Vielfalt (ARGE) zur Einbindung der Zivilgesellschaft etabliert. Als zentrale Dialogplattform zum Übereinkommen beteiligen sich ExpertInnen, Kunst- und Kulturschaffende und ihre Interessensvertretungen sowie VertreterInnen des Bundes und der Länder an den Arbeitstreffen. Im Mittelpunkt der Arbeiten stehen die Interessen der Kunst- und Kulturschaffenden im Zusammenhang mit dem Übereinkommen. Ferner stellt die ARGE Expertise und Fachwissen zur Verfügung, berät die Bundesregierung und die Länder und informiert die breite Öffentlichkeit über das Übereinkommen und seine Auswirkungen.