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Immaterielles Kulturerbe

Bräuche, Wissen, Handwerkstechniken  
Foto: © UNESCO/James Muriuki

Heiligenbluter Sternsinger
Darstellende Künste in Kärnten, aufgenommen 2010

In der Nacht vom 5. auf den 6. Jänner ziehen in Heiligenblut am Großglockner jedes Jahr die Sternsinger von Haus zu Haus, um den BewohnerInnen Segen zu bringen. Eine Rotte besteht dabei aus einem Sternträger, fünf Musikanten und neun Sängern – Männern im Alter von mindestens 16 Jahren. Die vermutlich aus dem 16. Jahrhundert stammende Tradition des Heiligenbluter Sternsingens hat sich bis heute zum größten Teil in seiner ursprünglichen Form erhalten.

Am Nachmittag des 5. Jänner findet die Aussegnung der einzelnen Sternsingerrotten in der Pfarrkirche St. Vinzenz statt. Danach werden bis in die frühen Morgenstunden des 6. Jänner alle Häuser des Ortes von insgesamt neun Sternsingerrotten aufgesucht. Elemente wie das Sternlied oder das Segnen des Hauses mittels Anbringung des Segensspruches Christus Mansionem Benedicat (CMB) über der Haustüre sind bis heute ein fixer Bestandteil dieser Tradition.
Die Heiligenbluter Sternsinger sind ein immanenter Bestandteil des Kulturerbes der Gemeinde Heiligenblut. Die Identifikation der Bevölkerung mit diesem Brauchtum ist hoch – alle örtlichen ArbeitgeberInnen stellen ihre MitarbeiterInnen zur Ausübung des Sternsingens vom Dienst frei.
Auch wenn am Brauch der Heiligenbluter Sternsinger seit Jahrhunderten kaum nennenswerte Veränderungen feststellbar sind, existieren doch Initiativen, um diese Tradition an die Bedürfnisse der Zeit anzupassen. So wird das Sternsingen heute etwa auch touristisch genutzt und viele Gäste kommen speziell an diesen Tagen nach Heiligenblut, um dem Brauchtum beizuwohnen.

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