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Immaterielles Kulturerbe

Bräuche, Wissen, Handwerkstechniken  
Foto: © UNESCO/James Muriuki

Österreichisches Verzeichnis

Seit dem Beitritt Österreichs zum Übereinkommen ist die Österreichische UNESCO-Kommission mit der Erstellung eines nationalen Verzeichnisses des immateriellen Kulturerbes in Österreich  betraut. Jede gelistete Tradition trägt in ihrer Individualität dazu bei, über die Bundeslandgrenzen hinaus die kulturelle Vielfalt und den großen Reichtum an lebendigem Kulturerbe in Österreich verständlich zu machen.  
Bewerbungen werden ganzjährlich entgegen genommen. Nähere Informationen zum Bewerbungsablauf und zu den Kriterien finden Sie hier.

Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes in Österreich

Innviertler Landler

Die Geschichte des Innviertler Landlers ist untrennbar mit den Innviertler Zechen verbunden. Diese waren ursprünglich bäuerliche Burschenkameradschaften, die im Zechentanz – einer Kombination aus Tanz (die „Eicht“), Musik, Dichtung und Gesang – künstlerische Leistungen hervorbrachten. Die Melodie, der spezielle, angehängte Jodler („Almer“) und der „verzogene“ Rhythmus im ¾-Takt machen den Innviertler Landler zu einer spezifischen Spielform innerhalb der österreichischen Ländlerfamilie.

Metnitzer Kinisingen

Beim Metnitzer Kinisingen geht zwischen Neujahr und 6. Jänner (Dreikönigstag) eine Sängerschar (Rotte) gemeinsam mit den drei Königen und dem Sternträger im ganzen Metnitztal von Hof zu Hof und singt die 17 Strophen des „Kinilieds“. Könige und Sternträger führen ein Schauspiel auf, bei dem sie sich stumm nach festgelegten Regeln bewegen. Zusätzlich werden Wünsche für ein gutes Jahr vorgetragen. Nach der Darbietung erhält die Rotte eine Stärkung, um nach einem Schlusslied weiterzuziehen.

Passionsspiele Erl

Seit 400 Jahren finden alle sechs Jahre die traditionellen Passionsspiele Erl statt, die ihren Ursprung in den christlichen Osterspielen haben. Trotz mittlerweile international renommiertem Ruf und regem Zulauf von BesucherInnen sind es insbesondere die EinwohnerInnen von Erl, die für die Bewahrung dieser traditionell christlichen Spiele eintreten. Es sind nicht professionelle SchauspielerInnen, sondern die BewohnerInnen der Ortschaft, die hier regelmäßig auf der Bühne stehen.

Pinzgauer Tresterertanz der Salzburger ALPINIA

Beim Pinzgauer Tresterertanz handelt es sich um eine regionale Sonderform des Schönperchtenlaufens. Der Rundtanz mit Hüpf- und Stampfschritten in typischen Kostümen wird jährlich am 5. Jänner bei einbrechender Dunkelheit als Umlaufbrauch von Haus zu Haus, in den Bauernhöfen der Umgebung der Stadt Salzburg, aufgeführt. Der Besuch der TänzerInnen und MusikerInnen erfolgt unangekündigt.

Rudentanz in Sierning

Seit 200 Jahren wird am Faschingsdienstag der Sierninger Rudenkirtag abgehalten, an dem die Traunviertler Ruden (Gruppen von ca. vier bis acht Tanzpaaren) ihren Landler darbieten. Neben Musik und Tanz wird dabei besonderes Augenmerk auf die jedes Jahr neugedichteten Gstanzln (gesungene achtzeilige Reime) gelegt, die durch ihre spöttischen sowie kritischen Anspielungen auf lokale, nationale und globale politische wie gesellschaftliche Ereignisse als „moralisches Korrektiv“ dienen.