Kommunikation

Weltdokumentenerbe – Memory of the World

Im Fokus des 1992 von der UNESCO ins Leben gerufene Programms „Memory of the World“/„Gedächtnis der Menschheit“ stehen Bewahrung und nachhaltiger Schutz von Dokumenten aller Art - Bücher, Manuskripte, audiovisuelle Medien  - sowie der einfache Zugang zu diesem Wissen für möglichst viele Menschen.

Kulturelle Entwicklung basiert wesentlich auf der nachhaltigen Sicherung des vorhandenen Wissens. Das Programm „Memory of the World“ soll  die Öffentlichkeit auf das zeitbedingte enorme Schadenspotenzial von Dokumenten aufmerksam machen. Saure Papiere zerfallen, Tintenfraß beschädigt historische Handschriften, Filme verrotten, Tonträger werden unbenützbar, Magnetbänder schälen sich ab, und die noch gut erhaltenen werden durch das erschreckend rasche Verschwinden funktionstüchtiger Wiedergabegeräte bedroht. Wenn die Gesellschaft den Aufwand zur Erhaltung von Dokumenten nicht wesentlich intensiviert, geht innerhalb absehbarer Zeit ein Teil des bisher gesammelten Bestandes an wichtigem historischen, kulturellen und wissenschaftlichen Wissen verloren.

Mit dem Memory of the World-Programm ist die UNESCO bemüht, nicht nur auf die zentrale Rolle des Dokumentenerhalts für Bildung, Wissenschaft und Kultur hinzuweisen, sondern auch den Zugang zu Information und Wissen durch digitale Technologien zu fördern und damit zu demokratisieren. Der Erhalt des digitalen Erbes, die Digitalisierung von Dokumenten und die Langzeitarchivierung von digitalen Inhalten stellen für die UNESCO und die Österreichische UNESCO-Kommission eine Priorität dar.

Mit der Charta zum Erhalt des Digitalen Kulturerbes 2003 setzte die UNESCO einen Meilenstein in ihren diesbezüglichen Bemühungen. Die Charta umfasst fachliche und kulturpolitische Maßnahmen zur Frage der Langzeitarchivierung digitalisierter Dokumente sowie von ausschließlich digital vorhandenen Materialien. Konsequenterweise werten viele Mitgliedstaaten das digitale Erbe als wichtigen Teil des kulturellen Gedächtnisses und damit als notwendige Basis der dauerhaften Sicherung der kulturellen Vielfalt.
Dieses sehr breit und allgemein angelegte Programm wird durch das internationale und die nationalen Memory of the World Register unterstützt. Diese Register listen Dokumente bzw. Sammlungen von besonderer universaler bzw. nationaler Bedeutung und sollen gleichsam als ‚Werbeträger‘ die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die Bedeutung von Dokumenten und deren Erhalt lenken.

Das internationale Memory of the World Register enthält derzeit 348 Eintragungen. 13 österreichische, darunter 2 Gemeinschaftseintragungen sind Teil des Weltdokumentenerbes:

Das Österreichische Nationale Memory of the World Register wurde mit Oktober 2014 eröffnet und listet für Österreich kulturell bedeutsame und historisch wichtige Dokumente und Sammlungen. Es umfasst u.a. wertvolle Handschriften, Urkunden, Drucke und audiovisuelle Dokumente und wird alle zwei Jahre durch Neuaufnahmen ergänzt.