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Immaterielles Kulturerbe

Bräuche, Wissen, Handwerkstechniken  
Foto: © UNESCO/James Muriuki

Wissen um die Haselfichte als Klangholz
Umgang mit der Natur in Tirol, aufgenommen 2011

Haselfichten mit ihrem genetisch verankerten Haselwuchs kommen meist in den Waldbeständen der Alpen über 1200 Meter Meereshöhe vor. Aufgrund seiner spezifischen Eigenschaften wird das Holz der Haselfichte seit jeher für den Instrumentenbau, bei dem höchste Ansprüche an die Holzqualität gestellt werden, verwendet. Nur wenige Holzfachleute sind imstande, diese Holzqualität am stehenden Baum zu erkennen.

Eindeutig zu bestimmen ist die Haselfichte, wenn man ein Stückchen Rinde entfernt – und zwar an den in Längsrichtung verlaufenden Rillen. Seit jeher ist bekannt, dass qualitativ hochwertiges Holz im Winter während der Saftruhe gefällt werden soll. Auch Kenntnisse um die langsame und sorgfältige Trocknung und Lagerung und die weitere Bearbeitung des Holzes wurden von Generation zu Generation weitergegeben.
Bereits im 17. Jahrhundert wurde von den Geigenbauern erkannt, dass Nadelhölzer aus den Hochlagen der Alpen die besten Resonanzeigenschaften besitzen und optimal zur Klangverstärkung von Saitentönen geeignet sind. Auch für italienische Geigenbauer wie Antonio Stradivari ist diese Art der Holzauswahl überliefert.
Heute wird trotz großer und qualitativ hochwertiger Vorkommen der Haselfichte im österreichischen Alpenraum nur ein verschwindend geringer Bruchteil für spezifische, diesem Holz angemessene Zwecke verwendet. Oft werden Bestände auch durch industrielle Schlägerungen nicht beachtet oder unbrauchbar gemacht. Vielfach wird das Tonholz nur mehr bei HändlerInnen in geschnittener statt gespaltener Form bezogen. Auch das Eindringen von fremdem Saatgut in den Lebensraum der Haselfichte hat bislang unbekannte Auswirkungen.

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