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Immaterielles Kulturerbe

Bräuche, Wissen, Handwerkstechniken  
Foto: © UNESCO/James Muriuki

Österreichisches Verzeichnis

Seit dem Beitritt Österreichs zum Übereinkommen ist die Österreichische UNESCO-Kommission mit der Erstellung eines nationalen Verzeichnisses des immateriellen Kulturerbes in Österreich  betraut. Jede gelistete Tradition trägt in ihrer Individualität dazu bei, über die Bundeslandgrenzen hinaus die kulturelle Vielfalt und den großen Reichtum an lebendigem Kulturerbe in Österreich verständlich zu machen.  
Bewerbungen werden ganzjährlich entgegen genommen. Nähere Informationen zum Bewerbungsablauf und zu den Kriterien finden Sie hier.

Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes in Österreich

Falknerei

Falknerei ist die Kunst, mit Vögeln zu jagen. Im engsten Sinne umfasst der Terminus „Falknerei“ die Jagd mit speziell dafür abgerichteten Falken, es werden aber auch Habichte, Sperber und Adler eingesetzt. Aus der jahrhundertealten Tradition der höfischen Falcencorps entwickelte sich eine traditionsbewusste, nachhaltige Jagdform, die unter Beachtung des Habitatschutzes als „stille Jagd“ bezeichnet wird, da einer natürlichen Situation zwischen Beute und Beute greifendem Vogel entsprochen wird.

Märchenerzählen

Märchenerzählen ist die Kunst, Menschen mit Geschichten auf spielerische und geistig anregende Weise zu unterhalten. Märchen-Bilder sind so einfach und doch hintergründig, dass sie zunächst in ihrer Verständlichkeit alle Zuhörenden verbinden und ihnen zugleich ganz unterschiedliche Möglichkeiten der Vertiefung und Reflexion offen lassen.

Österreichische Volkstanzbewegung

Im Mittelpunkt des österreichischen Volkstanzes das gemeinsame Tanzen unterschiedlicher Altersgruppen und Könnensstufen. Besonders hervorzuheben ist die Herausbildung eines Kanons österreichischer Grundtänze, die in ganz Österreich und Südtirol Eingang in das Tanzrepertoire fanden. Die Tanzveranstaltungen der österreichischen Volkstanzbewegung folgen üblicherweise einem vorgegebenen Ablauf vom Auftanz über die Tanzfolge bis zum Schlusskreis.

Perchtoldsdorfer Hütereinzug

Jeden ersten Sonntag nach dem Leonhardi-Tag (6. November) wird in Perchtoldsdorf der „Hiataeinzug“ abgehalten. Weinhüter waren in Weingebieten während der Reifezeit üblich. Von der Gemeinde vereidigt und bezahlt, verbrachten sie einige Wochen in kleinen Hütten in den Weingärten und beschützten die reifende Ernte sowohl vor Tieren als auch vor Dieben. Seit dem Aussterben des Berufes sind es heute vor allem die Söhne der Weinbauern, die beim Festzug als Hüter fungieren.

Schmieden in Ybbsitz

Im niederösterreichischen Ybbsitz blickt das Schmieden auf eine jahrhundertelange Geschichte zurück. Manche Schmiededynastien, die früher in Anspielung auf ihr Handwerk und ihren beachtlichen Wohlstand gerne als „Schwarze Grafen“ bezeichnet wurden, können auf eine über 200 Jahre lange Familientradition zurückblicken. Die Welser Schmiede etwa befindet sich nun bereits in der 15. Generation im Besitz von ein und derselben Familie.

Verein für gegenseitige Hilfeleistung bei Brandfällen "Nebenleistung"

Der Verein für gegenseitige Hilfeleistung bei Brandfällen „Nebenleistung“ ist eine Selbsthilfeorganisation in St. Oswald im Yspertal (Niederösterreich), die bei Brandfällen in der Region in Form von Arbeitsleistungen, Naturalien oder Geld, Hilfe zur Verfügung stellt. Die Kurzbezeichnung für den Verein lautet „Nebenleistung“.