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Immaterielles Kulturerbe

Bräuche, Wissen, Handwerkstechniken  
Foto: © UNESCO/James Muriuki

Wissen um traditionellen Samenbau und Saatgutgewinnung
Umgang mit der Natur in ganz Österreich, aufgenommen 2014

Jede Kultur hat spezifische Arten und Sorten als Nahrungspflanzen hervorgebracht und das Wissen und die Techniken haben sich den Ernährungsgewohnheiten und den klimatischen Voraussetzungen angepasst. BäuerInnen und GärtnerInnen haben durch gezieltes Anbauen, Pflegen, Auswählen, Nutzen und Vermehren eine enorme Vielfalt geschaffen. Das Wissen um Samenbau, Ernte, Selektion, Reinigung und Lagerung wurde und wird in Familien, aber auch in Gemeinschaften von Generation zu Generation weitergegeben.

Traditionellen Samenbau und Saatgutgewinnung gibt es in allen landwirtschaftlich und gärtnerisch genutzten Gegenden. Je nach Region sind Sorten, Methoden und Techniken unterschiedlich ausgeprägt. Tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen beeinflussten die Lebens-, Koch- und Essgewohnheiten. In der Landwirtschaft bildete und bildet sich mit der zunehmenden Industrialisierung und Rationalisierung die Kulturpflanzenvielfalt stark zurück, doch das Wissen um traditionellen Samenbau und Saatgutgewinnung wurde und wird von lokal wirtschaftenden BäuerInnen und GärtnerInnen weitergetragen. Die bestens an die regionalen Bedingungen angepassten Hof- und Lokalsorten sind nicht nur Ernährungsgrundlage von Familien, Gemeinschaften und Regionen, sondern schaffen innerhalb dieser auch gemeinsame Identität. So sind etwa der Lungauer Tauernroggen, die Wildschönauer Krautingerrübe oder der Vorarlberger Riebelmais unmittelbar mit lokalen Produkten bzw. Gerichten verbunden.
Die Sorten sind an lokale Standortbedingungen, wie langanhaltende Trocken- und Schneeperioden oder hohe UV-Einstrahlung im Berggebiet angepasst und liefern eine kalkulierbare Ertragssicherheit. Jedoch ist Saatgut vergänglich und verliert innerhalb weniger Jahre seine Keimfähigkeit. Daher müssen Lokalsorten ständig vermehrt werden. Basis für die Erhaltung der Lokalsorten ist das bäuerliche und gärtnerische Erfahrungswissen, wobei der Verein Arche Noah als zentrale Institution in Österreich rund 4500 Sorten von 160 GärtnerInnen vermehrt, nutzt und für die Weitergabe zur Verfügung stellt.

Kontakt

Verein ARCHE NOAH
Obere Straße 40
3553 Schiltern
info@arche-noah.at
www.arche-noah.at

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